Faires hüpft, trägt und fliegt in Düsseldorf
Agenda 21 - Hauptstadt des Fairen Handels
Faires hüpft, trägt und fliegt in Düsseldorf
Über die ausführlich beschriebenen Projekte hinaus gibt es noch viele Fair-Handels-Aktivitäten in Düsseldorf. Hier eine kurze Aufzählung, die - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einen Überblick über die Palette der Aktivitäten und Akteure gibt:
faire Düsseldorf Fußbälle:
Die ersten fairen Düsseldorf Fußbälle stellte Oberbürgermeister Erwin im Januar 2006 der Öffentlichkeit vor, dabei unterstützte ihn die Fußball AG der Marien-Grundschule. Seitdem wurden fast 600 Bälle verkauft."Großabnehmer" sind die städtischen Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen - insbesondere für die offenen Ganztagsbetreuungen - sowie das Sportamt. Auch das Frauenbüro, die Betriebssportgemeinschaft der Stadt und das Kinder- und Jugendtheater (jetzt: "Junges Schauspielhaus") und natürlich Private gehören zu den Käufern. Der Stadt-Sportbund hat Jugendliche im Jahr der Fußballweltmeisterschaft zum FAIRständnis-Cup mit den fairen Bällen aufgerufen. Der Fußballverband Niederrhein nutzte sie für das das NRW-Landesfinale der Schulen beim "DFB-Talentwettbewerb Fußball". Weitere Tourniere mit den fairen Düsseldorf-Fußbällen veranstalteten die Bezirksvertretungen. Einige Bälle konnten - über einen Teil des Preisgeldes für den 3. Platz als "Hauptstadt des Fairen Handels 2005" finanziert - an Schulen und Vereine verschenkt werden, wofür sich diese bedanken. Interessierte können die Bälle nach wie vor für 17 Euro bei der DMT in den Tourist-Informationen kaufen. Äußerst erfolgreich war das Junge Schauspielhaus mit dem Stück "Der Ball ist rund". Am Sonntag, dem 25. März 2007 fand nach über 50 ausverkauften und begeistert aufgenommenen Vorstellungen in Düsseldorf, Dortmund, Gelsenkirchen und sogar in Brasilien die letzte frei verkaufte Vorstellung unseres Lieblingsstücks statt. Das Junge Schauspielhaus hat damit gezeigt, wie unterhaltsam, witzig und leicht politisches Theater sein kann. Nach diesem Erfolg zum Thema Fairer Handel und dem möglichen Druck von Konzernen, plant das Team bereits das nächste nachhaltige Stück, dieses Mal vielleicht zum Klimawandel.FSC-Holz:
Düsseldorfer Fußgängerbrücken an Rhein, Düssel und anderen Gewässern sind aus FSC-Holz, so wie alle von der Stadt gekauften Tropenhölzer nach FSC zertifiziert sein müssen. Prominentes Beispiel ist die neue "living bridge" im Medienhafen. Informationen zum FSC-Holz gibt das Umweltamt, u. a. über das entsprechende Lokale Agenda Projekt 15 mit der Posterausstellung "Von Biedermännern und Brandstiftern". Auch der Düsseldorfer Stadtwald hat das FSC-Zertifikat und wird entsprechend nachhaltig bewirtschaftet. Düsseldorf fördert und fordert nachhaltige Waldwirtschaft weltweit. Durch eigenes Handeln und Information an Dritte unterstützt die Stadt Düsseldorf eine Bewirtschaftung von Wäldern, in denen Menschen und Natur überleben könnten.faire Kamelle:
Düsseldorfer Karneval ist als fünfte Jahreszeit jährlicher Ausnahmezustand in der Stadt. Die Stadtwerke Düsseldorf sorgen dafür, dass auch außerhalb Deutschlands der Spaß an den "Kamellen" nicht ins Gegenteil verkehrt wird. Fair gehandeltes "Wurfmaterial" bereiten hier Genuss (wer will schon olle Kamelle?) und in den Ländern des Südens, in denen viele Rohstoffe dafür produziert werden, faire Löhne. In diesem Jahr wird es dafür vom Kölner (!) Verein "Jecke Fairsuchung" einen Preis dafür geben ... alles Weitere ist noch rheinisches Geheimnis.fairer Handel - ein Thema in Schulen:
Diverse Düsseldorfer Schulen greifen das Thema Handel und "fairer Handel" im Unterricht auf. Schülerinnen und Schüler werden aktiv, in dem sie z. B. fair gehandelte Produkte in Schülerläden verkaufen. Exemplarisch genannt sei hier der Eine Welt Laden des Geschwister Scholl Gymnasiums, den es seit über 10 Jahren gibt und der ein breit gefächertes Warenangebot bereit hält. Die großen Düsseldorfer Berufskollegs Max Weber und Walter Eucken macht sich für den Handel mit fairen Fußbällen stark. Immer wieder informieren sich Jahrgänge über (Sportartikel-)Produktionen in Ländern des Südens. Die Aktivitäten werden sowohl von engagierten Lehrerinnen und Lehrern als auch von "Fachleuten" außerhalb der Schule (z. B. dem Koordinator für Entwicklungspolitische Bildungsarbeit, Ladislav Ceki) durchgeführt. Auch weitere Schulen untersuchen in ihrem "Nachhaltigkeits-Audit an Schulen" Fragen, zu ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit. Sie analysieren den Ist-Zustand ihrer Schule, erarbeiten Handlungskonzepte, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Faire Handelsstrukturen sind dabei ein wichtiger Aspekt. Die neu gegründeten offenen Ganztagsgrundschulen spielen mit den fairen Düsseldorf Fußbällen usw.Weltläden, Aktionen, Gruppen ...
Düsseldorf ist eine Hochburg der Eine Welt Arbeit mit inzwischen über 160 aktiven Gruppen. Das Eine Welt Forum Düsseldorf e. V. vernetzt einen Großteil dieser Vereine, Zusammenschlüsse und Pfarrgemeinden effektiv. Viele beschäftigen sich mit Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Ländern des Südens und natürlich dem fairen Handel. In den Verkaufsstellen bieten sie nicht nur fair gehandelte Produkte, sondern viele auch Aktionen dazu an. Sowohl die vielen kleinen, ehrenamtlichen Gruppen als auch professionelle Eine Welt Läden gewährleisten ein flächendeckendes Angebot fair gehandelter Ware in der Stadt mit professioneller Beratung. Ergänzt wird dieses Angebot seit ein paar Monaten durch eine Beratung zu fairen und nachhaltige Geldanlagen. Darüber hinaus wird in Düsseldorf auch in größeren, Aufsehen erregenden Aktionen das Thema Eine Welt und fairer Handel in der Stadt präsentiert. Die 23. "Düsseldorfer Eine Welt Tage" haben mit rund 160 Veranstaltungen auch in diesem Jahr wieder Interessierte weiter informiert und viele "Neulinge" durch die Vielfalt der Veranstaltungen angesprochen.7,5 Cent pro Einwohner von der Stadt für Entwicklungszusammenarbeit:
Gute Aktivitäten kosten Geld, Geld das die Gruppen z. T. nicht selbst aufbringen können, trotz intensiver Bemühungen um Sponsoren, Eintritte etc. Die Stadt Düsseldorf gibt deshalb seit 2000 Geld für Maßnahmen zur Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Ansatz wurde in 2007 - nachdem das Land NRW sich komplett aus der Finanzierung zurückgezogen hat - auf 7,5 Cent je Einwohner um die Hälfte erhöht. Über die Vergabe der Gelder an die Gruppen entscheidet der Eine Welt Beirat; finanziert werden mit den 45.000 Euro u. a. Aktivitäten zur Förderung des Fairen Handels. Auch Projekte, die über das Leben der Menschen in anderen Ländern informieren, tragen dazu bei, die Notwendigkeit des fairen Handels zu verdeutlichen.
Diese vielfältigen Ansätze sollen möglichst breite Gruppen in der Bevölkerung zum fairen Handel ansprechen und über unterschiedliche Beweggründe zum Handeln motivieren. Damit soll der Absatz fairer Produkte - in ihrer gesamten Palette - gefördert und gefestigt werden. Fernziel (das möglichst bald erreicht werden soll!) sind weltweite Wirtschaftsstrukturen, über die überall faire Arbeitsbedingungen Bedingungen gewährleistet sind.
Schwerpunkt ist die breite und feste Verankerung des fairen Handels im Düsseldorfer Alltag. Dabei werden vielfältige Formen genutzt. Dieses ist nur möglich, da die Projekte von so vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Dies gilt für die Ehrenamtlichen und diejenigen, die im Rahmen ihres Berufes (LehrerInnen, MitarbeiterInnen der Verwaltung, Betrieben, Verbänden, Eine Welt Läden...) aktiv für den fairen Handel sind. Das Thema fairer Handel ist keine Eintagsfliege, sondern fest an vielen Punkten in der Gesellschaft verankert, nicht zuletzt der hohe Einsatz ehrenamtlicher Arbeit sorgt dafür. Aber auch das Beispiel der Stadt motiviert Menschen und Firmen ebenfalls fair zu handeln. Firmen gelingt es, sich über faire Projekte auf dem Markt als verantwortungsvoller Partner zu positionieren. Schulen haben erkannt, dass weltweite Zusammenhänge wichtige Lerninhalte sind. Schülerinnen und Schüler lernen an konkreten Themen aus dem Bereich des fairen Handels, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Handlungsmöglichkeiten daraus abzuleiten. Der "Kontakt" vieler Menschen zum fairen Handel wird dadurch erreicht; die sehr überdurchschnittlichen Wachstumsraten in diesem Wirtschaftszweig belegen, dass dieser Weg erfolgreich ist.

