Lokale Agenda 21 - Chronik
Mit Spaß bei der Agenda 21 dabei
aus: AGENDA 21 Nr.9 (10/2003)Ihr Interesse an den Themen der Agenda 21 ist groß, der Zeitraum eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) war allerdings für Aktionen zu kurz: Eine Gruppe von FÖJ-Absolventen aus dem gesamten Rheinland will sich und den nachfolgenden Jahrgang in den Agenda-Prozess der Landeshauptstadt einbringen. Auch eine Befragung von 130 Passanten in Düsseldorf und Essen gehörte zu den Aktivitäten.
"Im Erdkundeunterricht habe ich zum ersten Mal von der Agenda 21 gehört", erinnert sich die 18-jährige Kerstin Müller. Doch wie das Aktionsprogramm des Erdgipfels von Rio aus dem Jahr 1992 bei uns in die Tat umgesetzt werden könnte, hat sie im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) erfahren. Unter dem Dach des Landschaftsverbands Rheinland gehören fünf Seminare zum Jahresprogramm. In einem lernte Kerstin Müller die Düsseldorfer Agenda-Koordinatorin Ursula Keller als Referentin kennen. Keller ermunterte die Gruppe, selbst aktiv zu werden (siehe Agenda-Rundbrief 8).
Die 30 Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer sprachen sich spontan für eine Straßentheater-Aktion aus. "Wir wollten aber erst einmal herausfinden, welche Umweltthemen die Menschen am meisten interessieren", berichtet Sabine Stein (20), die das vergangene Jahr Umweltpädagogik im Grugapark Essen vermittelte. Sie und ihre FÖJ-Kolleginnen und Kollegen formulierten deshalb einen Fragenkatalog für eine Straßenbefragung. Am Düsseldorfer Rheinufer und in Essen interviewten sie im Mai und Juni 130 Passanten. Diese konnten die für sie drei wichtigsten Umweltthemen bennen.
Ergebnis: Die Müll-Vermeidung war für die Mehrheit der Befragten die wichtigste Aufgabe, auf die sie auch aktiv achten. Zweites großes Thema der Umfrage: Die Bürgerinnen und Bürger sprachen sich gegen Massentierhaltung und Tierversuche aus. Den Einsatz alternativer Energien setzten die Befragten auf Rang 3.
Da der Abfallbereich öfter im Blickpunkt steht, schlägt die FÖJ-Gruppe nun vor, "eine Straßentheater-Aktion zum Thema Tierversuche" zu starten. Und obwohl das Öko-Jahr für Sabine Stein und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Sommer 2003 endete, will sie ihre Nachfolger beim Landschaftsverband Rheinland sensibilisieren, das Agenda-Projekt in Kooperation mit Ursula Keller fortzuführen. Gleich beim ersten Seminartreff im Herbst, wollen die Aktiven die Neulinge informieren. Janka Kowalski (20), die ihre praktischen Erfahrungen im Naturschutzzentrum Eifel-Nettersheim sammelte, ermuntert die neuen FÖJ-Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Bei der Agenda-Arbeit berücksichtigt man nicht nur den Umweltschutz, sondern kümmert sich auch um soziale Aspekte. Das ist besser."
Obwohl die Absolventen des freiwilligen Öko-Jahrs in ihren Einsatzstellen sehr eingespannt waren und aus den unterschiedlichsten Orten des Rheinlands zu ihren Treffs anreisten, hoffen sie, dass ihre Nachfolger das Agenda-Projekt fortsetzen - vielleicht mit einer Aktion im Jahr 2004. Und da würden die Initiatoren natürlich auch gerne vorbeischauen.
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