Lokale Agenda 21 - Chronik
Lokale Agenda 21 Düsseldorf / Thema Mobilität
Anregungen aus dem Konzeptpapier des Wuppertal-Instituts "Perspektiven einer nachhaltigen Gestaltung der Olympischen Sommerspiele in Düsseldorf Rhein-Ruhr 2012"
Lokale Agenda Düsseldorf
Fachforum I "Arbeit und Wirtschaft"
Dr. Diana Hein
Vorlage für Agenda-Beirat am 03.06.2003
Im Diskussionspapier vom 14.04.2003 (s. Anlage) sind die grundlegenden Überlegungen zur Auseinandersetzung mit diesem Thema im Düsseldorfer Agenda-Prozess zusammengefasst. Hier werden konkrete Projektansätze aus der Olympiabewerbung dargestellt.
Die Bewerbung der Düsseldorf-Rhein-Ruhr-Region für die Olympiade 2012 hat sich an zentraler Stelle mit dem Thema Mobilität/Verkehr auseinandergesetzt.
Aus den Bewerbungsunterlagen wird deutlich, dass es offensichtlich gelungen ist, zielorientierte Kontakte z.B. zwischen den Verkehrsverbünden in der Region herzustellen. Das Konzept des Wuppertal-Institutes zur nachhaltigen Gestaltung der Olympiade bietet über den technischen Teil der Verkehrsplanung und -lenkung hinaus eine Reihe interessanter Ansätze, wie auch das Thema "eigene Mobilität" positiv befördert werden kann.
Wesentliche Vorschläge aus dem Konzeptpapier des Wuppertal-Institutes zu dieser Thematik, die für die Entwicklung von Projekten im Rahmen der LA 21 Düsseldorf geeignet scheinen, sind hier zusammengestellt:
- Ausbau des Radverkehrswegenetzes zur Förderung der "gesunden" Mobilität. Die Fahrradfahrt von Zuhause, den Bahnhöfen oder den Innenstädten hin zum Austragungsort könnte beispielsweise mit ermäßigten Eintrittspreisen, Freigetränken o. ä. attraktiver für den "Umstieg aufs Rad" werben.
- Call-a-bike-Aktionen für Fahrradvermietung, Fahrrad-Taxi etc. Attraktivität steigernd wären sicherlich auch Angebote, die eine Auswahl ab Radmodellen ermöglichen, wie bspw. Rikschas, Tandems, Hollandräder oder Mountainbikes. Durch "leih-und-dabei" könnte man zudem Fahrradstationen mit Leihfahrrädern an viel frequentierten Einrichtungen und auf dem Olympiagelände bereitstellen, so dass die Zuschauer ohne viel Aufwand individuell mobil sein könnten.
- Es sollten Verkehrsverhaltenskampagnen durchgeführt werden, die umfassendes Informationsmaterial bereitstellen, das allgemein die Auswirkungen von (Massen-)Verkehr und die möglichen Nutzungsformen der Verkehrsmittel des Umweltverbundes im Rahmen der Olympischen Spiele darstellt.
- An zentralen Orten sollen bereits frühzeitig Broschüren, Poster o.ä. der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, damit eine wirkliche Sensibilisierung in Bezug auf Verkehr und ressourcenschonendes Verhalten hergestellt werden kann. Dankbar wären dabei Informationen über pro und contra MIV vs ÖPNV, Auswirkungen des Verkehrs auf lange Sicht, Vorstellung des Nachhaltigkeitsansatzes oder umweltgerechtes Verkehrsverhalten.
- Durch die Aufstellung von Infotafeln über Konsequenzen des Verkehrsaufkommens insbesondere in Ballungsregionen wie dem Rhein-Ruhr-Gebiet, könnten Autofahrer direkt an den Autobahnraststätten und -höfen, an Bundesstraßen, Bahnhöfen oder städtischen Parkplätzen angesprochen werden.
- Durch die Einführung eine Öko-Booklets oder Öko-Kontos würden Verkehrsteilnehmer des Umweltverbundes „schwarz-auf-weiß” sehen können, wie viel Energie sie eingespart haben durch ihren umweltfreundlichen Umstieg. Durch die Sammlung von Marken/Punkten könnten ab einer bestimmten Höhe symbolische oder reelle Benefits für den Umweltschutz und für ein nachhaltiges Olympia gewährt werden (spezielle Anzeigetafeln an den Austragungsstätten, Baumpflanzaktionen, vergünstigte Tickets für die Teilnehmer).
Ersetzt man in diesen Vorschlägen das Wort Olympia durch z. B. Großereignis/Event lassen sich hieraus auch allgemeingültige Vorschläge ableiten. Anknüpfungspunkte zu bestehenden und geplanten Agenda-Projekten sind gegeben.
Weitere Anknüpfungspunkte z. B. zum Programm des MVEL (Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW) zur Attraktivitätssteigerung des Radverkehr sind denkbar.
Eine breitere Diskussion könnte - neben der forenübergreifenden Arbeitsgruppe - sowohl am Agenda-Tag als auch im Rahmen der Veranstaltungen zur "europäischen Mobilitätswoche" stattfinden.
Fachforum I "Arbeit und Wirtschaft"
Dr. Diana Hein
Diskussionspapier "Lokale Agenda 21 Düsseldorf /Thema Mobilität"
-Stand: 14.04.2003-
Was gibt es schon?
Das Thema Mobilität ist im Rahmen des Düsseldorfer LA 21 - Prozesses bisher an verschiedenen Stellen und mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten behandelt worden:
- Agenda-Projekt Nr. 7: Ausbau des Radwegenetzes in Düsseldorf
- Agenda-Projekt Nr. 12: City-Bike
- Agenda-Projekt Nr. 14: Einrichtung eines Mobilitätszentrums
Neben diesen Projekten, bei denen das Thema schon im Projektnamen erkennbar ist, gibt es aber auch noch eine Reihe weiterer, die sich zumindest indirekt mit Mobilität beschäftigen:
- Agenda-Projekt Nr. 16 Öko-Audit an Schulen (Vorschläge zum Karolinger Platz)
- Agenda-Projekt Nr. 18 Kinderfreundlichkeit in Düsseldorf (mit dem Bereich "Kinder und Verkehr")
- Agenda-Projekt Nr. 25 Vision "Düsseldorfer Zukunftszentrum" am Bilker Bahnhof und dem umliegenden Gelände
Weiterhin gibt es erste Projektideen des ADFC zur "Fahrradtauglichkeit" von Schulwegen.
Diese Projekte sind unterschiedlich weit ausgearbeitet oder umgesetzt. Die Vielzahl der Projekte, die sich mit dem Thema Mobilität und Verkehr auseinandersetzen unterstreichen die Bedeutung dieses Themas für Düsseldorf.
Was hat die Olympia-Bewerbung damit zu tun?
Auch die Bewerbung der Düsseldorf-Rhein-Ruhr-Region für die Olympiade 2012 hat sich an zentraler Stelle mit dem Thema Mobilität/Verkehr auseinandergesetzt. Diese Bewerbungsunterlagen waren Anlass, das Thema im Agenda-Beirat im Sommer 2002 zu diskutieren. Hieraus bildete sich eine ad-hoc-AG, um Kooperationsmöglichkeiten auch mit der Olympia GmbH auszuloten. Im Februar 2003 fand ein Treffen bei der Olympia GmbH satt, bei dem die dortigen Verkehrsplanungen im Detail vorgestellt wurden.
Hierbei wurde deutlich, dass es für die Bewerbung offensichtlich gelungen ist, zielorientierte Kontakte z.B. zwischen den Verkehrsverbünden in der Region herzustellen. Das Konzept des Wuppertal-Institutes zur nachhaltigen Gestaltung der Olympiade bietet über den technischen Teil der Verkehrsplanung und -lenkung hinaus eine Reihe interessanter Ansätze, wie auch das Thema "eigene Mobilität" positiv befördert werden kann. Nicht zu vergessen natürlich auch die vielen Bekundungen der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Region zur Bedeutung der Nachhaltigkeit.
Wie soll es mit dem Thema Mobilität in der LA 21 in Düsseldorf weitergehen?
Diese Projekte und das damit bekundete große Interesse von vielen Agenda-AktivistInnen in Düsseldorf und den hervorragenden Informations- und Datengrundlagen, die im Rahmen der Olympiabewerbung zusammengetragen worden sind, sowie die Nachhaltigkeitsbekenntnisse aus Politik und Verwaltung können eine Basis sein, das Thema Mobilität innerhalb des Agenda-Prozesses neu aufzurollen.
Der Schwung aus der Olympiabewerbung sollte genutzt werden. Der Presse ist zu entnehmen, dass die Politik auch nach dem Scheitern der Bewerbung an den neuen Zusammenarbeitsformen in der Region festhalten wollen. - "Jetzt erst recht" - Da sollte die LA 21 nicht nachstehen.
Gesucht werden also "alte" und neue MitstreiterInnen, um forenübergreifend das Thema mit neuen Inhalten zu füllen oder bekannte Ansätze wieder aufzunehmen. Dabei sollte auch eine Zusammenarbeit mit benachbarten "Agenden" diskutiert werden.
Neugierig geworden?
Die AG trifft sich wieder am 14. Mai 2003, 17-19 Uhr, bei InWEnt (ehemals CDG), Wallstr. 30
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
| Anregungen, Kritik und Meinungen zu diesem Diskussionspapier, Ideen zum Thema sind willkommen: | |
| Dr. Diana Hein (FF I) diana.hein@munlv.nrw.de |
Tel. 0211.4 56 65 89 Fax 0211.4 56 64 17 |
| Ursula Keller (Agenda-Koordinatorin) ursula.keller@duesseldorf.de |
Tel. 0211.89-26809 Fax 0211.89-29451 |
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