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Aktuelle Themen:

Aquazoo Löbbecke Museum - Westdeutscher Entomologentag

Aquazoo/Löbbecke-Museum - Westdeutscher Entomologentag

24. Westdeutscher Entomologentag
19. und 20. November 2011

Zweitägige Tagung mit Vorträgen aus dem Gesamtgebiet der Entomologie und Arachnologie

Veranstalter

Aquazoo/Löbbecke-Museum
Entomologische Gesellschaft Düsseldorf gegr. 1866 e.V.


Hauptvorträge

Samstag, 19. November 2011

10.00 Uhr: Hartmut Roweck (Kiel):
Zum Faunenwandel in Nordeuropa am Beispiel der Groß- und Kleinschmetterlinge: Lebensraumveränderungen, "Klimawandel" oder mangelndes Wissen?

18.00 Uhr: Hansjörg Küster (Hannover):
Organismische Biologie und Naturkundemuseen - welche Zukunft haben sie?

Sonntag, 20. November 2011

9.30 Uhr: Robert R. Junker (Düsseldorf):
Janusköpfige Blütendüfte: Attraktiv für Bestäuber und abschreckend für Nektarräuber, Pollendiebe und Co.


Weitere Informationen




Tagungsleitung
Prof. Dr. Hartmut Greven
Dr. Silke Stoll
Insektarium
Aquazoo/Löbbecke-Museum
Kaiserswerther Str. 380
40200 Düsseldorf
Dr. Silke Stoll
Telefon
0211.89-96156
Telefax
0211.89-94493

Vortragszusammenfassungen WET 2011

Stefan Altmeyer (Köln):
Vorbereitung und Beginn einer Studie zu Papilio machaon

Eine umfangreiche Studie zu Papilio machaon ist in Planung. In der Studie soll unter anderem der Verlauf - auch zeitlich - des Entwicklungszyklus in allen Stadien statistisch relevant erfasst werden. Geschlechtsunterschiedliche Spezifika sollen dabei mit untersucht werden. Zur Vorbereitung der Studie wurden erste Freilanduntersuchungen zu Eiablage und Raupenvorkommen angestellt. Weiterhin wurden Untersuchungen zu Paarungsverhalten und Eiablage in Gefangenschaft, Toleranz der Raupen gegenüber wechselnden Futterpflanzen und Details zum Verhalten bei der Verpuppung durchgeführt. Im Vortrag wird der Inhalt der geplant Studie sowie die Ergebnisse der Voruntersuchung detailliert dargestellt.

Jessica Bossems, Tim Laussmann, Sabine Metzger, Klaus Lunau:
Einfluss visueller und taktiler Reize auf die Raupenfärbung von Saturnia pavonia (Lepidoptera: Saturniidae)

Die Raupen von Saturnia pavonia (Lepidoptera: Saturniidae) zeigen eine breite Variation bezüglich ihrer Segment- und Warzenfärbung. Die Spannbreite der Segmentfärbungen reicht von gelbgrün, über grasgrün mit querlaufenden Melaninbändern bis hin zu einer Schwarzfärbung. Auch die Färbung der Warzen ist variabel; es sind weiße, rosafarbene, violette, gelbe und orangefarbene Warzen bekannt. Aufgrund von Hinweisen in älterer Literatur vermuten wir, dass die in L4 und L5 auftretenden Farbvariationen durch Umweltfaktoren modifiziert werden. Der Einfluss zweier möglicher Faktoren, Licht verschiedener Wellenlänge, und (künstlich erzeugte) taktile Reize, wurden genauer getestet. Zusätzlich wurden Warzensekrete und Hämolymphe proteinanalytisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Licht, insbesondere im Wellenlängenbereich von 600 nm, die Warzenfärbung beeinflusst, wohingegen taktile Reizung keinen Einfluss auf die Raupenfärbung nimmt. Auch bei der Untersuchung der Warzensekrete zeigen sich Auffälligkeiten in der Zusammensetzung der Sekrete abhängig vom Versuchsansatz.

Andreas Burkart (Düsseldorf):
Auf Bienenjagd mit dem Smartphone - bioakustische Studien an pollensammelnden Bienen

Zahlreiche Bienen vibrieren Blüten mithilfe der Flugmuskulatur, um Pollen zu ernten, insbesondere bei Blütenpflanzen, die ihren Pollen in poriziden Antheren verbergen. Während eines Aufenhaltes in Brasilien wurde das dabei entstehende typische Geräusch (Buzzing) für zahlreiche Bienenarten mit Hilfe einer neuartigen Methode aufgenommen und vergleichend analysiert. Das sensible Mikrofon eines Smartphones wurde für Aufnahmen im Feld verwendet, die im Anschluss durch Algorithmen aus der Computerlinguistik interpretiert wurden, um Charakteristika der Vibrationen zu untersuchen. Durch diese Methode konnten auf einfache Weise interessante Zusammenhänge in den Frequenzen gefunden werden, die Bienen während des Sammelns von Pollen nutzen.

Klaus-Jürgen Conze (Anröchte):
Zur aktuellen Situation der Libellenfauna und der Libellenkunde in NRW

Seit 1996 hat der Arbeitskreis zur Kartierung und zum Schutz der Libellen in Nordrhein-Westfalen (kurz: AK Libellen NRW) umfassend die Daten zu dieser Insektengruppe zusammengetragen. Dazu wurde die verfügbare Literatur (mehr als 200 Artikel / Veröffentlichungen) ausgewertet. und von ca. 150 Personen wurden in den vergangenen 15 Jahren ca. 180.000 Datensätze zu konkreten Beobachtungen gemeldet. Diese auch im internationalen Vergleich große Datenbank ist die Grundlage für einen nun kurz vor der Publikation stehenden Verbreitungsatlas sowie eine aktuell erarbeitete und im internet verfügbare neue Rote Liste. Auch zur Beurteilung des Erhaltungszustands so genannter planungsrelevanter Libellenarten wird die herangezogen. Die Daten sind auch über das Fundortkataster der LANUV allgemein für den Naturschutz nutzbar und sie gehen auch in übergeordnete Atlasprojekte für Deutschland und Europa ein. Von den ca. 140 in Europa bekannten Arten sind bislang 81 in Deutschland festgestellt worden. In Nordrhein-Westfalen sind bislang 73 Arten beobachtet worden von denen ca. 63 als etabliert, d.h. regelmäßig und reproduktiv vorkommend gelten. Eine Art gilt zur Zeit als ausgestorben wobei allerdings gerade in den vergangenen Jahren mehrere Arten seit langer Zeit wieder neu im Bundesland dokumentiert werden konnten. Insgesamt verdeutlicht die nun über 15 Jahre laufende Kartierung die große Dynamik bei den hochmobilen Libellen, die aber auch durch Effekte des Klimawandels und der Landschaftsveränderung verstärkt wird. Während die Gilde der Fließgewässerarten deutlich positive Bestandsveränderungen zeigt, sind die Arten der Moore bzw. die Spezialisten eher nährstoffarmer Gewässer überproportional gefährdet. Der Vortrag bietet einen Überblick über die Aktivitäten des AK Libellen NRW und zeigt an Beispielen die aktuelle Situation der Libellen im Land auf.

Katharina J. Filz (Trier):
Populationsdynamik von Tagfaltern in Reaktion auf regionale Klima- und Landnutzungsveränderungen - eine Herausforderung für den Naturschutz

Klima- und Landschaftsveränderungen haben großen Einfluss auf das Vorkommen und die Diversität von Tagfaltern in Kulturlandschaften. In Europa sind während des vergangenen Jahrhunderts starke Rückgänge im Bereich dieser Insektengruppe zu Verzeichnen gewesen. In der vorgestellten Studie wurden Veränderungen in der Artenzusammensetzung und Populationsstruktur von acht Tagfalterpopulationen im Trierer Raum zwischen 1973 und 2010 untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen starken Verlust an Arten und Individuen über den Untersuchungszeitraum. Habitatspezialisten sind dabei in besonderem Maß vom Rückgang betroffen. Zusätzlich sind deutliche Verschiebungen innerhalb der Populationsstrukturen zu beobachten. Es ist zu vermuten, dass die Gründe für die beobachteten Veränderungen in Klima- und Landnutzungsveränderungen zu finden sind. Im Zuge einer zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft, verliert die Kulturlandschaft vermehrt an Heterogenität und somit an passenden Habitaten für Tagfalter. Der Verlust sowie die zunehmende Fragmentierung naturnaher und strukturreicher Flächen betreffen besonders standorttreue Arten mit hohen Habitat- und Flächenansprüchen. Darüber hinaus zeigen Veränderungen in Temperatur und Niederschlagsereignissen einen negativen Einfluss auf Arten mit geringer klimatischer Toleranz. Erhöhte Jahresmitteltemperaturen sowie längere Trockenperioden setzen hygrophile und kälte-adaptierte Arten unter Druck. Durch Landnutzung und Klima veränderte mikroklimatische Bedingungen auf den Untersuchungsflächen führen außerdem zu Rückgängen bei thermophilen Spezialisten. Die Ergebnisse zeigen, dass ohne entsprechende Managementmaßnahmen, unter dem kombinierten Einfluss von Klima- und Landnutzungsveränderungen langfristig eine Dominanz von Generalisten und ein Verlust seltener, spezialisierter Arten in der Kulturlandschaft zu erwarten ist.

Diana Goertzen (Herten):
Libellen und Großstädte - was beeinflusst Vorkommen und Diversität?

Besonders im dicht besiedelten Mitteleuropa hat die Urbanisierung zu einer nachhaltigen Veränderung der natürlichen Landschaft geführt. Ursprüngliche Lebensräume wurden durch menschliche Nutzung geprägt und verändert. Dass diese Veränderungen vielfältige Auswirkungen auf die Biodiversität haben, ist mittlerweile für eine Vielzahl von Taxa dokumentiert. Auch für Libellen ist bekannt, dass ein Großteil der Arten städtische Lebensräume besiedelt. Doch welche Auswirkungen hat die Urbanisierung auf die Artenvielfalt von Libellen? Was beeinflusst das Vorkommen von Libellen in Großstädten? Und welche Möglichkeiten gibt es, Libellen in urbanen Lebensräumen zu fördern? Dieser Vortrag beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen dem städtischen Wirkungsgefüge und der Diversität von Libellen und versucht die vorangegangenen Fragen zu beantworten.

Jan C. Habel und Marc Meyer:
Out of Africa - die biogeographische Bedeutung des Maghreb am Beispiel von Invertebraten

Bereits Gustaf de Lattin wies in seinem "Grundriss der Zoogeographie" 1967 auf die Sonderstellung des Maghreb und seine Rolle als Refugialraum für westpaläarktische Organismen hin. Es folgten zahlreiche Studien auf Basis genetischer Informationen die aufzeigten, dass thermophile Arten die Glaziale in Rückzugsräumen des Mediterrangebietes überdauerten; hierbei wurde Nord Afrika bislang nur geringe Bedeutung geschenkt. Umfangreiche Studien an Schmetterlingsarten und weiteren Invertebraten bestätigen die außergewönliche Rolle des Maghreb als Diversivikationszentrum und Refugium zahlreicher Organismen der Paläartkis und Äthiopis.

Carsten Heinecke (Oldenburg):
Küstenschmetterlinge Niedersachsens - Kurzvorstellung aktuell nachgewiesener Arten (Makrolepidoptera i. w. S.)

Seit 2008 wird die Küstenregion Niedersachsens (schwerpunktmäßig die Ostfriesischen Inseln) umfassend hinsichtlich ihrer Schmetterlingsvorkommen (Makrolepidoptera) untersucht. Aus der Gruppe der über 400 von den Ostfriesischen Inseln bekannten Arten werden einige Schmetterlinge vorgestellt, die typisch für Küstenlebensräume sind. Hierbei handelt es sich sowohl um halotopobionte Küstenschmetterlinge als auch um Arten, welche die Ostfriesischen Inseln aufgrund der allgemeinen Lebensraumzerstörung als Refugium nutzen.

Klaus Cölln & Andrea Jakubzik:
Bedeutung einer Lavagrube für die Diversität der Wespen- und Bienenfauna eines Landschaftskomplexes in der Eifel

Im südlichen Bereich der Gemeinde Strohn in der Eifel wurden um den Wartgesberg eine seit Jahren betriebene Lavagrube und deren waldreiches Umfeld auf Wespen und Bienen untersucht. Dabei wurden 89 Spezies dokumentiert, die den Familien der Tiphiidae (1), der Vespidae (10), der Sphecidae (13) und der Apidae (65) zuzuordnen sind. Getrennt erfasst wurden einerseits die im Untersuchungsraum vorherrschenden Wald(innen)ränder und andererseits die durch den Lavaabbau entstehenden Rohböden und Ruderalflächen. Dabei resultierten für die Wald(innen)ränder insgesamt 53 Spezies und für die Lavagrube 69. Eine genauere Analyse ergab, dass 40 % der Gesamtartenzahl allein auf die Abgrabung entfielen. Gleichzeitig gab es hier die meisten Arten der Roten Listen, worunter auch diejenigen mit den höchsten Gefährdungskategorien waren. Als bemerkenswert sind die Nachweise der Blattschneiderbiene Megachile lagopoda und der Fliegenspießwespe Oxybelus mucronatus herauszustellen. Erstere ist neu für die Eifel, letztere neu für das Bundesland Rheinland-Pfalz. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Fauna beider Teilräume dieser Untersuchung jeweils auch Requisiten des Nachbarraumes in Anspruch nimmt. Die Bedeutung dieses Befundes wird diskutiert. Außerdem werden Empfehlungen für die Gestaltung der Lavagrube nach der Auflassung gegeben.

Sabine Konzmann und Klaus Lunau:
Nektar oder Pollen? Verhaltensentscheidungen fouragierender Hummeln an künstlichen Blumenwiesen

Fouragierende Hummeln müssen beim Blütenbesuch die Entscheidung treffen, ob sie Nektar oder Pollen sammeln. Es ist bekannt, dass Hummeln Nektar nach seiner Konzentration bewerten, dagegen nicht ob und wie Hummeln Pollen wählen. Um den Einfluss der Qualität des Nahrungsangebotes auf die Wahlentscheidung zu prüfen, wurden an einer künstlichen "Blumenwiese" Blütenattrappen mit Zuckerwasser als Belohnung (Zuckerwasser in verschiedenen Verdünnungen) und Blütenattrappen mit Pollen als Belohnung (natürlicher Pollen in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit Glaspulver) angeboten. Sammlerinnen der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) konnten jeweils zwischen 2 Typen von Blütenattrappen wählen, auf denen Zuckerwasser in einer bestimmten Verdünnung und Pollen in einem bestimmten Mischungsverhältnis angeboten wurden. Hummeln bevorzugten sowohl höhere Zuckerkonzentrationen als auch pollenreichere Pollenmischungen.

Werner Kunz (Düsseldorf):
Genetische Distanz und Artabgrenzung - welchen Erkenntnisgewinn bringt der "Barcode"?

Arten können phylogenetisch sehr jung, aber auch sehr alt sein. Da der Großteil der Gene nichts mit der Erhaltung artspezifischer Merkmale zu tun hat, sind sich die Individuen junger Arten immer genetisch sehr ähnlich, während alte Arten aus genetisch sehr unterschiedlichen Individuen bestehen können. Wie kann man von den Unterschieden in den Barcode-DNA-Sequenzen auf Artunterschiede schließen?

Hansjörg Küster (Hannover):
Organismische Biologie und Naturkundemuseen - welche Zukunft haben sie?

In dem Bemühen um exakte Grundlagen hat sich die Biologe in den letzten Jahren immer stärker den molekularen Grundlagen des Lebens zugewandt. Dies ist aus vielen Gründen notwendig, unter anderem wegen der Fortschritte, die im Bereich der medizinischen Biologie erzielt werden sollen. Doch Biologie lässt sich nur dann erfolgreich betreiben, wenn man alle ihre Ebenen betrachtet: Moleküle, Zellen, Gewebe, Organe, Organismen, Lebensgemeinschaften. Alle Eigenschaften eines Organismus, auch die zellulären und molekularen, haben nur deswegen Bestand, weil sie dessen Überleben im Ökosystem ermöglicht haben und weiterhin ermöglichen. Es ist also unmöglich, Biologie lediglich auf molekularer Ebene zu betreiben. Je umfassender die betrachteten biologischen Systeme sind, desto weniger können sie experimentell untersucht werden. Aber Kenntnisse über diese Systeme werden gebraucht, um das Leben und einzelne Lebewesen immer besser erkennen zu können. Eine moderne Biologie braucht alle Kenntnisse von allen Systemebenen, wobei die unteren Ebenen eher durch Experimente, die oberen eher durch Beobachtung erfasst werden können. Es gibt immer diese beiden Zugänge zur Biologie, und im Zentrum des organismischen und ökosystemaren Zuganges steht nicht das Experiment. Das Problem dabei ist, dass viele meinen, damit gehörten diese Zugänge nicht zu einer modernen Naturwissenschaft. Auf der anderen Seite sind sie für ein erfolgreiches Handeln in der Biologe unerlässlich, und dies müsste doch zentrales Interesse dieses Faches sein. Organismische Biologe wird an den Universitäten abgebaut, und viele Naturkundemuseen oder naturkundliche Abteilungen von Museen werden personell und finanziell nicht so ausgestattet, wie dies notwendig wäre. In dieser Lage hilft das Klagen über die missliche Situation kaum weiter. Eine Möglichkeit, einen Neuaufbruch zu wagen, könnte darin bestehen, klarere Allianzen zwischen Museen und Universitäten zu schmieden: Museen bekommen Studierende als Mitarbeiter, und Universitäten erhalten die Möglichkeit, ihren Studierenden attraktive Praktikumsplätze anzubieten. Gemeinsame Projekte werden gebraucht, Zeitschriften, die nicht nur auf die Publikation experimenteller Beiträge zur Biologie Wert legen, müssen gestützt oder sogar neu gegründet werden. Das immense Wissen aus deutschsprachigen Zeitschriften des 19. und 20. Jahrhunderts muss "gehoben" werden, etwa durch die Anlage neuer Datenbanken und die Erstellung von englischsprachigen Abstracts zu diesen Artikeln. Die Dominanz von Englisch als Wissenschaftssprache, an der keineswegs gerüttelt werden soll, hängt weitgehend damit zusammen, dass englischsprachige Literatur erheblich besser in Datenbanken vertreten ist als die Literatur jeder anderen Sprache. Wichtig ist es, dass die Organismische Biologie eine klare Linie verfolgt - als eine Biologie, deren Zentrum nicht im Experiment zu sehen ist; vielmehr muss immer wieder betont werden, dass man Organismen und Ökosysteme auf andere Weise kennenlernt. Die Biologie ist daher eine "andere Naturwissenschaft", die sich nicht so stark wie andere Disziplinen auf allgemein gültige, sondern stets sehr spezielle Grundlagen zurückführen lässt. Nur eine Biologie, die das erkennt, wird Zukunft haben.

Tim Laussmann und Sabine Metzger:
Beobachtungen zur Biologie von Saturnia pavonia (Lepidoptera, Saturniidae)

Das Kleine Nachtpfauenauge wird von Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal seit 2004 durchgehend gezüchtet. Die Eier werden insbesondere an Schulen und Kindergärten zu Zuchtzwecken als Anschauungsmaterial für den Sachkunde- bzw. Biologieunterricht abgegeben. Durch intensive Beobachtung der Tiere konnten einige Erkenntnisse gewonnen werden, die in dem Vortrag vorgestellt werden sollen. Überliegende Puppen: Es ist seit langem bekannt, dass meist einige Puppen einer Zucht nicht unmittelbar im Folgejahr den Falter entlassen, sondern ein weiteres Jahr oder sogar mehrere Jahre "überliegen". Für dieses Phänomen sind mehrere Erklärungen denkbar: Eine genetische Veranlagung, der Ernährungszustand der Raupen, die Nahrung der Raupen, die Dauer oder die Qualität des Winters oder andere Umwelteinflüsse während der Raupen- und Puppenentwicklung (z.B. die Tageslänge). Beobachtungen und Experimente zur Klärung dieser Frage deuten darauf hin, dass die Veranlagung zum "Überliegen" bereits vor der Überwinterung besteht. Dabei scheinen eine einfache genetische Disposition, der Ernährungszustand der Raupen, die Nahrung der Raupen und die Dauer oder Qualität des Winters keine wesentliche Rolle zu spielen. Steuerung der Schlupfzeit: Durch Experimente mit künstlicher Beleuchtung während der Schlupfzeit der Falter konnte gezeigt werden, dass das Licht eine wesentliche Rolle bei der Steuerung der Schlupfzeit spielt. So schlüpfen die männlichen Falter 2 bis 4 Stunden nach dem Anschalten des Lichts, die Weibchen 2 bis 6 Stunden nach dem Anschalten des Lichts. Der Unterschied in der Schlupfzeit zwischen Männchen und Weibchen ist statistisch signifikant. Zusammensetzung der "Falterspucke": Die Falter geben beim Schlüpfen ein farbloses Sekret aus der Mundöffnung ab. Solche Sekrete sind auch z.B. von Bombyx mori (Lepidoptera, Bombycidae) aus der Fachliteratur bekannt. Im Falle von Bomyx mori besteht das Sekret laut Literatur aus einer wässrigen Lösung von Hydrogencarbonat, in der ein zuvor ausgeschiedenes proteolytisches Enzym ("Cocoonase") aufgenommen wird. Die Untersuchung des Sekrets von Saturnis pavonia hat ergeben, dass es sich ebenfalls um eine Lösung von Hydrogencarbonat handelt. Es konnte jedoch bisher kein dem Enzym "Cocoonase" vergleichbares Protein nachgewiesen werden. Vererbung der Warzenfärbung: Üblicherweise haben die Raupen von Saturnia pavonia im letzten Stadium (L5) Warzen, die in der Färbung zwischen gelb und tief orange variieren. Im Jahr 2010 traten nach der Einkreuzung von Freilandmännchen erstmals Raupen mit auffällig rosafarbenen Warzen auf. Diese Warzenfärbung wird insbesondere in der historischen Literatur gelegentlich erwähnt. Auch im Internet konnten einige Bilder solcher Raupen gefunden werden. Drei Kokons von Raupen mit rosafarbenen Warzen (zwei Weibchen, ein Männchen) wurden markiert. Das eine Weibchen wurde 2011 mit dem Männchen verpaart. Aus dieser Paarung entstanden 100 Raupen mit rosafarbenen Warzen und 35 Raupen mit orangefarbenen Warzen (Verhältnis ca. 3 zu 1). Das andere Weibchen wurde mit einem Freiland-Männchen verpaart. Aus dieser Paarung entstanden 43 Raupen mit rosafarbenen Warzen und 45 Raupen mit orangefarbenen Warzen (Verhältnis ca. 1 zu 1). Diese Ergebnisse könnten auf einen klassischen dominant-rezessiven Erbgang mit dem dominanten Merkmal "rosafarbene Warzen" hindeuten, welcher durch weitere Kreuzungsexperimente bestätigt werden soll.

Detlef Mader (Walldorf):
Früher Massenflug von Mosel-Apollo und Hirschkäfer schon im Mai 2011

Im extrem trockenen und sonnigen Frühling 2011 hat es in März, April und Mai nur sehr wenig geregnet, und erst mit den Eisheiligen im Mai ist ein Umschlag zu wechselhaftem und unbeständigem Wetter in Juni, Juli und August erfolgt. Mosel-Apollo und Hirschkäfer haben den fundamentalen Umschwung von dem extrem trockenen und sonnigen Wetter in März, April und Mai zu dem wechselhaften und unbeständigen Wetter in Juni, Juli und August antizipiert und sind mit der ersten Phase des Schlüpfens und Ausfliegens der Imagines etwa einen Mondzyklus früher als üblich erschienen. Die Flugzeit von Mosel-Apollo und Hirschkäfer in 2011 hat aus jeweils vier Phasen des Herauskommens frischer Individuen bestanden, von denen die erste Phase bereits nach dem Neumond am 03.05.2011, die zweite Phase nach dem Vollmond am 17.05.2011, die dritte Phase vor dem Neumond am 01.06.2011 und die vierte Phase vor dem Vollmond am 15.06.2011 abgelaufen sind. Zu Beginn der dritten Phase des Erscheinens vor dem Neumond am 01.06.2011 hat ein ausgeprägter Massenflug stattgefunden, dessen Höhepunkt bei dem Mosel-Apollo am 25.05.2011 und bei dem Hirschkäfer am 29.05.2011 gewesen ist. Nach der Kulmination der Häufigkeitsverteilung von Mosel-Apollo und Hirschkäfer mit dem spektakulären Massenflug hat sich die Abundanz rasch verringert. Nach dem Vollmond am 15.06.2011 sind keine weiteren Exemplare von Mosel-Apollo und Hirschkäfer mehr geschlüpft und ausgeflogen, nach dem Neumond am 01.07.2011 hat das terminale Verschwinden der letzten Individuen begonnen, und um den Vollmond am 15.07.2011 sind die letzten Vertreter erloschen. Damit haben Mosel-Apollo und Hirschkäfer ihre Flugzeit gerade dann beendet, als die besonders ausgeprägte Julikälte mit reichhaltigen Niederschlägen angefangen hat. Die ersten und zweiten Phasen des Schlüpfens und Ausfliegens von Mosel-Apollo und Hirschkäfer hatten für Paarung und Eiablage noch die ausgezeichneten Bedingungen des extrem trockenen und sonnigen Frühlings zur Verfügung, wohingegen die dritten und vierten Phasen auch noch häufigere Schönwetteretappen zwischen den einzelnen Stadien der Eisheiligen und der Schafskälte ausnutzen konnten und mit Kopulation und Oviposition bereits fertig waren, als die besonders ausgedehnte Julikälte eingesetzt hat. Ebenso wie Mosel-Apollo und Hirschkäfer sind auch etliche andere Insekten in 2011 etwa einen Mondzyklus früher als in den meisten Jahren erschienen. Entsprechend des vorgezogenen Erscheinens um etwa einen Mondzyklus früher als normal und der Dauer der Imaginalzeit von etwa einem Mondzyklus bei denjenigen Insekten mit einer einphasigen Flugzeit sind viele Insekten in 2011 auch etwa einen Mondzyklus früher als üblich wieder verschwunden. Deshalb war in 2011 bei etlichen Insekten mit einphasiger Flugzeit die seltene Konstellation entwickelt, dass aufgrund des um jeweils etwa einen Mondzyklus vorgezogenen Erscheinens und Verschwindens in vielen Fällen das Erlöschen bereits zu einer Zeit eingetreten ist, zu der infolge der Prognose auf der Basis des Erscheinens in den zurückliegenden Jahren bei den betreffenden Insekten erst das Schlüpfen und Ausfliegen erwartet worden war.

Thomas Schmitt (Trier):
Von Genen, Formen und Arten - die Differenzierungsmuster in alpinen Mohrenfaltern

Die Mohrenfalter Erebia manto und Erebia epiphron/orientalis weisen aktuell stark disjunkte Verbreitungsgebiete auf. Diese sind Resultat einer langen Entwicklungsgeschichte mit wiederholten Arealdisruptionen und Fusionen. Hieraus ergibt sich in beiden Fällen ein hochkomplexes Bild genetischer Differenzierung, die in einigen Fällen sogar wohl bis zum Artstatus reichen.

Philip O. M. Steinhoff (Düsseldorf):
Libellen in Vietnam - ein Jahr im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Vietnam weist aufgrund seiner geografischen Lage und der Erstreckung über zwei Klimazonen eine hohe Biodiversität der Fauna und Flora und so auch der Odonata auf. Die Libellenfauna Vietnams ist trotz vermehrter odonatologischer Forschung in der jüngeren Vergangenheit, nur partiell erfasst. Über die Verbreitung der einzelnen Arten, sowie ihre Biologie und Ökologie ist noch annähernd nichts bekannt, es gibt nur äußerst wenige publizierte Arbeiten zum Thema. Von September 2010 bis August 2011 wurde in Zentral Vietnam, im Phong Nha - Ke Bang Nationalpark und der zugehörigen Pufferzone, die Libellenvorkommen erfasst. Die Untersuchung konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Odonata-Zönosen der unterschiedlichen Gewässertypen, sowie die Populationsgrößen im Vergleich. Das Spektrum der untersuchten Habitate kann als beispielhaft für die typischen Reproduktionsgewässer von Libellen in Vietnam angesehen werden. Die Artbestimmung muss in vielen Fällen über einen Abgleich mit den Erstbeschreibungen vorgenommen werden, da Bestimmungsliteratur, ganz zu schweigen von Bestimmungsschlüsseln, praktisch nicht vorhanden sind. Das Sammeln von Spezimen zur sicheren Artbestimmung, ist so sehr häufig notwendig zur sicheren Determination, allerdings erschwert die Rechtslage in Vietnam das Sammeln auch von Insekten enorm. Der Fotonachweis ist eine Alternative, häufig aber unzureichend, da viele Arten nur über die Genitalstrukturen zu bestimmen sind, von welchen ein Foto im Feld oft nicht machbar ist. Die Untersuchung der (insbesondere auch Larval-) Biologie und Ökologie der vietnamesischen Libellenarten wird empfohlen, verspricht sie doch in der Zukunft äußerst interessante neue Erkenntnisse für die Odonatologie einerseits und darüber hinaus für die ökologischen Zusammenhänge der bedrohten Lebensräume andererseits. Dies erstreckt sich von Arten der Libellulidae die ausschließlich an verschmutzten und/oder stark eutrophierten Gewässern anzutreffen sind, über potentielle Verdriftungs - Strategien einiger an Bergbächen beheimateten Arten, oder einem von der Regenzeit determinierten Reproduktionszyklus einiger Aeshniden in temporären Bachläufen, bis hin zu dem Mysterium der crepuscularen Arten. Mit der verstärkten Forschung in Vietnam in der Ordnung der Odonata, muss auch eine verstärkte Bemühung um den Schutz und die Erhaltung der Populationen einhergehen, vor allem vor dem Hintergrund der herausragenden Indikatorfunktionen insbesondere der Libellen. Deshalb sollte der Lebensraumschutz im Mittelpunkt der Bemühungen stehen- auch um die einzigartige Biodiversität der Libellen Vietnams zu bewahren.

Werner Topp (Bergisch Gladbach):
Unvorhersehbare Flutereignisse bestimmen die Käfer-Lebensgemeinschaften in der Laubstreu einer Hartholzaue

In einer isoliert gelegenen Hartholzaue, die an dem Lago Maggiore (Schweiz) angrenzt und unvorhersehbaren Flutereignissen ausgesetzt ist, wurde die Käferfauna der Bodenstreu untersucht. Insgesamt wurden 8.676 Individuen, die sich auf 196 Arten verteilten, eingesammelt und ausgewertet. Die Ausgangshypothese war, dass unvorhersehbare Flutereignisse, besonders im Frühjahr (Mai, Juni), für die Bodenfauna deutliche Störungen bedeuten, die sowohl die Artenvielfalt (?-Diversität) als auch die Besiedlungsdichte erniedrigen. Folgende Ergebnisse wurden erzielt: 1. Im Gegensatz zur Ausgangshypothese waren Artenvielfalt (?-Diversität) und Besiedlungsdichte auffallend hoch und vergleichbar mit Werten, wie sie aus Eichenstandorten in Urwäldern Mitteleuropas bekannt sind. 2. Die Hartholzaue wurde erfolgreich durch paludicole und ripicole Arten, insbesondere aus der Familie der Kurzflügler (Staphylinidae), besiedelt. Euryotope oder silvicole Arten waren selten. 3. Die ökologische Elastizität erwies sich als ein relativ schneller Prozess und hatte eine ausgeprägte räumliche Komponente. Diverse Vegetationsstrukturen ermöglichten Vertikaldispersion der Individuen. 4. Die Arten-Austauschrate (?-Diversität) nach Sommerüberflutungen war gering. 5. Die Arten-Austauschrate (?-Diversität) nach einer Winterüberflutung war hoch und wurde wesentlich durch Immigration zusätzlicher Arten im Frühjahr bedingt. 6. Unvorhersehbare Flutereignisse - auch während der Vegetationsperiode - sind natürliche Prozesse in der Dynamik von Ökosystemen. 7. Eine Vernetzung mit Wald-Ökosystemen oberhalb des Überflutungsbereichs dürfte lokal sowohl die Artenvielfalt als auch die Besiedlungsdichte erhöhen. 8. Erhöhte Niederschläge, wie sie für die Zukunft prognostiziert werden, dürften für die etablierten Käfer-Lebensgemeinschaften keine deutlichen Veränderungen bewirken.

Dietrich J. Werner (Köln):
Die Verbreitung von Eysarcoris venustissimus (Heteroptera: Pentatomidae) in Deutschland mit Angaben zu seiner Biologie

Das Vorkommen der holomediterranen bis eurosibirischen Art wird insgesamt vorgestellt und auf der Basis einer Nachweiskarte von Deutschland diskutiert. Hierzu dienen alle Funde aus der Literatur, Meldungen von Entomologen, Fotobelege aus dem Internet und eigene Nachweise. Es erfolgt die Abgrenzung gegen die ähnlich aussehende Schwesterart Eysarcoris aeneus. E. venustissimus lebt an feuchteren, meist schattigen Standorten vorwiegend auf Stachys-Arten und auf anderen Lamiaceae (Lippenblütengewächsen). Bezogen auf die Biologie werden Kopulation, Eiablage, fünf Larvenstadien und bisher bekannte Parasitoide vorgestellt.

Jula Werres (Bonn):
Tierische Besucher am Baum des Jahres 2011, der Elsbeere (Sorbus torminalis) - Vorstellung des Projekts sowie ein tieferer Einblick in die Artengemeinschaften der Blütenbesucher

Die Elsbeere (Sorbus torminalis) ist der Baum des Jahres 2011. Als selten gewordener Wildobstbaum ist die Elsbeere auf der Roten Liste Nordrhein-Westfalens als gefährdet eingestuft und aufgrund ihrer geringen Konkurrenzkraft, hier meist an nur xerothermen Standorten anzutreffen. Als Blütenressource in freier Landschaft bietet die Elsbeere einem breiten Spektrum an Insekten Nahrung. Einigen Arten dient sie während der Blüte auch als Rendezvous-Platz um Paarungspartner zu finden. In der Primärliteratur sind jedoch bislang keine präzisen Angaben zu den, von der Elsbeere profitierenden, und auf ihr lebenden Arten zu finden. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden im Frühjahr diesen Jahres Untersuchungen an den Ressourcen "Blätter" und "Blüten" begonnen, um deren Nutzung durch unterschiedliche Artengemeinschaften zu dokumentieren. Ergänzend hierzu wurde die Fortpflanzungs- und Blütenbiologie des Baums untersucht, um die Beziehungen zwischen Blütenbesuchern (Diptera, Coleoptera, Apidae, etc.) und der Elsbeere genauer zu erfassen. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Abundanz und des Verhaltens unterschiedlicher Blütenbesucher dargestellt - auch im Hinblick auf die Bestäubung der als selbstinkompatibel geltenden Elsbeere.

Waltraud Wetzel, Andreas Floren, K. Eduard Linsenmair:
Einfluss von Waldtyp und Nutzungsintensität auf Insektengemeinschaften in Baumkronen

In den Biodiversitätsexploratorien (www.biodiversity-exploratories.de) werden die Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Ökosystemfunktionen und Bewirtschaftungsintensität untersucht. In diesem Rahmen beschäftigen wir uns mit Arthropodengemeinschaften in Baumkronen. Im Juni 2010 wurde im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin auf 50 Versuchsflächen jeweils ein Baum mit natürlichem Pyrethrum als Insektizid benebelt. Wiederholungsbenebelungen wurden an jeweils neuen Individuen der gleichen Baumarten im August und Oktober durchgeführt um saisonale Veränderungen zu erfassen. Insgesamt wurden hierbei 144.853 Arthropoden gesammelt und auf Ordnungsniveau sortiert. In unserer Arbeit analysieren wir die Coleoptera (13.367 Individuen), Arachnida (6.917), Heteroptera (2.938) sowieTaxader Diptera (34.343) und Hymenoptera (24.071) in Hinblick auf die Unterschiede zwischen den Waldmanagementformen. Vorgestellt wird die Zusammensetzung der Arthropodengemeinschaften auf dem Ordnungsniveau. Bis auf Artniveau wurden bislang die Wanzen bestimmt (93 Arten). Auch dazu werden erste Ergebnisse vorgestellt.



Aquazoo-Löbbecke Museum - Westdeutscher Entomologentag

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10. Februar 2012 | 03:20 Uhr

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