Aquazoo Löbbecke Museum - Haltung und Zucht von Insekten
Kurzfühlerschrecken (Caelifera)

Singende Kurzfühlerschrecke
Kurzfühlerschrecken, auch Feldheuschrecken genannt, sind erkenntlich an der Länge ihrer Fühler, die die Körperlänge der Tiere nicht überschreiten und an den zu Sprungbeinen entwickelten Hinterbeinen. Viele Kurzfühlerschrecken sind zu Lautäußerungen (Stridulation) fähig. Dazu wird eine Schrillkante an der Innenseite der Hinterschenkel über eine Schrillader auf den Vorderflügeln bewegt. Die Hörorgane befinden sich, falls vorhanden, am ersten Hinterleibssegment. Weltweit sind etwa 10.000 verschiedene Arten bekannt. Sie ernähren sich überwiegend vegetarisch und lieben es warm und trocken.
Für die Haltung sollten die Temperaturen zumindest tagsüber deutlich über 25°C liegen. Geeignet sind Leuchtstrahler, unter denen sich die Tiere aufheizen können.
Zur Eiablage bohren die Weibchen ihren Hinterleib in das Bodensubstrat und versenken dort mehrere Eier, die von einem schaumigen, später erhärtendem Sekret umhüllt werden. Als Bodensubstrat eignet sich ein Torf/Sand Gemisch, welches leicht feucht gehalten wird und nicht austrocknen darf. Es sollte mindestens 10 cm hoch sein.

Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
Wanderheuschrecken können große Schwärme bilden und, besonders in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, großen Schaden anrichten. Sie sind gute Flieger und Springer.
Aufgrund ihrer kürzeren Entwicklungszeiten und starken Vermehrung werden die Wanderheuschrecken Locusta migratoria und Schistocerca gregaria als Futtertiere gezüchtet. Sie schlüpfen bereits nach 18 Tagen aus dem Ei und sind nach weiteren 5 Wochen ausgewachsen. Die Tiere werden mit gekeimtem Weizen oder Gras ernährt. Schistocerca gregaria benötigt außerdem Laubblätter, wobei sich Brombeerlaub bewährt hat. Beide Arten benötigen hohe Temperaturen für ihre Entwicklung (ca. 35°C, wobei die Nachttemperatur nicht unter 25°C sinken sollte).

Harlekinschrecke (Zonocerus variegatus)
Darüber hinaus werden zahlreiche, überwiegend sehr bunte Arten in Insektarien gehalten. Ein Beispiel hierfür ist die Schaumheuschrecke (Aularches milliaris). Auch die dekorative Harlekinschrecke (Zonocerus variegatus) aus Ostafrika kann problemlos über mehrere Generationen in großer Anzahl gezüchtet werden. Beide Arten haben eine Entwicklungsdauer von ca. 4 Monaten im Ei. Bis die Tiere ausgewachsen sind, vergehen noch einmal rund 4 Monate. Für die Ernährung in Gefangenschaft hat sich Brombeere bewährt.

Pferdekopfschrecke
Die auf Südamerika beschränkte Familie der Pferdekopfschrecken (Proscopiidae) erinnert von der Gestalt her an Stabschrecken. Die etwa 130 Arten erreichen Körperlängen bis 20 cm. Die zu Sprungbeinen entwickelten Hinterbeine zeigen ihre Zugehörigkeit zu den Heuschrecken. Auch sie versenken ihre Eier in den Boden, wobei der komplette Hinterleib bis zu den Hinterbeinen ins Erdreich eingeführt wird.
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