Aquazoo Löbbecke Museum - Haltung und Zucht von Insekten
Zweiflügler (Diptera)
Die Zweiflügler werden in zwei verschiedene Unterordnungen eingeteilt: Fliegen und Mücken.
Sie haben voll ausgebildete Vorderflügel, die Hinterflügel sind zu Schwingkölbchen reduziert.
Im Allgemeinen werden Fliegen als Futtertiere gezüchtet (Drosophilas und Stubenfliegen).
Besonderes Interesse gilt aber auch den Stielaugenfliegen (Diopsidae), die im tropischen Afrika und Asien beheimatet sind. Sie faszinieren durch ihre Augenstiele, die die Körpergröße der Fliegen erreichen und auch übertreffen können.
Unterbringung der Stielaugenfliegen
Für die Unterbringung der Fliegen eignet sich ein Glasterrarium mit einer Schiebetür an der Vorderseite. Es empfiehlt sich, statt der üblichen Glasscheibe einen Gazeeinsatz zum Schieben zu verwenden. Die Luft im Becken wird nicht stickig und es kommt nicht zur Schimmelbildung. Beleuchtet wird das Becken 12 Stunden am Tag mit einer Leuchtstoffröhre, die oben hinter dem Becken angebracht wird. Vor dem Hantieren am Becken wird zunächst die Raumbeleuchtung ausgeschaltet, die Fliegen fliegen zur Beckenbeleuchtung in den hinteren Teil und man kann das Terrarium vorsichtig öffnen, ohne dass Fliegen entweichen. Als Boden dient eine etwa 2cm hohe Vermiculiteschicht. Sie kann genügend Feuchtigkeit aufnehmen. Zur besseren Verdunstung ist es ratsam, eine kleine Heizmatte unter das Becken zu legen. Die Temperatur sollte zwischen 22°C und 26°C liegen. Die Vermiculiteschicht wird ständig feucht gehalten, außerdem wird täglich mit einem Zerstäuber in das Becken gesprüht.
Etwas erhöht wird den Fliegen zur Nahrungsaufnahme in Petrischalen je ein mit Zuckerwasser und aufgelöster Trockenhefe getränkter Wattepad angeboten.
Stielaugenfliegen lassen sich auf kleingeschnittenen Maispflanzen züchten. Vorzugsweise werden tiefgefrorene Pflanzen verwendet, da sich hierdurch das Einschleppen von Milben minimieren lässt. Die Schnipsel werden in warmem Wasser eingeweicht und anschließend in eine Plastikschale geschichtet. Sie sollen so nass sein, dass sich etwa 1cm Wasser am Boden sammelt. Etwas Trockenhefe wird auf die Oberfläche gestreut und anschließend mit Wasser besprüht. Die Fliegen werden sich dann bereitwilliger auf die Maisschnipsel setzen,an der Hefe saugen und mit der Eiablage beginnen. Den später schlüpfenden Larven bietet die Hefe ebenfalls Zusatznahrung.
Empfehlenswert ist es, die Schale mit einem Deckel abzudecken, der ein ausreichend großes Loch hat, durch das die Fliegen ungehindert auf das Substrat fliegen können. Der Deckel verhindert ein zu rasches Austrocknen des Substrates, welches aber trotzdem regelmäßig von oben mit Wasser besprüht werden muss.
Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von den Pflanzenstücken und kriechen auch durch die Stängel. Das Substrat muss feucht gehalten werden. Alle zwei Tage wird etwas in Wasser gelöste Trockenhefe über das Substrat geschüttet. Wenn die Flüssigkeit am Boden zu stinken anfängt, wird sie abgegossen und durch Wasser ersetzt. Die Larven verpuppen sich in den höheren Schichten.
Die Puppen können abgesammelt und bis zum Schlupf auf feuchten Wattepads aufbewahrt werden. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn Milben ins Substrat eingeschleppt wurden. Dann sollten die Puppen auch in einem Sieb mit Wasser gründlich abgespült werden.

Frisch geschlüpfte Stielaugenfliege
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Zucht von Stielaugenfliegen:

Stielaugenfliege

Zuchtkäfig

Hefelösung werden auf Wattepads geboten

Maisschnipsel werden eingeweicht

Hefe wird auf das Nährsubstrat gestreut

Eine Abdeckung mit Loch verringert die Austrocknung

Larven und Puppe der Stielaugenfliege

Puppen werden abgesammelt

