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Vom Gemüsevorort bis zum Regierungsviertel

Der Stadtbezirk 3 ist mit über 104.000 Einwohnern auf 24,2 Quadratkilometern der bevölkerungsreichste der insgesamt zehn Düsseldorfer Bezirke. Er setzt sich aus völlig unterschiedlich strukturierten Stadtteilen zusammen. Da sind zum einen die "Gemüsevororte" Flehe, Volmerswerth und Hamm, die sich ihren dörflichen Charakter erhalten haben und zum anderen die Stadtteile Bilk, Unter- und Oberbilk sowie die Friedrichstadt, deren Bild sowohl durch malerische Straßenzüge der Jahrhundertwende, als auch durch in den Himmel ragende Stahl-, Beton- und Glas-Fassaden bestimmt ist. Darüber hinaus gehören Stoffeln und somit die Heinrich-Heine-Universität und der Hafen zum Stadtbezirk 3.

Die ländlichen Bezirke wurden durch die Ausdehnung der Innenstadt bedrängt. Auf den Feldern pflanzen die Gemüsebauern mehr und mehr Blumen, ein Kompromiss, der aber auch zur Verschönerung des Ortsbildes beiträgt.

Bilk ist viel älter als die Stadt Düsseldorf. Ein fränkischer Ort namens Bilici taucht bereits in der Karolinger-Zeit (Ende 8. bis Mitte 10. Jahrhundert) auf. Eine historische Immobilienanzeige aus dem Jahre 799 belegt einen Landtausch zwischen Edelleuten in Bilk. Hierzu gehörten die drei Honschaften Arenbilk (dem jetzigen Oberbilk), Kirchbilk (rund um die Bilker Martinskirche, Düsseldorfs ältestem Gebäude) und Mühlhofen (die Siedlung um die Rompelsmühle). Seit 1384 gehört Bilk zu Düsseldorf.

In Urkunden aus dem Jahre 1395 ist sowohl von Oberbilk als auch von Arenbilk die Rede, nie jedoch von Unterbilk. Erst nach dem Bau des Bilker Bahnhofes taucht auf einer Karte aus dem Jahre 1891 plötzlich in feiner Schnörkelschrift der Name "Unterbilk" auf. Ein städtischer Beamter hatte einen neuen Stadtteil auf dem Papier geschaffen, der erst zu Beginn der 80er Jahre dieses Jahrhunderts durch das Sanierungskonzept "Modell Unterbilk" festgeschrieben wurde.

Doch Heimatfreunde wie Planer wissen: "Die Unterbilker fühlen sich als Bilker" So heißt der Park rund um den Rheinturm und den Landtag auch "Rheinpark Bilk". Der Park und eine behutsame Sanierung, die die gesunde Mischung von Wohnen und Arbeiten erhält, sollen den Stadtteil Bilk aufwerten. Die Bilker wünschen sich dort auch eine neue Sternwarte, die an vergangene Glanzzeiten erinnern soll. So entdeckte der Astronom Carl Theodor Robert Luther von der 1844 gegründeten Bilker Sternwarte aus zwei Dutzend Asteroiden, von denen sieben offiziell im Weltregister als Düsseldorfer Planeten aufgezeichnet sind.

Oberbilk fühlt sich mehr der Innenstadt als Bilk verbunden. Im 18. Jahrhundert röhrten dort noch die Hirsche und im 19. Jahrhundert bereits die Lokomotiven. Im Gleisdreieck Oberbilk siedelte sich mit Albert Poensgen (1808 bis 1880) die Industrie an. Das Ackerland wurde zum Arbeiterviertel.

Doch die Maschinen der Vereinigten Kesselwerke (VKW) laufen nicht mehr. Wie schon im Bereich des Internationalen Handelszentrums (IHZ) vollzieht sich hier ein Strukturwandel vom produzierenden zum Dienstleistungsgewerbe. Entlang der Werdener Straße sind Bürohäuser als Lärmriegel geplant. Daran soll sich ein Gewerbegebiet, Wohnhäuser und eine Sportanlage bis hin zur Rondsdorfer Straße anschließen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Werdener Straße ist durch die Fertigstellung des "Ost-West-Hauses" der erste Schritt zum "Internationalen Handelszentrum" gemacht worden. Aber auch hier werden Wohnungen entstehen.

Im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau ist die Rückseite des Düsseldorfer Hauptbahnhofes zur "City-Ost" ausgebaut worden.

Im Rahmen der Bundesgartenschau 1987 erhielt der Stadtteil ein großes Erholungsgebiet mit Parkanlagen und Kleingärten inmitten der Großstadt.

Für die "Bilker Heimatfreunde" gehört auch die Friedrichstadt zu Bilk. Sie ist durch ein Netz sich rechtwinklig kreuzender Straßen charakterisiert, wodurch einst diese sogenannte "Wallachei" im Zuge der Stadterweiterung von 1854 geordnet worden war. Noch um die Jahrhundertwende sprach man hier von Düsseldorfs "zufriedenem Süden". Die Friedrichstadt war eine bevorzugte Adresse höherer Beamter und wurde daher auch "Tintenviertel" genannt. Aber sie war auch ein Vergnügungs- und Theaterviertel. Der 1899 eröffnete Musentempel Apollo galt zu seiner Zeit als Deutschlands größtes und schönstes Varieté-Theater. Düsseldorfs Schauspielhaus feierte große Erfolge in kleinen Verhältnissen - darunter die Stroux-Inszenierungen im ehemaligen Operettenhaus an der Jahnstraße. Heute haben hier die "Kammerspiele" ihre Bühne.

Zum Rhein hin wird's ruhiger. Den beschaulichen Gemüsevorort Flehe brachte erst Düsseldorfs jüngster Brückenschlag schräg über den Strom, die "Fleher-Brücke", ins Gespräch. Das erstmals urkundlich im Jahre 1402 erwähnte Dörfchen Vle, Flee oder Vlye deuten die einen als "an der Strömung gelegen", andere lesen darin das Wort "Flüchten" im Sinne von Zuflucht.

Diese suchten hier die Volmerswerther, die nicht nur am Rhein, sondern auch von und mit ihm lebten. Nicht selten stand dieser ihnen bis zum Halse. Ursprünglich hat Volmerswerth wohl einmal auf der linken Rheinseite gelegen. Eine Flutkatastrophe trennte das Örtchen vom Festland und ließ es zum Werth (=Insel) werden, das es noch bis ins 12. Jahrhundert blieb. Für den jetzigen Namen soll ein Junker namens Volmer Pate gestanden haben.

Auch die Hammer "Kappesbuure", die längst Blumen und Feingemüse anbauen, mußten ihr fruchtbares Land gegen den Rheinstrom verteidigen. Eine "Villa Hamm", womit man dazumal noch einen Bauernhof bezeichnete, taucht schon in Urkunden aus den Jahren 793 und 875 auf. Hamm, das ist das stille Dorf hinterm Deich, in dessen gastlichen Wirtsstuben Goethe ebenso gerne einkehrte wie Düsseldorfs beliebter "Spitzbowepastor Jääsch". Die Hammer leben vom Gemüseanbau und von der Blumenpflanzung oder arbeiten im benachbarten Hafen.

Dieser wurde einst, nachdem "sechs Millionen guten Goldes" verbaut worden waren, am 30. Mai 1896 mit einem großen Fest bei Rheinsalm und Hummer eröffnet. Heute ist er eine "Drehscheibe des Verkehrs". Dort trifft der Rhein, als Wasserstraße ins In- und Ausland, auf hafeneigene Bahn- und Straßenanlagen. Auf der Lausward im Hafen entstand der erste öffentliche Golfplatz in Deutschland. Seit 1988 werden, mit dem Bezug des neuen Landtages, die Geschicke des Landes vom Düsseldorfer Hafen aus gelenkt. Außerdem entsteht hier seit der Ansiedlung des WDR und des Düsseldorfer Lokalsenders "Antenne Düsseldorf" ein Medienzentrum, in dessen Nachbarschaft weitere kreative Betriebe aus der Werbe- und Modebranche ihre Arbeit aufgenommen haben.


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