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Naherholungsschwerpunkt im Osten der Stadt

Ausgedehnte Wälder, weitläufige Felder und Wiesen, Düsseldorfs höchste Hügel - und nicht zuletzt das mittelalterliche Stadtbild Gerresheims prägen das Bild des Stadtbezirks 7 - hier hat die Stadt ihren größten Naherholungsreserven. Der Düsseldorfer Stadtwald, ein gesunder Mischwald, dient zwar in erster Linie der Erholung (zwei Millionen Besuchern machen jährlich Gebrauch davon), darüber hinaus hat er aber auch nicht zu unterschätzende Wasser-, Klima-, Sicht-, Immissions-, Lärm- und Bodenschutzfunktionen. In Grafenberg sprudelte einst sogar ein Gesundbrunnen, dessen heilbringende Wirkung auch Kurfüst Jan Wellem zu schätzen wusste. 2 000 Kannen voll Grafenberger Heilwasser schenkte er 1705 dem spanischen König.

Mit den Grafen von Berg, die mehr als sechs Jahrhunderte die Düsseldorfer Stadtgeschichte prägten, hat der Ortsname Grafenberg nun doch nichts zu tun. Ein weit Geringerer war hier der Namensgeber: ein am Fuße des bewaldeten Berges wohnender Holzgraf. Der übte immerhin auch ein wenig Macht aus, nämlich die Oberaufsicht im Wald.

Der bewaldete Höhenzug Grafenberg soll einst als germanische Kultstätte gedient haben. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein hieß er "Godesberch" (= Gottesberg) und war wohl dem Gott Wotan geweiht. "Am Fragenberg" gab es lange Zeit keine geschlossene Ortschaft. Hier, an der Straße nach Elberfeld, lagen lediglich einige Bauernhöfe, zu denen im 18. Jahrhundert, als Grafenberg erstmals als Ortsname erwähnt wurde, einige Wirtshäuser kamen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte der Flecken, der seit 1384 zu Düsseldorf gehört, knapp 150 Einwohner. Mehr kamen erst um die Jahrhundertwende mit der beginnenden Industrialisierung.

Das Herz des Stadtbezirks schlägt zweifellos im mittelalterlichen Kern von Gerresheim, im Schatten der 1236 geweihten Stiftskirche (750-Jahrfeier St. Margarete 1986), am Gerricusplatz, dem "Jirkespützke", wie ihn die Gerresheimer liebevoll nennen. Sie feierten bereits 1970 das 1100jährige ihres Örtchens, gestützt auf eine Urkunde aus dem Jahre 870. Mit der soll auf einer Kölner Synode das von dem fränkischen Adeligen Gerrich gegründete Kanonissenstift Gerresheim bestätigt worden sein. Danach wurde des frommen Edelherrn einzige Erbin, seine Tochter Regenbiert, die erste Äbtissin und der Herrenhof zur Zufluchtsstätte der höheren Töchter der Umgebung.

Rund ums Stift wuchs eine schmucke Siedlung und mit ihr die Bedeutung Gerresheims als Zoll- und Gerichtsstätte sowie als Marktflecken. Zeugnis hierfür ist das um 1182 erwähnte "Gerresheimer Maß", ein Hohlmaß für Getreide. Um 1390 wurde Gerresheim zur Stadt erhoben. Aus dieser Zeit stammt auch eine Münze mit der Inschrift "Moneta Gerishem".

Nach Aufhebung des Gerresheimer Stifts im Jahre 1803 sank der blühende Ort in die Bedeutungslosigkeit zurück. Mitentscheidend für sein Wiederaufleben war die Gründung der Gerresheimer Glashütte im Jahre 1864. Der Boden war billig, die Sandberge an der Düssel boten sich als Rohstoff an. Ferdinand Heye griff zu, investierte sein Erbteil in Gerresheim und baute die größte Flaschenhütte der Welt auf. Die zu seiner Zeit errichteten Arbeitersiedlungen stehen heute unter Denkmalschutz.

Erwähnt wird Gerresheim auch als Ort, in dem 1738 mit der letzten Hexenverbrennung der Hexenwahn am Niederrhein sein schauriges Ende gefunden hat. In unmittelbarer Nähe dieser Stätte wurde 1869 der ehemalige Pudlerhof als idealer Standort für eine neue Provinzial-Irrenanstalt ausgewählt, heute bekannt als moderne Psychiatrische Landesklinik mit dem geographisch nicht ganz richtigen Namen Grafenberg.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörten zur Bürgermeisterei Gerresheim noch Ludenberg, Morp und Vennhausen, auch Erkrath mit Unterbach, Dorp und Bruchhausen, insgesamt etwa 2 500 Einwohner. Bis 1851 verwaltete der Gerresheimer Bürgermeister auch noch Hubbelrath. 1852 erfolgte die Teilung Gerresheims in eine Stadt- und eine Landgemeinde. Zur letzten gehörte neben Ludenberg auch Erkrath, das aber um die Jahrhundertwende wieder ausschied. Danach führte die selbständige unabhängige Gemeinde Ludenberg mit einem eigenen Bürgermeister ein ruhiges Leben. Während Gerresheim in der Eingemeindung nach Düsseldorf im Jahre 1909 einen Segen sah, sträubte sich Ludenberg gegen die Großstadt.

Erst nachdem die Staatsregierung mit der zwangsweisen Eingliederung drohte, setzte sich Ludenbergs Bürgermeister mit seinem Düsseldorfer Kollegen zusammen und handelte mit ihm unter anderem noch einen Steuererlass aus. Düsseldorf schluckte die damals stark verschuldete Gemeinde.

Bei der letzten kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 teilte sich Düsseldorf das Amt Hubbelrath mit Ratingen und Mettmann und gewann knapp 14 Quadratkilometer Hubbelrath mit Knittkuhl.

Bereits 950 wird der Ort "Hupoldesrot" urkundlich erwähnt. Der Kölner Erzbischof schenkte ihn damals den Stiften Gerresheim und St. Ursula in Köln. Zu Beginn des 19. Jahrhundert, zur Zeit des Großherzogtums Berg, bestand die "Municipalität Hubbelrath", zu der viel die Honschaften Hubbelrath, Meyersberg, Metzhausen, Crumbach, Hasselbeck und Schwarzbach zählten. Sie nannte sich später Samtgemeinde und Bürgermeisterei, im 20. Jahrhundert dann Amt Hubbelrath.

Heute sind die Bezirkspolitiker bemüht, den Erholungswert des Stadtbezirks 7 nicht nur zu erhalten, sondern ihn noch zu erhöhen.

Hierzu gehört in erster Linie die Umgestaltung der Gerresheimer Altstadt zu einem Ortskern mit hoher Wohn- und Lebensqualität, mit Straßencafés fernab vom lärmenden Autoverkehr, mit beschaulichen Plätzen zum Verweilen.

Die Erhaltung des Rotthäuser- und Hubbelrather Bachtales mit ihren seltenen Vogelarten, aber auch die Schaffung neuen Wohnraums mit guter Infrastruktur und kostengünstige Mieten sind Aufgaben, die besonderer Anstrengung bedürfen.

Rad-, Wander- und Reitwege sind wichtige Bestandteile der aktiven Freizeitgestaltung. Sie auszubauen und zu ergänzen ist ein vorrangiges Ziel der Stadtteilpolitik. Der Umweltschutz ist ein Thema sicher weit über die Jahrtausendwende hinweg. Altlasten, Luftverschmutzung und Lärm sind Probleme, die dringender den je gelöst werden müssen.

Verkehrsberuhigung in Wohnstraßen, Schaffung neuer Kindergarten und -hortplätze, Freizeiteinrichtungen für Jugendliche und Senioren sind weitere Aufgaben, die in den nächsten Jahren zu verwirklichen sind.


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20. Sept. 2014 | 07:56 Uhr

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