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Der Sumpf, in dem die Ritter hausten

Eller, mit seinem alten, wieder herausgeputzen Rathaus "Regierungssitz" des Stadtbezirks 8, hat eine sagenhafte Vergangenheit: Das war einmal ein starkes, mächtiges und in der Chronik als sehr eigenwillig charakterisiertes Rittergeschlechte, die Herren von Eller. Von ihren Heldentaten kündeten die Urkunden bereits 1152. Die edlen Ritter lebten in einer großen Wasserburg, von der aus sie ihren ausgedehnten Waldbesitz gut unter Kontrolle hatten. Ein Ludwig von Eller wird in der Düsseldorfer Stadterhebungsurkunde von 1288 genannt. Die Eller Ritter genossen Ansehen und Reichtum bis ins 15. Jahrhundert. Herzog Adolf eroberte 1424 mit Waffengewalt ihr Schloß. In der Folgezeit sanken die edlen Ritter in den einfachen Stand herzöglicher Vasallen. Häufige Erbteilungen schmälerten Wohlstand und Bedeutung. Im 18. Jahrhundert war das Schloss Amtswohnung eines Oberjägermeisters, im 19. Jahrhundert zog ein einfacher Revierförster ein. Die Besitzer wechselten oft. 1938 erwarb die Stadt Düsseldorf das Eller Schloss. Und seit 1970 wandeln hier wieder schöne junge Damen in edlen Roben: Im ehemaligen Herrenhaus residiert die Modeschule Düsseldorf. Und die hat, wie einst die Ritter, einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Eller, früher auch als Elner, Elnere, Ellener oder Helnere aufgezeichnet, bedeutet "Weide am Sumpf". Sprachforscher entdeckten im Ortsnamen auch das germanische Alino (= gekrümmt), das sich auf den ursprünglich krummen Verlauf des heutigen Eselsbaches am Eller Schloss beziehen könnte. Um die Jahrhundertwende, als der Eller Forst noch "bis an die Haustüren" wuchs und in seinem Sumpf noch Orchideen blühten, war Eller mit seien gepflegten Gartenlokalen ein beliebtes Ausflugsziel der Düsseldorfer. Wenn hier große Hochzeiten gefeiert wurden, standen die Equipagen bis zum Schloss.

Die Eller Bürger, die einst zum Amt Mettmann, später zur Gemeinde Hilden zählten, fühlten sich immer mehr dem Bergischen Land als der rheinischen Großstadt verbunden. Dennoch ließen sie sich 1909 willig von Düsseldorf eingemeinden, denn sie konnten ihre mit wachsender Industrie und Bevölkerungszahl entstandenen Probleme allein nicht mehr lösen.

Im Schatten schöner alter Bäume, überragt vom mächtigen Bau der Gertrudiskirche, hat der Stadtteil heute noch sein eigenes Zentrum mit dem Markt im Mittelpunkt.

Lierenfeld (als Lereveld, Leirveld, Lyrveld oder Lirrenfeld - Sumpffeld aufgezeichnet) gehört als ehemaliger Teil der Honschaft Oberbilk bereits seit 1384 zu Düsseldorf. Umfangreiche Waldungen, Ausdehnungen des Bilker Buschs, vereinzelte Höfe, manchem noch als Eierhöfe bekannt, prägten lange Zeit das Ortsbild. Später kamen die Ziegeleien hinzu, mit denen sich das Bauern- allmählich zum Arbeiterviertel wandelte. Das Verhältnis von Industrie- und Wohnbebauung beträgt hier heute etwa 2:1. Der Ausländeranteil liegt mit über zwanzig Prozent doppelt so hoch wie in der Gesamtstadt. So steht auch ganz oben auf der Lierenfelder Wunsch- und Planungsliste der Ortspolitiker das "konfliktfreie Nebeneinander von Wohnen und Industrie". Stadt und Bürger haben in den letzten Jahren in Einzelinitiativen dafür gesorgt, daß es auch ein schöneres Wohnen wird. Beispiel dafür ist die in den 20er Jahren zur Gesolei gebaute Siedlung Heimgarten, ein Dorf im Dorf, das sich mit neuem "Make-up" in frisch-fröhlichen Farben präsentiert.

"Wir wohnen in Gerresheim", behaupten auch heute noch manchen Vennhauser in Erinnerung an die Zugehörigkeit zur ehemaligen Bürgermeisterei Gerresheim. Die brachte bei ihrer Eingemeindung im Jahre 1909 nicht nur ihren Ortsteil Torfbruch mit, sondern auch ein ordentliches Stück Sumpf: Vennhausen (Fehn, Veen, Venn "sumpfiges Gelände"). Dort gab es aber auch guten Ackerboden. An die ehemaligen Vennhauser Höfe erinnern heute noch Straßennamen wie Tannenhofweg, Kamper Weg, In den Kötten, Stockgartenfeld. Hier waren es keine hohen Herren und Schlossbesitzer, sondern die Siedler der 30er Jahre unseres Jahrhunderts, die dem Stadtteil seine Geschichte gaben. "Sumpfiges Gelände mit hohen Disteln und Brennesseln, wo sich nur unzählige Mücken wohlfühlen" lautet eine Baulandbeschreibung aus dieser Zeit. Die Düssel wird als stinkender Graben bezeichnet. Spaten für Spaten hoben kinderreiche Vennhausener Bau-Pioniere ihre Gruben aus, kloppten Stein für Stein die vorgeschriebene Eigenleistung zusammen. Heute fühlen sie sich wohl und zuhause hier. Und viele ihrer Kinder und Kindeskinder möchten hier bleiben und bauen.

Der "letzte bergische Ritter", Otto Ferdinand von Dalwigk, kam aus Unterbach. Während des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) soll er - einem Aufgebot zur Heeresfolge nachkommend - mit voller Rüstung und Gefolge gen Düsseldorf gezogen sein.

Adlige Bewohner sind zahlreich in den Urkunden des Flecken Unterbach, der schon im 13. Jahrhundert in den Papieren des Gerresheimer Stifts erwähnt wird. Im 15. Jahrhundert herrscht hier die Familien Quad, einflußreich als Besitzer des Hauses Eller und des Gerresheimer Quadenhofes. Mit Unterbach (das zuvor zu Erkrath gehörte) hat Düsseldorf bei der jüngsten Eingemeindung 1975 nicht nur 7 000 Einwohner, sondern mit dem großen Naherholungs- und Wassersportgebiet rund um den Unterbacher See auch erheblich an Freizeitwert gewonnen.


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31. Oktober 2014 | 08:40 Uhr

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