Technik und Emotion
Die Stadtsparkasse einen Monat nach dem Software-Schwenk
Stadtsparkassenvorstand Peter Fröhlich lud im Rahmen des Digitalks der Digitalen Stadt Düsseldorf Anfang April rund 50 Gäste aus der Düsseldorfer Informations- und Kommunikationsbranche ein, um über die erfolgreiche Einführung der neuen Anwendungssoftware OSPlus (One System Plus) für Kunden und Mitarbeiter zu berichten.
Neben den 80 Filialen in Düsseldorf verfügen nun alle 250 von der Finanzhaustochter "Sparkasseninformatik" betreuten Gesellschaften der Region über OSPlus. Nach anderthalb Jahren Vorbereitungszeit erhielt der gewohnte Bildschirmarbeitsplatz für alle rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Düsseldorf quasi über Nacht ein völlig anderes Gesicht: Statt mit OS2 von IBM musste von da an mit Windows gearbeitet werden. "Wegen der gravierenden Veränderungen war es wichtig, nicht nur in die Technik zu investieren, sondern auch in die Mitarbeiter", erklärte Fröhlich, "die müssen Sie auf solch einem Weg mitnehmen".
Über verschiedene Kommunikationskanäle hat die Sparkasse es verstanden, die neue Technik zu emotionalisieren. Mit Rubiks Cube, dem Zauberwürfel aus den 70ern, wurde spielerisch die neue Software vorgestellt. Über die Mitarbeiterzeitschrift wurden mögliche Lösungswege gesucht, den Würfel so zu drehen, dass die Flächen das Konzept von OSPlus sinnvoll erläutern. Bei Familiennachmittagen in der Firma wurde nicht nur Kaffee und Kuchen serviert, sondern es wurden auch hunderte von Laptops mit Trainingsprogrammen für zu Hause ausgegeben. Für 50 Überstunden dürfte ein Mitarbeiter das Gerät sein Eigen nennen. 13 Mitarbeiter wurden aus dem Alltagsbetrieb des Finanzhauses abgezogen und zu EDV-Trainern geschult. Diese wiederum instruierten 320 Multiplikatoren, die nach dem Prinzip "Ein Mitarbeiter schult sechs andere" ihre Kenntnisse auch dem letzten Kollegen vermittelten. Der weitgehend angst- und stressfreie Umlernprozess ermöglicht nun den Umgang mit einer Plattform, die besonders im Kontakt mit dem Kunden wesentliche Vorteile bietet. Beratungs- und Produktwünsche von Kunden zum Beispiel, die im Call-Center anrufen oder anderweitig Kontakt aufnehmen, sind nun an jeder Stelle im Sparkassensystem vom Kundenberater abrufbar, es gibt keine Medienbrüche mehr.

Stadtsparkassen-
vorstand Peter Fröhlich setzte auf Technik zum Anfassen: Rubriks Cube mit Infos zum neuen System

Der Zauberwürfel war Teil einer Kampagne zur Emotionalisierung der Softwareumstellung

