Funkarmband als Lebensretter
RFID im Gesundheitswesen
Der Einsatz moderner RFID-Funkchips (Radio Frequency Identification) ist nicht auf den Einsatz in Handel und Logistik beschränkt, wo die Funkchips - so genannte Tags - Zeit und Geld sparen sollen. Auch im Gesundheitswesen kann der Einsatz große Vorteile liefern.
Jörg Walther, Healthcare Solutions Specialist bei der Firma Intel, präsentierte auf dem Mai-Digitalk im Düsseldorfer Rathaus RFID-Einsatzmöglichkeiten und Pilotprojekte im Klinikbereich. So können beispielsweise Blutkonserven zusätzlich zum Barcode mit einem passiven RFID-Tag ausgerüstet werden, womit der gesamte Prozess vom Spender bis hin zum Empfänger verfolgt und beschleunigt werden kann. Zukünftig soll sich damit auch die lückenlose Kühlkette kontrollieren lassen. Patientenarmbänder mit passiven oder aktiven Tags können zudem die Patienten-ID und Zusatzdaten wie Blutgruppe, Verweise auf Allergien und Medikamentierung tragen. Der Patient ist so gegen Verwechslungen geschützt.
Markus Nest, Gruppenleiter Technology bei Oracle, erläuterte in seinem Vortrag, welche technischen Aspekte bei der Implikation von RFID in bestehende Systemlandschaften zu beachten sind. So ist beispielweise zu beachten, dass durch den RFID-Einsatz sehr große Datenmengen entstehen können und bewältigt werden müssen.
Der Datenschutzbeauftragte der Landeshauptstadt, Dr. Martin Zilkens, wies abschließend auf die besondere Bedeutung des Datenschutzes im Gesundheitsbreich hin: So müssen Patienten über den RFID-Einsatz informiert werden, da die RFID-Kommunikation für den Patienten zumeist nicht transparent ist. Zudem müssen die Patientendaten auf einem RFID-Armband konkret behandlungsrelevant sein. Die Speicherung etwa einer kompletten Krankenakte ist unzulässig, da sie unnötig für die Behandlung ist. Und schließlich muss gewährleistet werden, dass die gespeicherten Daten nach der Behandlung sicher und dauerhaft gelöscht werden.

RFID-Präsentation im Sitzungssaal des Rathauses

Patientenarmband mit integrierten RFID-Chip

