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Sonderausstellungen 2008



... wir haben viel für einander gefühlt ...
Aquarelle von Alfred Hrdlicka zu Heinrich Heine

Dauer der Ausstellung: 18. November 2007 bis 24. Februar 2008

Seit 2005 hat der Wiener Maler und Bildhauer Hrdlicka einen Zyklus von Aquarellen auf großformatigem Bütten zu Heinrich Heine geschaffen. Entstanden sind mehr als 60 Bilder, die den liebenden und leidenden Menschen Heine als Außenseiter, Verfolgten und politischen Visionär zeigen. Hrdlicka seziert Heines Biographie, in geradezu psychoanalytischer Tradition legt er den Menschen in seinen Konflikten und Abgründen frei.

Neben Heine wird uns ein Kreis seiner Zeitgenossen vorgestellt, darunter Schumann und Liszt, George Sand und Balzac, Engels und Marx. Mit Heine gibt es im bisherigen Werk von Hrdlicka zahlreiche Berührungspunkte. Seine Schubert-Zyklen oder die Arbeiten zur Französischen Revolution weisen Verbindungen zu Heine auf.

Veranstalter: Heinrich-Heine-Institut


Heinrich Heine: Buch der Lieder
Buchausgaben - Übersetzungen - Illustrationen - Vertonungen

Dauer der Ausstellung: 9. März bis 25. Mai 2008

Mit dem Erfolg des ersten "Reisebilder"-Bandes von 1826 hatte Heine sich schlagartig einen Namen als Prosaschriftsteller gemacht. Nun suchte er als Lyriker nach Anerkennung und Popularität in der literarischen Welt.

1827 erschien das "Buch der Lieder", in dem Heine seine zwischen 1816 und 1826 entstandenen Gedichte veröffentlichte, die meisten der Texte waren bereits vorab gedruckt. In chronologischer Folge und in fünf Zyklen kunstvoll arrangiert, ergeben sie das Fazit von Heines "lyrischem Jugendleben". Dessen stereotypes Hauptthema ist die unerwiderte, die hoffnungslose Liebe und beschreibt damit Heines Grunderfahrung als Außenseiter. Heine betrachtete das "Buch der Lieder" stets als die erste der drei "Säulen" seines "poetischen Ruhms".

Sie überragt bis heute die beiden folgenden: "Neue Gedichte" (1844) und "Romanzero" (1851) und blieb Heines bekanntestes Werk. Auf ihm gründet auch heute noch sein Weltruhm. Zehn Jahre lang verkauften sich die 2000 Exemplare der Erstausgabe allerdings nur schleppend.

Für die dann enorm wachsende Beliebtheit der Sammlung sorgten in besonderem Maße die Musiker. Heines Zeitgenossen Schubert, Schumann, Mendelssohn Bartholdy, Liszt und Wagner transportierten die Gedichte dank ihrer Liedkompositionen in alle Welt. Bis heute zählt man mehr als zehntausend Vertonungen von Heine-Texten, allein das Gedicht "Du bist wie eine Blume" wurde 392mal in Musik gesetzt.

Friedrich Silchers Vertonung der "Loreley" machte Heine zum "Volkslieddichter", dessen Text in rund 70 Sprachen übersetzt wurde. Noch zu Heines Lebzeiten erschien die 13. Auflage des "Buchs der Lieder", und die Reihe neuer Ausgaben setzt sich bis in die Gegenwart fort. Moderne Illustrationen belegen die anhaltende Popularität einer Sammlung, die Heine zurecht als sein "Hauptbuch" bezeichnet hat.

Zur Eröffnung liest Valentin Lubberger, Berlin, die "Heine-Charts", die 20 meistvertonten Gedichte aus dem "Buch der Lieder".




"Der Untertan. Vom Kaiserreich zum geteilten Deutschland"
Heinrich Mann und Wolfgang Staudte

Dauer der Ausstellung: 3. Juni bis 10. August 2008

Der Roman 'Der Untertan' von Heinrich Mann (1914/1918) und der gleichnamige DEFA-Film von Wolfgang Staudte (1951) gehören zu den wichtigsten kulturellen Auseinandersetzungen mit der deutschen Geschichte. Am Beispiel des kaisertreuen Untertanen Diederich Heßling formulieren beide die Frage nach dem Verhältnis von Bürger und Staat, von Individuum und Institution. Heßling verkörpert eine zwischen machtbewusster Autorität und devoter Kriecherei schwankende Persönlichkeit, den Prototyp des deutschen Spießbürgers. Der Film von Wolfgang Staudte nach dem Roman von Heinrich Mann zählt zu den Klassikern der internationalen Filmgeschichte. Die Ausstellung präsentiert Dokumente zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von Buch und Film. Konzipiert wurde sie vom Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum Lübeck. In Düsseldorf wird sie in Verbindung mit dem Filmmuseum gezeigt, das den Nachlass von Wolfgang Staudte zu seinem Bestand zählt.

Im Anschluss an die Eröffnung im Heine-Institut wird im Filmmuseum, Schulstraße 4, der Film 'Der Untertan' gezeigt.

Die Ausstellung wird vom Filmmuseum mit einer Filmreihe begleitet:

So, 1.6., 15:00 Uhr
The Blue Angel - Der blaue Engel (D 1930, 104 Min., engl. Fassung, ab 6, Regie: Josef von Sternberg, mit Marlene Dietrich, Emil Jannings, Kurt Gerron, Hans Albers u.a.)

Di, 3.6., 20:00 Uhr - im Studio des Filmmuseums
Der Untertan (DDR 1951, 108 Min., DVD, ab 12, Regie: Wolfgang Staudte, mit Werner Peters, Paul Esser, Sabine Thalbach u.a.)

Mo, 9.6., 17:00 Uhr
Suturp - Eine Liebesgeschichte (DDR 1980, 102 Min., Regie: Gerd Keil, mit Christine Schorn, Gunter Schoß, Dieter Franke u.a.)

Mi, 11.6., 17:00 Uhr
Die Verführbaren (DDR 1977, 134 Min., Regie: Helmut Schiemann, mit Stina Ekblad, Erwin Berner, Uwe Steinbruch u.a.)

Mi, 18.6., 17:00 Uhr
Belcanto oder Darf eine Nutte schluchzen (BRD 1977, 94 Min., ab 12, Regie: Robert van Ackeren, mit Nikolaus Dutsch, Romy Haag, Udo Kier, Kurt Raab u.a.)

Mi, 25.6., 17:00 Uhr
Endstation Harembar (D 1992, 90 Min. DVD, Regie: Rainer Wolffhardt, mit Susanne Lüning, Martina Gedeck, Silvan-Pierre Leirich u.a.)

So, 29.6., 17:00 Uhr
Im Schlaraffenland (DDR 1975, 100 Min., DVD, Regie: Kurt Jung-Alsen, mit Jan Spitzer, Marylu Poolman, Erwin Geschonneck, Katharina Thalbach, Jaecki Schwarz u.a.)




"Die Reise nach dem Mond".
Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland

Dauer der Ausstellung: 17. August bis 28. September 2008

Mehrere lange Aufenthalte im Rheinland in den 1820er und 30er Jahren bedeuteten für die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die im selben Jahr wie Heine geboren wurde (1797-1848), jenseits des engen Kreises ihrer westfälischen Großfamilie die Erfahrung von Offenheit und Freiheit, geistigem Austausch und Anerkennung ihres schriftstellerischen Schaffens.
Die Ausstellung, gemeinsam mit dem Stadtmuseum Bonn und der Literaturkommission für Westfalen erarbeitet, dokumentiert Begegnungen und Erlebnisse der Dichterin während ihrer Reisen und zeigt die Spuren dieser Reisen im Werk. Zu sehen sind nicht nur Exponate aus den großen rheinischen Archiven und Museen, sondern auch selten gezeigte Leihgaben aus der Familie Droste-Hülshoff und den Münsteraner Bibliotheken und Archiven.




"Kein schöner Ding ist auf der Welt / Als seine Feinde zu beißen..."
Rheinische Literatur in Vormärz und Revolution 1840-1850

Dauer der Ausstellung: 23. November 2008 bis 1. Februar 2009

Kaum eine Zeit der deutschen Literaturgeschichte ist so spannend wie das Jahrzehnt vor der 1848er-Märzrevolution. Nie zuvor, und wohl auch nicht nachher, haben Autorinnen und Autoren so sehr an sozialen und politischen Auseinandersetzungen Teil genommen. Literatur wurde zum politischen Kampforgan, "Partei! Partei! Wer wollte sie nicht nehmen!" (Georg Herwegh). Nicht mehr das ästhetische Moment herrschte vor, sondern die Tendenz. Als Medium dienten der Literatur neue propagandistische Verbreitungsformen: Flugblätter, Lieder, Karikaturen, aber auch das gerade im Entstehen begriffene Feuilleton (seit 1837 in den "Kölnischen Zeitung"). Die Autoren des so genannten "Jungen Deutschland", Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Heinrich Laube u.a., entwickelten eine leserfreundliche und dennoch politisch-pointierte Literatur- und Zeitungssprache, die sich mit der strengen Zensur der preußischen Obrigkeit anlegte.

Das Rheinland war ein Zentrum der politisch-literarischen und publizistischen Auseinandersetzungen, im Feuilleton der liberalen und frühsozialistischen Zeitungen versammelten sich die profiliertesten Literaten jener Tage. In der "Rheinischen Zeitung" veröffentlichten unter der Redaktion des jungen Karl Marx Autoren und Lyriker wie Georg Herwegh, Robert Eduard Prutz, Franz Dingelstedt, Hoffmann von Fallersleben (Verfasser des "Deutschlandliedes") und Müller von Königswinter, das Feuilleton der "Kölnischen Zeitung" zeigte unter Hermann Püttmann ebenfalls ein fortschrittliches Gesicht, mit Beiträgen von Ernst Dronke, Ferdinand Freiligrath und Georg Weerth.

Den Höhepunkt der literarisch-politischen Bewegung stellt die "Neue Rheinische Zeitung" (Köln) unter der Chef-Redaktion von Karl Marx (1848/49) dar, zur Redaktion gehörten u.a. Friedrich Engels, Ferdinand Freiligrath, Georg Weerth und Ernst Dronke. Ebenfalls im Jahr 1848 gab Mathilde Franziska Anneke mit der "Frauen-Zeitung" die erste feministisch orientierte Zeitung Deutschlands heraus, wenn auch nur für kurze Zeit.

Die Ausstellung präsentiert historische und biographische Materialien, die größtenteils aus den beiden beteiligten Institutionen stammen, vermehrt um Exponate aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold, dem Engelshaus Wuppertal, der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, dem Hauptstaatsarchiv Düsseldorf sowie dem Stadtarchiv Düsseldorf. Durch Originalhandschriften, Faksimilés und Bildmaterialien werden die Aktivitäten der fortschrittlichen Presse und ihrer Autoren dokumentiert, d.h. das gesamte literarisch-politische Feld im Rheinland der 1840er Jahre soll anschaulich werden.

Zur Ausstellung wird ein Vortragsprogramm veranstaltet, zur Finissage findet eine literarische Revue mit Texten von Georg Weerth statt. Während der Ausstellungszeit besteht die Möglichkeit zu kommentierten Führungen und Projektarbeiten mit interessierten Schulen.

Kuratoren: Dr. Bernd Füllner, Dr. Eberhard Illner (Historisches Archiv der Stadt Köln), Dr. Enno Stahl (Heinrich-Heine-Institut)

Gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.

Veranstalter: Heinrich-Heine-Institut in Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln.



Alfred Hrdlicka: Dichterliebe
Alfred Hrdlicka: Dichterliebe


Heine, Heinrich: Buch der Lieder 1827
Heine, Heinrich: Buch der Lieder 1827


Heinrich Mann: Der Untertan. Erstausgabe. Leipzig: Wolff, 1918
Heinrich Mann: Der Untertan. Erstausgabe. Leipzig: Wolff, 1918


Annette von Droste-Hülshoff (Lithographie von Nadorp, 1829)
Annette von Droste-Hülshoff (Lithographie von Nadorp, 1829)


Ausschnitt aus dem Gemälde 'Arbeiter vor dem Magistrat' (1848) von Johann Peter Hasenclever, copyright museum kunst palast, Düsseldorf, Gemäldesammlung / Bildbearbeitung: Gavril Blank
Ausschnitt aus dem Gemälde 'Arbeiter vor dem Magistrat' (1848) von Johann Peter Hasenclever, copyright museum kunst palast, Düsseldorf, Gemäldesammlung / Bildbearbeitung: Gavril Blank

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10. Februar 2012 | 07:45 Uhr

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