Ostasien: China

Kamel
Glasierte Irdenware Grabbeigabe China, T'ang-Zeit, 618 - 906
Obwohl China bekannt ist für die frühen keramischen Kenntnisse, die zur Herstellung von Steinzeug führten, wurde auch in der chinesischen Frühzeit ausschließlich bemalte Irdenware hergestellt. Ein weiterer Schritt war ein Steinzeug mit Feldspatglasur, das wegen seiner Härte und Glasurart unter der Bezeichnung Protoporzellan als Vorläufer des späteren Porzellans bekannt wurde, obwohl äußerlich keine Verwandtschaft sichtbar ist. Das erste echte Porzellan entstand in der mittleren Tang-Zeit (618 - 906).
Die Verbreitung des Buddhismus, die dem Menschen nach seinem Erdenleben noch weitere Leben in Aussicht stellt, führte in der Han-Zeit (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) und der T´ang-Zeit zur Herstellung von Keramikobjekten mit Abbildungen aus Alltagsleben und Tierwelt, die den Verstorbenen als Grabbeigaben für ihr Leben im Jenseits mitgegeben wurden. Besondere Bekanntheit haben die Pferdeskulpturen erlangt, die glasiert in den T´ang-Farben braungelb und grün, meisterlich in der naturnahen Ausführung je nach Größe den gesellschaftlichen Status des Verstorbenen anzeigte. Höchstleistungen entstanden in Aufträgen für den Kaiserhof.
Auf die T´ang - Zeit folgen einige Zwischenperioden, von denen die Sung-Periode als Zeit der Seladone, eines Steinzeugs oder Porzellans mit blassgrüner Eisenglasur aus reduzierendem Brand, in die Keramikgeschichte einging. Vielleicht schon in der Sung-Zeit, mit Sicherheit aber in der Yüan-Zeit kamen die ersten Blau-Weiß-Porzellane auf.

Räuchergefäß
Steinzeug, Nördliches Seladon China, Yüan-Zeit, 1279 - 1368
Erst mit der neuzeit, als das land in der yüan-zeit (1279-1368) unter der herrschaft der mongolen stand und der anschließenden ming-zeit (1368-1644) setzte die periode der chinesischen keramikgeschichte ein, in der das porzellan zu einem weltweit begehrten luxusgut wurde. berühmt wurden die seladone und das blauweiß-porzellan. der ort ch´ing-te-cheng wird zum porzellanzentrum chinas, wo eine reihe von werkstätten unter der aufsicht von kaiserlichen beamten stand.
Die unterschiedlichen Dekore machen heute eine zeitliche Zuordnung der Porzellane möglich. Die blaue Bemalung wird im Laufe der Zeit ergänzt durch die Farben Grün und Rot. Das Ende der Regierungszeit des Kaisers Wan-Li im Jahre 1619 läutet das Ende der Ming-Zeit ein und damit das Ende einer der wichtigsten Epochen chinesischen Porzellans.
Die anschließende Ch´ing-Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts bringt völlig andere als die bisher bekannten Dekore hervor, die überwiegend mehrfarbig waren. Die jeweils vorherrschende Farbe in der Bemalung führt zu den Bezeichnungen Famille Verte und Famille Rose. Eine Besonderheit ist das Eierschalenporzellan, ein sehr dünner Scherben mit feiner Bemalung. Die Verwendung der gelben Farbe ist ein Indikator dafür, dass es sich um Porzellan handelt, das im kaiserlichen Auftrag hergestellt wurde.

Henkelgefäß
Irdenware mit polierter Engobe
Pan-Shan-Typ China, 2000 - 1500 v. Chr.

Deckeltopf
Irdenware mit Dreifarbenglasur
China, Liao-Zeit, 907 - 1124

Deckeltopf
Porzellan
China, Sung-Zeit, 960 - 1279

Fußschale
Porzellan China, Sung-Zeit, 960 - 1279


