Logo Landeshauptstadt Düsseldorf
Aktuelle Themen:

Ostasien: Japan

Flasche mit Pflanzendekor
Flasche mit Pflanzendekor
Zwei Teller mit Landschaften Porzellan mit Unterglasurmalerei Japan, Shoki-Imari, Arita um 1640

Die ältesten keramischen Erzeugnisse Japans stammen aus dem Neolithikum (5. -3- Jahrtausend v. Chr.), der Yomon-Zeit. Yomon-Keramik ist eine einfache Irdenware, die im offenen Feuer zwischen 600 und 800 Grad gebrannt wurde. Der Name Jomon bedeutet Schnurmuster und deutet auf das eingedrückte Muster dieser Ware hin. Im Anschluss an diese Zeit vollzieht sich ein einschneidender Stil- und Formenwandel in der Keramik. Die Yayoi-Keramik ist zwar technisch nur geringfügig höher entwickelt als die Jomon-Keramik, weist jedoch bereits alle Grundtypen der Gefäßformen auf, wie Fußschalen, Vasen und unterschiedliche Arten von Flaschen.
Im 5. Jh. n. Chr, wurde die Yayoi-Kultur von einer Welle von Einwanderern aus Korea überlagert, die eine völlig neue Technik der Keramikherstellung vom Festland mitbrachten: die Verwendung der Töpferscheibe und die Einführung eines Brennofens, der Brenntemperaturen von über 1000 Grad ermöglichte. Die erstmals südlich von Osaka errichteten Brennöfen - im Japanischen ana-gama (Höhlen- oder Grubenofen) genannt - wurden als überdachte, ca. 1,50 m breite und zwischen 6 und 10 m lange Gräben in einem Neigungswinkel von 30 Grad dem Gefälle folgend in den Hang hinein gebaut. Die Öfen konnten Temperaturen von über 1200 Grad erreichen. Hierzu bedurfte es einer besonderen Tonerde. Die Erzeugnisse aus diesen Öfen werden Sueki genannt, und bezeichnen im japanischen Sprachgebrauch Opfergaben der Priester. Bald wird diese Keramik jedoch zur Gebrauchskeramik der herrschenden Adelsklasse. Dabei handelt es sich um eine hoch gebrannte Irdenware mit einem grauen dünnwandigen harten Scherben. Daneben wurde für alle sozialen Schichten die Hagi-Keramik in der Tradition der Yayoi-Zeit in großen Mengen bis etwa zum 10. Jahrhundert produziert. Von der Zeit an konzentriert sich die Herstellung von Keramik auf bestimmte Gebiete des Landes, deren jeweilige Zentren als Namen der so genannten Sechs Alten Brennöfen in die Geschichte der Keramik eingegangen sind: Ko Seto, Tokoname, Echizen, Shigaraki, Tamba und Bizen. Lediglich in Seto wurden glasierte Gefäße hergestellt, die anderen Öfen brachten ausnahmslos unglasiertes Steinzeug hervor.
Um 1600, nach den Korea-Feldzügen, kam die Kunst des Porzellanmachens nach Japan. Bei Arita auf der Insel Kyushu hatte der legendäre Mönch Ri Sampei Kaolinvorkommen entdeckt. Dieser kleine Ort mit dem 20 km entfernten Hafen Imari entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zum Zentrum des japanischen Porzellans. In der ersten Generation war es noch technisch imperfekt und stark an chinesischen Vorbildern orientiert. Es entwickelten sich allerdings schnell eigene Stilrichtungen, etwa im Kakiemon-Porzellan, das in der Meissener Frühzeit häufig kopiert wurde, oder im so genannten Brokatstil, dem nishiki-de, der in der Farbdominanz Blau, Rot und Gold zur bevorzugten Handelsware der Niederländer wurde, die mit der Gründung der ostindischen Handelskompagnien die feudalen Bedürfnisse nach hochwertigem Porzellan befriedigten. Sie waren die einzigen, die seit der Abschottung Japans von 1641 bis zur Meiji-Reform 1868 offiziell mit Japan Handel treiben durften, auf der eigens dafür aufgeschütteten Insel Dejima vor Nagasaki. Kakiemon, Nabeshima, Kutani und Imari dominieren als Inbegriff die japanische Porzellankunst. Die hohe Wertschätzung der Keramik in Japan hat zur Folge, dass Namen wie der der Familie Kakiemon über Generationen der Keramikkunst verpflichtet waren und den Status eines lebenden Staatsschatzes erreichten - eine der höchsten Auszeichnungen in der japanischen Kultur.
Während der Meiji-Zeit (1868 - 1912) wurde in Satsuma Steingut als keramischer Werkstoff verwendet, der vorher in Japan nicht bekannt war. Satsuma-Keramik galt lange Zeit als minderwertig, was zum Teil darin begründet liegt, dass sehr unterschiedliche Qualitäten in oft großen Mengen hergestellt wurden. Ein ähnliches Phänomen findet sich zeitgleich in Europa beim Jugendstil. Heute sind Spitzenstücke beider Stilrichtungen zu begehrten Sammelobjekten geworden.



Teller aus der Grünen Familie
Teller aus der Grünen Familie
Porzellan mit Aufglasurmalerei China, Kang-Hsi-Zeit, Anf. 18. Jh.
Eckige Schüssel Porzellan mit Aufglasurmalerei Roter Tiger und Bambushecke Japan, Werkstatt Kakiemon, Arita um 1700

Sprachauswahl und Hauptnavigation:

dein.düsseldorf

10. Februar 2012 | 00:08 Uhr

Fr
-3°
Details Sa
-2°
Details So
-1°
Details