Fayence Frankreich

Platte
Triumphzug von Cybele, Ceres und Bacchus,
Pierre Leleu zugeschrieben,
Fayence, Frankreich, Rouen, 1740
Italienische Einflüsse sind auch in der frühen französischen Fayence nicht zu leugnen.
Die Werkstatt Masséot Albaquesne in Rouen stellte Apothekergefäße her, die so genannten Albarelli, die bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts einen eigenen Stil im Dekor aufwiesen.
Neben Rouen im 16. Jahrhundert, sind Nevers, Marseille und Moustiers seit dem 17. Jahrhundert als Zentren der französischen Fayenceherstellung bekannt. Mit diesen Neugründungen ging der italienische Einfluss fast gänzlich zurück. Die Vorliebe für Chinoiserien trat gleichberechtigt neben eine regionale Art des Dekors, sowie die Blaumalerei, die bereits durch die Delfter Fayencen aus den Niederlanden bekannt war.
Rouen ist in der Meisterschaft und Vielfalt stilbildend. Berühmt wird ein fein gemaltes Spitzenmuster und ein Strahlendekor in Blau und erstmals in Scharffeuer-Rot.
Der Niello-Dekor, eine schwarze Zeichnung auf ockergelbem Grund, stammt ebenfalls aus
Rouen. Die Leuchtkraft der verwendeten Farben, die Gestaltung neuer Formen ließ eine eindrucksvolle Palette sowohl großformatiger Wandplatten und Schalen als auch zierliche Gefäßformen entstehen. Im 18. Jahrhundert nimmt die Vielfarbigkeit in den zahlreichen französischen Manufakturen zu. In Straßburg und Marseille entstehen großformatige ovale Platten sowie Tischbrunnen und Tafelgeschirr in Tierformen. Nach der Erfindung des Porzellans in Europa kam es gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einem Niedergang der überaus zahlreichen Fayence-Manufakturen.

Chinese
Fayence
Frankreich, Lille, 1. Hälfte 18. Jh.


