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Lichtmasterplan

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Glanzlichter in der Nacht

Entwurf einer Lichtgestaltung für die Oberkasseler Brücke
Entwurf zur Illumination der Rheinkniebrücke

Schon der Kurfürst Jan Wellem hat um 1700 die öffentliche Straßenbeleuchtung in Düsseldorf etabliert. Seitdem gewinnt das Thema "Licht in der Stadt" stetig an Bedeutung - vor allem mit dem Bewusstsein, dass die Wirkung eines Stadtbildes mit dem Anbruch der Dunkelheit nicht abgeschlossen ist. Strahlende Architektur, stimmungsvoll beleuchtete Straßen, illuminierte Brücken: die Atmosphäre einer Stadt wird dadurch wesentlich bestimmt.

Im Rahmen der Initiative PLATZDA! wurde im Jahr 2003 der Lichtmasterplan vom Rat der Stadt Düsseldorf beschlossen und der Arbeitsgemeinschaft "licht | raum | stadt" (Uwe Knappschneider,Wuppertal und Professor Niklaus Fritschi, Düsseldorf) in Auftrag gegeben. Mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes auch in der Nacht zu steigern, umfasst der entworfene Lichtmasterplan einen komplexen Katalog von möglichen Maßnahmen für die Lichtgestaltung und Optimierung des Lichtes in unserer Stadt.

Begleitend zu einer umfangreichen Analyse der bestehenden Illumination wurde eine Reihe von Leitthemen erarbeitet. Diese bilden das Grundgerüst des Masterplans und gliedern ihn in die Bereiche

  1. Stadteingänge und Verkehrsachsen,
  2. Silhouette und Panorama,
  3. Hochhäuser und Landmarken,
  4. Stadträume und Plätze,
  5. Lichtqualität und Ambiente,
  6. Architektur und Baukunst,
  7. Kunstorte und Lichtorte.

Neben der Erarbeitung einer übergeordneten Lichtkonzeption für die Innenstadt wird eine Stärkung der Stadtidentität angestrebt. Die Optimierung der vorhandenen Beleuchtung hinsichtlich Gestaltung, Verkehrssicherheit, Kriminalprävention und Wirtschaftlichkeit sind dabei von großer Bedeutung. Unter der Berücksichtigung von Empfehlungen und Vorgaben zum Immissions- und Naturschutz spielt der Umweltschutz ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Festsetzung von Licht Tabuzonen (Grünflächen, Parks, Rheinwiesen) und die Verwendung von umweltfreundlichen Leuchtmitteln sind einige dieser Kriterien.

Beleuchtete Kirchen
Beleuchtete Kirchen; Fotos: Till Engels

Mittels einer Gestaltungssatzung zum Umgang mit gestalterischem Licht wurden verbindliche Rahmenbedingungen für die zukünftigen Planungen und Entwicklungen erarbeitet. Eine wichtige Aussage dieser Satzung ist das Verbot von dynamischem und farbigem Licht, um das Stadtbild mit tageslichtähnlichen Lichtszenen nicht zu verfremden. Ausnahme hierzu sind unter Anderem lichtkünstlerische Projekte. Diese Gestaltungssatzung ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet und hat einen zukunftweisenden Charakter. Ein entworfener Prioritätenkatalog beschreibt die prozesshafte Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen der Lichtgestaltung, die Realisierung und Finanzierung wird darin ebenfalls beschrieben. Eine Haushaltstelle wurde eingerichtet, der jährlich 100.000 Euro zur Realisierung von Projekten zur Verfügung steht. Ab dem Jahr 2009 werden der Realisierung 250.000 Euro zur Verfügung gestellt. So werden die Projekte zur Optimierung der öffentlichen Beleuchtung vom Amt für Verkehrsmanagement in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Düsseldorf umgesetzt. Für Projekte wie die Unterführungen "Kölner Straße" und "Eller Straße" sind Städtebauförderungsanträge beim Land gestellt worden. Einige Beleuchtungskonzepte, wie die Illumination des Kirchplatzes und das Lichtkonzept der Medienhafenbrücke, wurden im Zuge von städtischen Baumaßnahmen durchgeführt. Die Stiftung DUS-Illuminated konzeptionierte und realisierte mit ihrem großen Engagement zahlreiche Projekte in Düsseldorf. Weitere Vereine und Initiativen unterstützten Lichtprojekte und gewährleisteten so die Realisierung.

Viele der geplanten Gebäude- und Objektanstrahlungen sind entweder durch den städtischen Haushalt oder über städtebauliche Verträge mit privaten Investoren gesichert. Als ein Investorenprojekt wurde die Illumination des Graf-Adolf-Platzes mit den Lichtbänken "Lichtmikado" realisiert. Durch die Arbeit mit dem Lichtmasterplan konnten aber auch zahlreiche Sponsoren und Stiftungen für das Thema Licht sensibilisiert werden. So konnten z.B. die Neanderkirche und die Johanneskirche mit Hilfe der Stiftung DUS Illuminated eine neue Anstrahlung erhalten.

Unterführung Erkrather Straße
Unterführung Erkrather Straße, Foto: Till Engels

Der Lichtmasterplan vereint ästhetische und stadtplanerische Ziele. Neben den Wert erhaltenden und Sicherheit gebenden Maßnahmen, sollen die Rheinbrücken und die ringförmig um die Stadt liegenden Bahnunterführungen als Stadteingänge und Verkehrsachsen mit Licht klar inszeniert werden. Hinzu kommen Plätze, Kirchen oder Hochhäuser.

Kay-und-Lore-Lorenz-Platz
Kay-und-Lore-Lorenz-Platz, Foto: Till Engels

In der Stadt sind die Ideen des Plans schon vielfach in der Realität zu betrachten: Die Unterführung "Erkrather Straße", das Theatermuseum, das Franziskanerkloster, der Kay-und-Lore-Lorentz- Platz, die Kölner Straße, neue Platzgestaltungen wie der grün erstrahlende Worringer Platz mit den leuchtenden Stadtsofas oder die inszenierte Freitreppe am Burgplatz, erstrahlen im neuen Glanz. Auch das Beleuchtungskonzept für den Stresemannplatz mit dem Pflanzenprojekt der Künstlerin Tita Giese ist bereits realisiert und die Anstrahlung der Marienkirche an der Oststraße ist abgeschlossen.

Die Planung für die folgenden Jahre beinhaltet unter anderem die Lichtgestaltung für die Unterführungen "Kölner Straße", "Ellerstraße / Mintropplatz", "Hüttenstraße" und den Unterführungen an den Brücken der "Neuen Stadtquartiere Derendorf".

Ein Meilenstein wird die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes sein, mit dem Düsseldorf wieder ein angemessenes Entreé erhält.

Lichtmasterplan 2

Da es bei der Beleuchtung auch um das Bild der Stadt insgesamt geht, wurde ein Lichtmasterplan 2 entwickelt, der ergänzend zur Innenstadt nun das gesamte Stadtgebiet betrachtet. Gerade die äußeren Stadtteile bieten architektonische und geschichtliche Besonderheiten, die nun auch bei Nacht das Stadtbild prägen sollen.

Als Basis wurde von einer Übertragung der 7 Leitthemen aus dem Lichtmasterplan 1 ausgegangen. Aufgrund der Klimadiskussion und unter dem Aspekt der Sicherheit , gerade in den Wohngebieten der Stadt, wurde ein 8. Leitthema - Sicherheit und Umweltschutz - hinzugefügt. Da Licht nur in einem reduzierten Umeld wirkt und aus Gründen des Klimaschutzes soll eine stadtweite Illumination nur pointiert und zentrenorientiert erfolgen. Deshalb ist ein Gesamtkonzept umso wichtiger.

Nach der Vorstellung des Masterplanes Ende 2008 in allen Bezirksvertretungen und ausgewählten Fachausschüssen wurde diese Arbeit vom 24.03.2009 bis zum 17.04.2009 im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert.

Inzwischen konnten bereits eine Vielzahl der Projekte des Lichtmasterplans 2 erfolgreich umgesetzt werden, wie zum Beispiel die Paulsmühlenunterführung in Benrath.

Damit die Illumination unserer Stadt nicht nur ein schneller modischer Effekt wird, sondern sich dauerhaft als qualitätvolles Gestaltungselement etabliert, wurde der Lichtmasterplan entwickelt. Es ist gelungen, dass die Politik und die Bürgerinnen und Bürger für dieses Ziel ein langfristiges Interesse aufbringen.

Brücke im Medienhafen
Fussgängerbrücke im Medienhafen; Foto: Paul Esser


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24. Mai 2012 | 04:25 Uhr

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