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Städtebauliche Neuordnung Nordende Königsallee/Jan-Wellem-Platz

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Der Kö-Bogen nach Plänen von Daniel Libeskind

Entwurfsansicht der geplanten Bebauung
Entwurfsansicht der geplanten Bebauung

Die Neubebauung des Jan-Wellem-Platzes wird nach Plänen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind realisiert. Das zeichnete sich ab, nachdem am 15.01.2009 die Angebotsfrist im Rahmen des europaweiten Vergabeverfahren abgelaufen ist.

Der Rat der Stadt wird am 05.02.2009 über den Entwurf entscheiden. Der Bebauungsplan ist im November 2008 als Satzung beschlossen worden.

Kennzeichnet für den Entwurf ist die geschwungene Fassade aus Glas und weißem Naturstein, die zur Wasserseite hin mit diagonalen Schnitten aufgebrochen wird. Diese Schnitte werden bepflanzt und so das Grün des Hofgartens fortgeführt. Die Gebäude geben dem Hofgarten einen respektvollen Rahmen und verbinden ihn mit der Innenstadt. Zum Schadowplatz nimmt der Entwurf die geschwungenen Formen des Schauspielhauses auf, wobei die Gliederung der Fassade hier horizontal ist.

Ansicht der geplanten Bebauung vom Hofgarten
Entwurfsansicht der geplanten Bebauung vom Hofgarten

Dem Entwurf gelingt es, eine organische Verbindung zwischen Hofgarten und Stadt zu schaffen und entwickelt gleichzeitig einen starken städtebaulichen Schlusspunkt der Innenstadtbebauung.

Eine Brücke verbindet die beiden Gebäude oberhalb des 3. Geschosses. Die Dachflächen sollen begrünt werden, eine Solarnutzung ist vorgesehen. Für die Nutzung ist eine Kombination aus Einzelhandel und Büroflächen vorgesehen.

Luftbild mit der geplanten Neubebauung
Die geplante Bebauung aus der Vogelperspektive

Projekt Kö-Bogen: Die Vision

Mit der Realisierung der neuen U-Bahnstrecke "Wehrhahn-Linie" und dem damit verbundenen Wegfall der Straßenbahngleise auf dem Jan-Wellem-Platz eröffnet sich für der Stadt Düsseldorf die einmalige Chance, die nördliche Innenstadt im Bereich der Königsallee, des Hofgartens und der Schadowstraße neu zu strukturieren und alte Wunden in der Stadtstruktur zu schließen.
Zielsetzung ist es, an die Qualitäten des historischen Stadtgrundrisses anzuknüpfen und der Innenstadt eine für immer verloren geglaubte Identität zurückzugeben. Die Königsallee soll ebenerdig in den Hofgarten verlängert werden, ohne dass sie von störenden Verkehren gekreuzt wird. Somit kann an dieser städtebaulich herausragenden Stelle ein einzigartiger Abschluss der Königsallee geschaffen werden. Ferner sollen minder genutzte Plätze entsprechend ihres Potentials genutzt werden.
Im Bereich des Jan-Wellem-Platzes, der Schadowstraße und des Martin- Luther- Platzes sollen neue urbane Stadträume und Plätze entstehen, die durch eine geringere Lärmbelastung, durch konfliktärmere Straßenquerungen und durch ein hohes Maß an Fußgängerfreundlichkeit deutlich an Qualität gewinnen.

Voraussetzung für die Umsetzung dieser Ziele ist die Untertunnelung der bislang oberirdisch verlaufenen Fahrbeziehungen sowie der Abriss und die Tieferlegung des unter Denkmalschutz stehenden "Tausendfüßlers".

Die Historie

Teaser Karte 1831
Bauplan von 1831 mit überlagerter deutscher Grundkarte von 1963

Durch die Schleifung der Festungsanlagen wurde es Maximilian Weyhe im Jahre 1804 ermöglicht, den Königsgraben und die Landskrone in einer Form zu gestalten, die in ihren wesentlichen Bestandteilen noch heute erhalten ist. Dieser historische Stadtgrundriss besteht nicht nur aus der Königsallee mit Königsgraben, der nördlich des Hofgartens verlaufenden Maximilian-Weyhe-Allee und der Jägerhofstraße, sondern auch aus den beiden Hofgartenteilen, die von der Hofgartenstraße seit über 200 Jahren durchquert werden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts bildete sich an der geschwungenen Verbindungsstraße entlang der Landskrone der Kö-Bogen mit seiner Bebauung heraus. Im Rahmen des Wiederaufbaues nach dem 2. Weltkrieg entstand als Verkehrsachse die Berliner Allee mit der Hochstraße "Tausendfüßler". Gleichzeitig wurde der Jan-Wellem-Platz als Knotenpunkt für Straßenbahnen und Busse errichtet.
Seit 1993 ist die Hochstraße als typisches Bauwerk der 1960er Jahre in die Denkmalliste aufgenommen.

Der 1. Bauabschnitt: Ziele und Qualitäten

Teaser Luftbild
Luftbild

In einem 1. Bauabschnitt werden zunächst die Ziele der ebenerdigen Anbindung der Königsallee an den Hofgarten und der städtebaulichen Aufwertung des Jan-Wellem-Platzes verfolgt. Der Entfall der Hochstraße ist sodann in einem 2. Bauabschnitt vorgesehen.

Durch die geplante Bebauung im Bereich des Jan-Wellem-Platzes verbunden mit der fußgängerfreundlichen Anbindung der Königsallee an die Hofgarten, erlangt die nördliche Innenstadt eine neue, einzigartige Identität, die sowohl dem Standort, der Bevölkerung, den Besuchern als auch der Wirtschaft zugute kommt.
Das Flair des Flanierboulevards und die Qualitäten der Königsallee werden nach Norden verlängert und zum Jan-Wellem-Platz weitergeführt.
Die östliche und westliche Schadowstraße werden durchgehend ohne querende Verkehre verbunden und der Schadowplatz zu einem wohlproportionierten Platz mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet.
Der Jan-Wellem-Platz wird als Platz wahrgenommen. Ihm kommt somit die Rolle zu, als sogenannter "Gelenkpunkt" zwischen den Einkaufsbereichen Königsallee und Schadowstraße eine funktionale Verknüpfung herzustellen und so die Anziehungskraft des Standortes auf ein überregionales, in Teilen auch internationales Publikum zu verstärken.

Das städtebauliche Konzept

Das städtebauliche Konzept orientiert sich an der Vorkriegsbebauung und sieht eine kontinuierliche Fortführung der Baufluchten an der Königsallee vor.
Zum Hofgarten wird parallel zur Uferkante eine Bauflucht formuliert, die, entsprechend der historischen Struktur, eine räumliche Fassung des Parks gewährleistet. Zudem wird durch diese Maßnahme sowohl die bogenförmige Linienführung der Hofgartenstraße als auch die ursprüngliche Linienführung des Hofgartens zurück gewonnen.
Die städtebauliche Figur besteht aus zwei Gebäuden und ermöglicht so einen attraktiven Durchgang vom Schadowplatz zum Hofgarten.
Der Schadowplatz, der heute nur zwei Platzwände aufweist, erhält durch die Bebauung eine nördliche Fassung und damit eindeutigen Platzcharakter. Es entsteht ein attraktiver Raum mit neuen Aufenthaltsqualitäten.
Die Gebäudehöhe soll sich an den bereits vorhandenen Höhen der Königsallee orientieren, so dass die Neubebauung auch in die Innenstadt eingegliedert ist.

Das freiraumplanerische Konzept

Ein wesentliches Ziel des Projektes ist, die inhaltliche und räumliche Verbindung zwischen der Königsallee und dem Hofgarten wieder herzustellen. Das freiraumplanerische Konzept sieht dementsprechend eine Verlängerung der Grünachse der Königsallee zum Hofgarten vor.
Als Teil eines von Naturelementen geprägten Freiraumes wird das Wasser des Hofgartens an die Königsallee herangeführt, wodurch die nördliche Königsallee deutlich an Qualität und Einzigartigkeit gewinnt.
Die Promenade entlang der Landskrone wird eine großzügige Fuß- und Radwegeverbindung, die vom Norden des Hofgartens bis zur Oper reicht, während die Promenade Königsallee attraktiv und ebenerdig in den Hofgarten verlängert wird, ohne dass hier große störende Verkehre gequert werden müssen.
Auch die im Bereich des Bauvorhabens befindlichen Denkmäler werden in das Konzept der Einheit integriert. Das nördlich der Königsallee befindliche Cornelius-Denkmal wird durch eine bis an das Wasser heranreichende Grünfläche umrahmt und wird somit den zahlreichen Denkmälern im Hofgarten zugehörig.

Das Verkehrskonzept

Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes ist die Untertunnelung der heute oberirdisch verlaufenden Fahrbeziehungen.
In zwei Bauabschnitten werden Tunnel und Rampen im Kö-Bogen entstehen. Im 1. Bauabschnitt werden ein Tunnel in Nord-West- Richtung (Hofgartenstraße-Elberfelderstraße) sowie ein Tunnel in Süd-Nord-Richtung (Berliner Allee nördlich Immermannstraße bis Hofgartenstraße in Höhe Theatermuseum) gebaut. Im Süd-Nord-Tunnel zweigt eine Tunnelröhre in westlicher Richtung (Elberfelder Straße) ab. Die Stellplätze für die geplante Neubebauung werden ausschließlich in einer Tiefgarage, die über den Tunnel angefahren wird, untergebracht.
Die Tiefgaragen des Drei-Scheiben-Hauses und des Schauspielhauses werden von Süden einfahrend und nach Norden ausfahrend unterirdisch an den Süd-Nord-Tunnel angebunden.
Der Wegfall der Barriere des Verkehrs beinhaltet eine großartige Aufwertung für den Fußgänger: Die Lärmbelastung sinkt, die Straßenquerungen werden konfliktärmer und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum nimmt zu. Insgesamt steht dem Fußgänger mehr Fläche zur Verfügung. Auch der Gustaf-Gründgens-Platz kann besser an die Innenstadt angebunden werden.
Die heute auf dem Jan-Wellem-Platz liegenden Bushaltestellen werden künftig an die Heinrich-Heine-Allee nördlich der Oper verlegt. Damit die Schadowstraße weiterhin gut angebunden bleibt, wird in der Berliner Allee in Höhe Immermannstraße eine zusätzliche Bushaltestelle eingerichtet.
Die heutigen Wendefahrten der Straßenbahn werden künftig im Norden über eine Blockumfahrt Sternstraße/ Duisburger Straße/ Nordstraße durchgeführt.
Bis zur voraussichtlichen Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie im Jahr 2014 wird der Straßenbahnbetrieb über den Jan-Wellem-Platz einschließlich der Haltestellen aufrecht gehalten. Danach werden alle Gleis- und Haltestellenanlagen entfallen.
Erhalten bleiben die Nord-Süd und die Süd-Nord-Straßenbahnlinien in der Achse Hofgartenstraße-Berliner Allee.

Der 2. Bauabschnitt

Teaser Verkehrskonzept
Das Verkehrskonzept

Zur vollständigen Erzielung der "Vision Kö-Bogen" soll im einem 2. Bauabschnitt die Hochstraße entfallen der Verkehr ebenfalls in Tunnellage verlegt werden.
Der Nord-Süd-Tunnel beginnt analog dem Süd-Nord-Tunnel in Höhe des Theatermuseums und endet im Süden in Höhe Martin-Luther-Platz und im Osten in der Immermannstraße in Höhe Klosterstraße.
Mit dem 2. Bauabschnitt erfolgt dann auch die Einfahrtsmöglichkeit von Norden und die Ausfahrtsmöglichkeit nach Süden der Tiefgaragen des Drei-Scheiben-Hauses und des Schauspielhauses.
Durch die Verlagerung des kompletten Straßensystems in Tunnellage wird die Möglichkeit geschaffen, Bereiche an der Schadowstraße und nördlich der Johanneskirche einer hochwertigen Bebauung zuzuführen und die Straßen- und Platzräume neu zu definieren und zu gestalten.

28 Teams bestehend aus Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten haben Beiträge bei einem städtebaulich - und freiraum - planerischen Wettbewerb "Kö-Bogen 2. Bauabschnitt" eingereicht. Hieraus wurden am 23.01.2009 die besten acht Ideen ermittelt, die in einer zweiten Phase zu Masterplänen für die umfassende städtebauliche Entwicklungsaufgabe ausgearbeitet werden.

Die entgültigen Sieger des Wettbewerbs "Kö-Bogen 2. Bauabschnitt" werden Anfang April 2009 ermittelt.

Zum Wettbewerbsverfahren "Kö-Bogen 2. Bauabschnitt"
Sprachauswahl und Hauptnavigation:

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24. Mai 2012 | 07:32 Uhr

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