Neuer Stahlhof, Breite Straße 69

Das denkmalgeschützte Gebäude von außen
Als eine exzellente baukonservatorische Leistung der letzten Jahre wird hier die Restaurierung des in den zwanziger Jahren errichteten Hochhauses des ehemaligen Stummkonzerns und der Erweiterungen zum "Neuen Stahlhof" vorgestellt. Das Hochhaus hat für die Geschichte Düsseldorfs eine große Bedeutung: In diesem Gebäude ließ sich 1926 die Führungszentrale des Zusammenschlusses der westdeutschen Stahlindustrie zu den Vereinigten Stahlwerken AG (Vestag) nieder und begründete den Ruf Düsseldorfs als "Schreibtisch des Ruhrgebietes".
Der Stahlhof wurde zwischen 1926 und 1928 nach Plänen des Stuttgarter Architekten Paul Bonatz errichtet. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, den die "Stadtregierung Düsseldorf" 1921 ausgelobt hatte und an dem neben Bonatz u.a. Wilhelm Kreis (2. Preis) und Peter Behrens (3. Preis) teilnahmen.
Die Planung umfaßt zwei ursprünglich voneinander unabhängige Grundstücke, deren Eigentümer der Stumm-Konzern (Stahl) bzw. die Bürohausgesellschaft Düsseldorf (Erweiterung Stahlhof) waren. Das Gebäude ging 1949/1950 in den Besitz der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie über und wurde 1998 von Tishman/Speyer übernommen.
Die durch HPP erarbeitete Planung hatte folgende Ziele:
- Erhalt der ästhetischen und geschichtlichen Werte des Denkmals
- Respektierung der alten Bausubstanz und der authentischen Dokumente
- Restaurierung hört da auf, wo die Hypothese beginnt
Dementsprechend wurde das Gebäude außen durch konsequente Umsetzung der Planung Bonatz wiederhergestellt, d.h. Befreiung von allen nachträglichen Veränderungen, die der ursprünglichen Gestaltung entgegen standen und Erneuerung sowie Ergänzung der prägenden Elemente im Sinne der ursprünglichen Planung und Ausführung. Die Fassade wurde vollständig saniert durch Säuberung sowie Ausbesserung der Fehlstellen. Sämtliche Fenster wurden als Holzfenster, entsprechend den historischen Vorbildern, erneuert. Das Dachgeschoß des Hochhauses wurde zu einem modernen, verglasten Penthouse, umgebaut. Das nicht unter Denkmalschutz stehende südliche Bauteil erhielt eine neue Fassade aus Naturstein. Der schlichte graue Muchartz-Sandstein passt sich farblich dem leuchtenden rot der Klinkerfassaden an und bildet gleichzeitig einen modernes Pendant zu der Feingliedrigkeit der historischen Stahlhof-Fassaden.

Das Gebäude von außen und das Treppenhaus
Nutzung:
Büro und VerwaltungBauherr:
Tishman Speyer Properties Deutschland GmbHwww.tishmanspeyer.de
Architekten:
HPP Hentrich-Petschnigg & Partner KGD - 40213 Düsseldorf
www.hpp.com
Zahlen:
Grundstücksfläche: ca. 3.500 qmBruttogrundrissfläche: ca. 16.250 qm
Arbeitsplätze ca. 500
Stellplätze unterirdisch: 57

