Die Realnutzungskarte

Realnutzungskarte (ca. 2,1 MB), Stand 06/2008
Einführung
Die städtebauliche Entwicklung der Landeshauptstadt Düsseldorf weist seit Jahren eine sehr hohe Dynamik auf. Auf der Grundlage des wirtschaftlichen Strukturwandels vom Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensstandort sind eine erhebliche Anzahl an Flächen freigesetzt und einer neuen Nutzung zugeführt worden. Aber auch nicht mehr genutzte Militär- und Bahnflächen eröffneten und eröffnen eine Folgenutzung. Zahlreiche Großprojekte wie die Neuen Stadtquartiere Derendorf, die AirportCity oder der Medienhafen konnten so realisiert werden. In den letzten Jahren hat sich dieser Prozess deutlich verlangsamt und die Flächenpotenziale sind nahezu ausgeschöpft.
So gilt es in Zukunft mehr denn je eine dem räumlichen Leitbild "Innen- vor Außenentwicklung" entsprechende Siedlungsentwicklung voranzutreiben und sich hierbei vor allem auf den Bestand zu konzentrieren. Hier sind umfassende Informationen zur Flächennutzung und deren Entwicklung eine wichtige Grundlage. Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfügt seit Mitte der 1990er Jahre über die Realnutzungskarte als Instrument der Raumbeobachtung. Sie stellt die aktuelle Flächennutzung für das gesamte Stadtgebiet der Landeshauptstadt und somit den Ist-Zustand der Stadtentwicklung blockscharf dar. Im Gegensatz hierzu stellt der Flächennutzungsplan die beabsichtigte Nutzung für das gesamte Stadtgebiet darf.
Das System der Realnutzungskarte wurde im Jahr 1993 im Rahmen des Gutachtens "Stadtökologische Grundlageninformation" durch das Planungsbüro BKR-Essen entwickelt. Die erste vollständige Aufnahme der Flächenutzung der Landeshauptstadt Düsseldorf erfolgte im Jahr 1996 durch das Geografische Institut der Heinrich-Heine-Universität unter Leitung von Professor Dr. Günther Glebe. Seitdem wird sie als digitales Kartenwerk im Stadtplanungsamt durch dessen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fortgeschrieben. Umfassende Aktualisierungen erfolgten im Jahr 2002 mit der Unterstützung von BKR-Essen und im Jahr 2008.
Durch die langjährige Fortschreibung sind zudem Aussagen über Entwicklungen der Flächenutzung und zur Abschätzung aktueller Trends möglich.
Die Realnutzungskarte wird ein wichtiges Element eines Informationssystems zur Stadtentwicklung sein, das im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes "Düsseldorf 2020+ - Wachstum fördern, Zukunft gestalten" aufgebaut werden soll. Das hieraus zu entwickelnde Monitoring soll sowohl eine realitätsnahe Bewertung der Stadtentwicklung ermöglichen, als auch wichtige Hinweise für deren zukünftige Ausrichtung geben.
Methodik
Die Festlegung der Flächenabgrenzung erfolgt auf der Grundlage der Deutschen Grundkarte (DGK 5) und der Liegenschaftskarte. Die Aufnahme der realen Flächennutzungen erfolgt durch eine Vielzahl von Daten:
- Liegenschaftskarte
- Flächennutzungsplan
- rechtverbindliche Bebauungspläne
- Digitale Luftbilder (Orthofotos)
- webbasierte Kartendienste
- Bauflächenbericht frü das Wohnen und für Dienstleistungen und Gewerbe
- Baustatistiken
- Ortsbegehungen
Auf dieser Grundlage werden den einzelnen Flächen zahlreiche Informationen zugeordnet. Dies sind:
- Lage im Stadtraum (Stadtbezirk und -teil)
- Nutzungstyp entsprechend dem Realnutzungsschlüssel
( Diagramm / Tabelle) - Geschossigkeit der Bebauung (klassifiziert)
- Versiegelungsgrad (klassifiziert)
( Diagramm / Tabelle 1 / Tabelle 2) - Flächengröße
Zentrales Element der Flächeninformationen stellt der so genannte Realnutzungsschlüssel dar. Unter Zuhilfenahme bestimmter Merkmale wird die tatsächliche Nutzung einem vordefinierten Nutzungstyp zugeordnet, der sich an der Baunutzungsordnung (BauNVO) orientiert. Der Realnutzungsschlüsse ist in drei Stufen gegliedert, wobei der Haupttyp die Nutzungskategorie, der Grundtyp die Nutzungsgruppe und der Untertyp die Nutzungsart angibt:
| Nr. | Typ | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1 | Haupttyp (Nutzungs- kategorie) |
Die erste Ziffer gliedert den Schlüssel auf Ebene des Flächennutzungs- planes |
Wohnbauflächen = 200 |
| 2 | Grundtyp (Nutzungs- gruppe) |
Mit der zweiten Ziffer wird eine weitere Unterteilung vorgenommen, die im Wesentlichen dem Auflösungsmaßstab von Bebauungsplänen entspricht. | Reine und allgemeine Wohngebiete = 210 |
| 3 | Untertyp (Nutzungsart) |
Die dritte Ziffer beschreibt die Bauform oder die räumliche Ausprägung der Flächennutzung | Einzel-/ Doppelhäuser = 211 Park- und Grünanlagen mit einem Gehölzanteil unter 50% = 811 |
| Ansprechpartner | Fon 0211 | Fax 0211 |
|---|---|---|
| Matthias Herding matthias.herding@ duesseldorf.de |
89-96788 | 89-36788 |



