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"Flingern/Oberbilk - Soziale Stadt NRW"

Die Landeshauptstadt wählte 1999 die durch Folgen der Umstrukturierung benachteiligten Stadtteile Flingern und Oberbilk aus, um dort die Lebensbedingungen mit einer ressortübergreifenden abgesicherten Strategie zu verbessern. Die Landesregierung nahm die Stadtteile 1999 in ihr Förderprogramm "Politik für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" - "Soziale Stadt NRW" auf. Es speist sich aus Bundes- und Landesmitteln. Der Rat verabschiedete das integrierte Handlungskonzept für Flingern/Oberbilk in 2000 mit einem mittelfristigen Finanzvolumen von ca. 24 Mio Euro.

Integrierte Handlungsfelder und Maßnahmen

Sechs Handlungsfelder umfasst die vom Rat im Jahr 2000 beschlossene Leitschnur der integrierten Stadterneuerung, entlang derer die Stadtteilbüros mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie anderen Akteuren im Stadtteil und der Verwaltung zu vernetzende Maßnahmen entwickelten und umsetzten.

Gebietscharakter und Problemschwerpunkte

Das Programmgebiet Flingern/Oberbilk grenzt östlich an die Stadtmitte und liegt damit "jenseits" des Hauptbahnhofs im Gürtel der gründerzeitlichen Stadterweiterung. Die Fläche von ca. 390 ha umfasst 2 Siedlungsbereiche (Teile von Flingern und Oberbilk), die durch ein großes ehemaliges Industrieareal räumlich voneinander getrennt sind.

Titelblatt des Handlungskonzeptes
Titelblatt des Handlungskonzeptes

Der Stadtteil war immer als Arbeiterviertel bekannt. Seine Prägung hatte er mit der Ansiedlung zahlreicher stahlverarbeitender Fabriken erhalten, in deren Nachbarschaft die Wohnquartiere der Arbeiter errichtet wurden. Mit der Deindustriealisierung verlor der Stadtteil seine ökonomische Basis und Identität. Teile der Arbeiterschaft wanderten ab. Unter den Wohnungssuchenden, die dann den freiwerdenden Wohnraum belegten, waren viele Einwanderer. Diese bevorzugten bei der Wohnungssuche Standorte, in denen bereits Landsleute lebten und wo die Infrastruktur auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet war. So leben heute in keinem Stadtteil mehr türkische, jugoslawische, marokkanische und griechische Einwohner als im Programmbereich.

Die Stadtteile weisen eine extreme bauliche Dichte auf - dementsprechend groß war der Mangel an Freiflächen. 83 % der Wohngebäude sind vor 1962 errichtet worden (Gesamtstadt: 64 %). Hier leben ca. 42 000 Menschen. Die Straßen sind stark befahren und Schienenwege zerschneiden die Stadtteile. Das städtische Umfeld war vielfach wenig attraktiv und ansprechend.

Die Stadtteilbüros in Flingern und in Oberbilk

Mit Bildung des Quartiersmanagements im Juli 2001 begann die praktische Umsetzung des Ratsauftrags. Seit September 2001 waren die Stadtteilbüros auf der Birkenstr. 54 und auf der Ellerstr. 221 die Anlaufstellen für die gemeinsame Erneuerung und Gestaltung des Gebiets mit dem Ziel, das Quartier städtebaulich und sozial zu stabilisieren und sein Image zu verbessern.

Die Stadtteilbüros vermittelten vor Ort die Ziele des städtischen Planens und Handelns. Über umfassende Beteiligungs- und Aktivierungsprozesse gewinnen die Stadtteilbüros möglichst viele Institutionen und Einzelpersonen, die sich engagierten und dauerhaft kooperierten, um die Ziele der integrierten Stadtteilerneuerung auch nach Abschluss der Förderung zu verfolgen. Die Stadtteilbüros arbeiteten ressortübergreifend, unterstützten und förderten die Selbstorganisation im Quartier und werden hierzu vom Land nach den Richtlinien der Stadterneuerung gefördert.

Ausblick

Mit der Vielzahl verschiedener Maßnahmen konnten in den letzten 8 Jahren erhebliche Verbesserungen in den Quartieren erreicht werden (s.a. Maßnahmen in den integrierten Handlungsfeldern). Die bisherigen Erfolge spiegeln sich auch in der öffentlichen Meinung wieder.

Das Förderprogramm wurde zum 31.12.2008 beendet. Bis dahin ging es verstärkt darum, ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und die Kooperation zwischen den Akteuren im Stadtteil noch wirkungsvoller zu gestalten, um die initiierten Prozesse der Erneuerung nach Auslaufen der Landesförderung zu verstetigen. Verbesserungen im öffentlichen Raum bleiben dabei auf der Tagesordnung.

Abschlussbericht zum Stadterneuerungsprozess in Flingern und Oberbilk (politische Vorlage)

Die fertige Broschüre zum Abschlussbericht finden Sie auf den Seiten des DIFU unter folgendem Link.


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10. Februar 2012 | 04:35 Uhr

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