Wettbewerbsverfahren Kö-Bogen (2. Bauabschnitt)
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Hintergrund des Wettbewerbes
Mit der Realisierung der neuen U-Bahnstrecke "Wehrhahnlinie" und dem damit verbundenen Wegfall der Straßenbahngleise auf dem Jan-Wellem-Platz eröffnet sich für die Stadt Düsseldorf die einmalige Chance, das nördliche Ende der Königsallee, den gesamten Bereich im Übergang zum Hofgarten, den Jan-Wellem Platz und den Schadowplatz bis zum Gustav-Gründgens-Platz neu zu gestalten.
In einem ersten Bauabschnitt soll zunächst die Königsallee wieder an den Hofgarten angebunden und das Flair und die Qualitäten der Königsallee nach Norden bis zum Jan-Wellem-Platz weitergeführt sowie dieser Bereich baulich arrondiert werden. Aus einem ersten international ausgeschriebenen Wettbewerb ging der Entwurf des Architekten Daniel Libeskind, eingereicht von den Düsseldorfer Projektentwicklern "Die Developer" hervor.
Voraussetzung für die Realisierung der städtebaulichen Ziele ist die Verlagerung der bislang oberirdisch verlaufenden Verkehre in Tunnelbauwerke. Die so entstehenden neuen Baufelder werden im Rahmen dieses Wettbewerbes überplant und später als 2. Bauabschnitt realisiert.
Das Plangebiet
Das Wettbewerbsgebiet umfasst im Westen den Übergang der Innenstadt zum Hofgarten, vom Nordende der Königsallee vorbei an der geplanten Promenade am Jan-Wellem-Platz und entlang der Hofgartenstraße bis zur Achse Maximilian-Weyhe-Allee - Jägerhofstraße. Im nördlichen Teil umschließt es das Ensemble des Dreischeiben-Hauses und des Schauspielhauses um den vorgelagerten Gustaf-Gründgens-Platz, im zentralen Bereich die Haupteinkaufsstraße Schadowstraße zwischen dem Schadowplatz im Westen und der Bleichstraße im Osten. Der südliche Teil des Plangebietes umfasst das historische Ensemble des Martin-Luther-Platzes mit Justizministerium und Johanniskirche sowie die heute durch das Zusammentreffen der Berliner Allee, der Immermannstraße und der beiden Abfahrtsrampen der Hochstraße "Tausendfüßlers" stark vom Verkehr dominierten Räume südlich der Schadowstraße.
Ausgangsbasis der neuen städtebaulichen Möglichkeiten sind umfangreiche Verkehrsplanungen, durch die der Verkehr unter die Erde gebracht wird. So werden im Zusammenhang mit dem auf dem Jan-Wellem-Platz entstehenden Komplex Kö-Bogen im ersten Bauabschnitt zwei Tunnel gebaut, einer in Süd-Nord und einer in Nord-West-Richtung. Im Süd-Nord-Tunnel zweigt eine Tunnelröhre in westlicher Richtung ab. Die heute ebenerdigen Verkehre im Bereich Berliner Allee und Jan-Wellem-Platz / Nordende der Königsallee werden durch diese Tunnel aufgenommen. Bestehen bleibt oberirdisch vorerst nur der Verkehr in Nord-Süd-Richtung über die Hochstraße "Tausendfüßler". Im zweiten Bauabschnitt folgen der Abriss des Tausendfüßlers und die entsprechende Tunnelröhre in Nord-Süd-Richtung, die damit diesen Bereich der Innenstadt endgültig vom oberirdischen Verkehr befreit und eine Verbindung der heute noch getrennten beiden Teile des Hofgartens ermöglicht.
Weitere Informationen zum Entwicklungsgebiet "Kö-Bogen"Der Wettbewerb
Der Ausschreibungstext des Wettbewerbes, in dessem Rahmen 28 Architektenteams fristgerecht ihre Entwürfe eingereicht haben, macht einige wesentliche Vorgaben für die Entwurfsarbeit:
- Überplanung der Freiräume zwischen der solitären Bebauung, der ehemaligen Verkehrsflächen, des Gustaf-Gründgens-Platze sowie angrenzend an die Einkaufszone der Schadowstraße zu einem gestalteten öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität für Fußgänger.
- Ermöglichung des Übergangs zum Hofgarten ohne Barrieren
- Einbeziehung des denkmalgeschützten Drei-Scheiben-Hauses und des Schauspielhauses in die Planung. Insgesamt sollen sich die Planungen mit dem Umgang der bestehenden Gebäudeensembles beschäftigen. Dies gilt insbesondere für die Bebauung der Tuchtinsel, wie auch für den Baublock zwischen Gustaf-Gründgens-Platz im Westen und Norden, die Bleichstraße im Osten und der Schadowstraße im Süden. Lösungsvorschläge für diese letztgenannten Bereiche können sowohl für den Erhalt als auch für Abriss und Neubau geliefert werden.
- Städtebaulicher Umgang mit dem neugeschaffenen Freiraum durch den Wegfall des "Tausendfüßlers".
- Steigerung der Aufenthaltsqualität an der zentralen Lauflage der Schadowstraße.
- Freilegung der bislang verrohrten Gewässer.
28 Teams bestehend aus Städtebauern, Architekten und Landschaftsarchitekten hatten ihre Beiträge bei dem städtebaulich- und freiraum-planerischen Wettbewerb Kö-Bogen II fristgerecht eingereicht, die nun zur anonymen Beurteilung vorlagen. Die besten acht Ideen wurden am Freitag, 23. Januar, von einer Jury ermittelt, in der neben Vertretern der Ratsfraktionen und Richard Erben, Leiter des Stadtplanungsamtes, unter anderem die international tätigen Städtebauexperten Prof. Albert Speer (Frankfurt/Main), Prof. Helmut Bott (Stuttgart) und Prof. Christl Drey (Kassel) saßen. Landschaftsarchitektin Prof. Cornelia Müller (Berlin), die auch für die Planungen zum Park auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Derendorf verantwortlich zeichnet, und Architekt Hermann Henkel (Düsseldorf) komplettierten das Expertengremium.
In den Wettbewerbsbeiträgen ist der Entwurf von Daniel Libeskind noch nicht berücksichtigt, da die Entscheidung im Rahmen des Vergabeverfahrens parallel erfolgte. In der 2. Phase des Wettbewerbes erfolgt numehr die Einarbeitung dieses Entwurfs im Rahmen der weiteren Ausarbeitung.
Folgende Architektenteams wurden in dieser 1. Phase des Wettbewerbes ausgewählt und mit der weiteren Ausarbeitung der Entwürfe beauftragt:
Die Architektenteams
Team 1001
ArchitektAndré Poitiers, Hamburg
Freiraum
arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg
Zum Entwurf Team 1001
Team 1004
ArchitektHaberland Architekten, Berlin
Freiraum
office regina poly, Berlin
Zum Entwurf Team 1004
Team 1007
ArchitektHascher+Jehle Planungsgesellschaft, Berlin
Freiraum
hutterreimann+cejka Landschaftsarchitektur, Berlin
Zum Entwurf Team 1007
Team 1009
ArchitektKSP Engel und Zimmermann, Köln
Freiraum
Lill+Sparla Landschaftsarchitekten Ingenieure, Köln
Zum Entwurf Team 1009
Team 1013
ArchitektMolestina Architekten GmbH, Köln
Freiraum
FSWLA Landschaftsarchitektur, Düsseldorf
Zum Entwurf Team 1013
Team 1015
ArchitektEller+Eller Architekten und Generalplaner, Düsseldorf
Freiraum
RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
Zum Entwurf Team 1015
Team 1020
ArchitektAPB Architekten / Stadtplaner, Hamburg
Freiraum
gartenlabor landschaftsarchitekten, Hamburg
Zum Entwurf Team 1020
Team 1025
ArchitektOrtner & Ortner Baukunst, Wien
Freiraum
Atelier Loidl, Berlin
Zum Entwurf Team 1025
Hinweis
Bei den Erläuterungstexten zu den einzelnen Entwürfen handelt es sich um z.T. leicht gekürzte Texte des jeweiligen Entwurfsteams
Das weitere Vorgehen
Die ausgewählten Ideen werden nun vom 3. bis 6. Februar im Foyer des Schauspielhauses, Gustaf-Gründgens-Platz 1, gezeigt. Ausstellungseröffnung mit öffentlicher Präsentation der Entwürfe ist am 3. Februar um 18 Uhr. Vom 4. bis zum 6. Februar ist die Ausstellung täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Während der Ausstellung können Anregungen für die zweite Wettbewerbsphase direkt vor Ort an Vertreter der Teams gegeben werden.
Für die jetzt ausgewählten Büros beginnt unmittelbar im Anschluss an die öffentliche Präsentation die Ausarbeitung der Masterpläne für die umfassende städtebauliche Entwicklungsaufgabe und die erneute Prämierung durch die Jury Anfang April 2009. Dann werden die endgültigen Sieger des Wettbewerbs Kö-Bogen II ermittelt.
Ihre Ideen und Anregungen:
Gerne nehmen wir Ihre Anregungen und Ideen in den weiteren Planungsprozess mit auf. Schreiben Sie uns einfach eine Mail an folgende E-Mail-Adresse:
Anregungen und Ideen zum Kö-BogenBitte berücksichtigen Sie aber, dass bei einer großen Anzahl von Zuschriften nicht jede Einzelne von den Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes persönlich beantwortet werden kann. Trotzdem werden ihre Anregungen in den Planungsprozess einfließen


