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Aktuelle Themen:

Gutachterverfahren Hochhaus Mercedesstraße

Ansprechpartner Fon 0211 Fax 0211
Michael Bringmann
michael.bringmann@
duesseldorf.de
89-96749 89-36749

Grundstückseigentümer/Projektentwickler:

MIVNE TA'ASIYA GmbH & Co. KG "Sixteen"
c.o.
HABERENT FinanzPlanungsBauDienstleistungs GmbH
Askanischer Platz 4
10963 Berlin
www.haberent.de

Durchführung des Verfahrens:

ProStadt
Gesellschaft für Projektsteuerung im Städtebau mbG
Greifswalder Straße 207
10405 Berlin
www.prostadt.de

Das im Rahmen des Gutachterverfahrens zu beplanende Grundstück hat eine Gesamtfläche von ca. 5.000 m² und liegt in der Mercedesstraße, südlich des "Mörsenbroicher Ei's", einem der verkehrsreichsten Knotenpunkte Düsseldorfs. Die ehemals industriell genutzte Fläche ist unbebaut und liegt derzeit brach bzw. wird von einem Autohändler zwischengenutzt.

Luftbild des Plangebietes
Luftbild des Plangebietes in unmittelbarer Nachbarschaft des ARAG-Hochhauses

Der Rahmenplan "Hochhausentwicklung in Düsseldorf" weist den Standort als für die Hochhausentwicklung geeignet aus. Städtebaulich und stadtgestalterisch haben Hochhäuser einen hohen Orientierungs- und Symbolwert und erfordern deshalb eine entsprechende architektonische Ausprägung. Intention der Stadt ist es, mit dem vorhandenen Hochhaus der ARAG (124,90 m) im Osten an der Grashofstraße und dem Projekthochhaus einen "Nördlichen Stadteingang" zu formulieren. Ziel des Gutachterverfahrens war es, einen Entwurf für ein inklusive aller Aufbauten maximal 120 m hohes Gebäude zu erlangen, dies in Verbindung mit einem ansprechenden Sockelgebäude, das auf die Bebauung in der Nachbarschaft Bezug nimmt. Besonderes Augenmerk sollte bei der Entwicklung der "Landmarke" dem Lichtmasterplan Düsseldorf entsprechend auch auf die nächtliche Außenwirkung des neuen Hochhauses gerichtet werden.

Für das noch nicht abschließend detaillierte Nutzungskonzept waren die teilnehmenden Büros aufgefordert, Regelgeschosse für ein schlüssiges Konzept bestehend aus einem Hotel im Vier Sterne Bereich, Apartmentwohnen und unterschiedlich nutz- und teilbaren Büros zu entwickeln. Dem zu entwerfenden Sockelgebäude waren neben repräsentativen Eingängen zu den unterschiedlichen Nutzungen in den Obergeschossen im Wesentlichen öffentlichkeitswirksame Nutzungen wie Einzelhandelsflächen, Dienstleistungen, Fitness und Wellness zuzuordnen. Die Auslober und die Stadt beabsichtigen, das anschließend erforderliche Bebauungsplanverfahren auf dem empfohlenen Entwurf basierend durchzuführen.

Das Verfahren

Die Auslobung erfolgte in Form eines einstufigen, beschränkten Gutachterverfahrens als Mehrfachbeauftragung von sechs eingeladenen Architekturbüros. Das Verfahren wurde nicht anonym durchgeführt. Die Gutachterbüros stellten ihre Entwürfe dem Obergutachtergremium persönlich vor.

Teilnehmende Büros:

  • MYS Architects, Bney-Brak, IS
  • sauerbruch hutton, Berlin
  • Bofinger & Partner Architekten, Wiesbaden
  • KSP Engel und Zimmermann, Frankfurt/ Main
  • Mecanoo architecten, Delft, NL
  • HPP Hentrich-Petschnigg & Partner, Düsseldorf

Jedes der eingeladenen Büros wurde vom Auslober mit der Erstellung eines Gutachtens gemäß den Vorgaben der Auslobung beauftragt. Die Bearbeitung wurde vergütet. Der Abgabetermin für die Planunterlagen war der 05. August 2008.

Die Aufgabenstellung

Laut Rahmenplan Münsterstraße ist für das Gebiet um das "Mörsenbroicher Ei" eine bauliche Verdichtung mit mehreren Vertikalen als Stadteingang konzeptioniert. Das zu planende Hochhaus wird also keine allein stehende "Landmarke" darstellen, sondern Teil eines Ensembles werden, von dem bisher nur das ARAG-Hochhaus in seiner ersten Ausbaustufe errichtet ist.

Die Aufgabenstellung der Teilnehmer war deshalb, eine konzeptionelle Grundidee und konkrete Planungsinhalte darzustellen und die städtebauliche und gestalterische Einbindung in den städtischen Kontext aufzuzeigen. Hierbei waren die wesentlichen Blickachsen zu berücksichtigen, insbesondere von der Autobahn und von den Rheinbrücken.

Die Auslober und die Stadt Düsseldorf legten Wert auf ein architektonisch anspruchsvolles Konzept mit ausgeprägtem Wiedererkennungswert bei Tag und in der Nacht und der Möglichkeit einer hohen Flexibilität hinsichtlich sich wandelnder Nutzungsanforderungen. Ein weiterer Schwerpunkt der Aufgabenstellung war die Platzierung des Gebäudes auf dem Grundstück und die Ausprägung des Sockelgebäudes. Für die Platzierung des Hochhauses galt es, eine maximal mögliche Belichtung für die Wohnnutzung in der umliegenden Bebauung zu gewährleisten.

Ebenso waren bei der Aufgabenstellung die Fragen der Gebäudeaerodynamik zu berücksichtigen. Mit Gebäudeform und Ausprägung sollte Schutz von starken Fallwinden geschaffen werden bzw. waren die Auswirkungen auf Fußgänger und Radfahrer mit geeigneten Maßnahmen zu minimieren.

Die Konstruktion war so zu wählen, dass sie größtmögliche Stützenfreiheit ermöglicht und gleichzeitig in einem wirtschaftlich realisierbaren Rahmen bleibt. Dafür waren präferierte Konstruktionsprinzipien als Anhalt vorgegeben. Wesentlich war es für Auslober und Stadt, dass ein Gesamtkonzept entwickelt wird, bei dem der Energiebedarf deutlich niedriger liegt als bei vergleichbaren Bestandsgebäuden. Hier war die geplante Novelle der Energiesparverordnung (EnEV 2009) bei der Planung anzuwenden.

Ziel war es, auf Basis des aktuellen Erkenntnisstandes Umwelt und natürliche Ressourcen zu schonen und ein Gebäude mit gesunden Lebens- und Arbeitsbedingungen zu entwickeln. Dabei waren folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Optimierung des Verhältnisses Gebäudevolumen/ Fassadenfläche,
  • Natürliche Belichtung und Belüftung,
  • Einsatz umweltfreundlicher Baustoffe,
  • effiziente Energienutzung und
  • innovativer Umgang mit Besonnung und Sonnenschutz.

Nutzungskonzept

Da der wirtschaftliche Erfolg einer Immobilie u. a. von der Anpassungsfähigkeit des Gebäudes, insbesondere seiner konstruktiven Möglichkeiten hinsichtlich der zu schaffenden Raumqualität, abhängt, waren die Teilnehmer aufgefordert eine Gebäudekonzeption zu entwickeln, die sich verändernden Nutzungsansprüchen Rechnung tragen kann.

Lageplan und Ausrichtung der Gebäude
Lage und Ausrichtung der Hochhäuser am Mörsenbroicher Ei

Ausgehend von einer auf Turm und Sockelgebäude verteilten, oberirdischen BGF von ca. 35.000 m² waren in Abstimmung auf den jeweiligen Entwurf folgende Nutzungen nachzuweisen: Ein Hotel im Vier-Sterne-Bereich von ca. 19.000 m² und in unmittelbarer Zuordnung über zwei Geschosse Wohnapartments mit 35-50 m².

In den darüberliegenden Geschossen sollten Büros entstehen. Es wurden unterschiedliche Grundrisstypen erwartet, die Zellenbüros, Gruppenbüros, Großraumbüros und Kombibüros mit sinnvoll zugeordneten Besprechungs- und Kommunikationsbereichen, Teeküchen und Sanitärbereichen ermöglichen. Insbesondere wurden vom Auslober Vorschläge erwartet, die pro Etage bis zu fünf unterschiedlich große, selbstständige Büroeinheiten anbieten.

Für die Büros war der Außenbezug zu gewährleisten und bis zu einer Höhe von 70 m sollten die Fenster grundsätzlich öffenbar sein. Bei mechanischer Be- und Entlüftung war auf ein energiewirtschaftlich sinnvolles Gesamtkonzept zu achten.

Im Sockelgebäude waren neben großzügigen Eingangsbereichen ca. 1.200 m² Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen zu konzipieren, ggf. ergänzt um Fitness- und Wellnessbereiche. Wichtig für die Stadt war die öffentliche Zugänglichkeit.

Für alle Nutzungen war eine hohe Flächenwirtschaftlichkeit im Verhältnis der BGF zur Nutzfläche anzustreben, die Berechnungen dazu wurden gemäß DIN 277 abgefordert. Es wurde von den Verfassern eine nachvollziehbare Kostenschätzung erwartet.

Die Wageneinstellplätze (WEP) waren in einer Tiefgarage mit bis zu vier Tiefgeschossen unterzubringen, die Grundstücksfläche konnte dabei vollflächig unterbaut werden. Es war ein Mindestmaß von 480 WEP nachzuweisen, der konkrete Stellplatzbedarf ist der später tatsächlichen Nutzung entsprechend anzupassen.

Auslober und Stadt erwarteten ein schlüssiges Konzept für Zu- und Ausfahrten sowie Anlieferung, Busstellplätze etc., das die benachbarte Bebauung vor Lärm und Abgasen schützt.

Ergebnis des Verfahrens

Das Obergutachtergremium tagte am 18. September 2008. Nach eingehender Beratung unter Vorsitz von Prof. Karl-Heinz Petzinka wurden zwei Gruppen gebildet, drei erste Arbeiten schieden aus.

Im weiteren Beurteilungsverfahren verblieben die Arbeiten von Sauerbruch Hutton, KSP Engel und Zimmermann und HPP Hentrich - Petschnigg & Partner.

Nach intensiver Diskussion der städtebaulichen sowie Vermarktungs- und Nutzungsaspekte wird einstimmig beschlossen, den Entwurf von Sauerbruch Hutton zur Realisierung zu empfehlen.

Es wird keine gesonderte Abstimmung zu den beiden verbliebenen Arbeiten durchgeführt. Da es keine Preise oder Ankäufe in diesem Verfahren gibt, wird lediglich eine Platzierung vorgenommen, die einstimmig KSP auf den zweiten und HPP auf den dritten Platz setzt.

Das Obergutachtergremium gibt einstimmig folgende Hinweise an Sauerbruch Hutton zur Überarbeitung:

Die Flexibilität der Grundrissgestaltung ist in Abstimmung mit Bauherren und Stadt hinsichtlich unterschiedlichster Büro- und Wohntypologien weiter zu optimieren. Dabei sind insbesondere unterschiedliche Tiefenanforderungen sicherzustellen. Die Fassadenfarbgestaltung ist in Abstimmung mit Bauherren und Stadt weiter zu entwickeln.

Die Entwürfe

Im folgenden werden die Entwürfe der einzelnen Architekten vorgestellt:

Die Architektenteams

Architekt 1 (ausgewählter Entwurf)

Name:

Sauerbruch Hutton, Berlin

Verfasser:

Prof. Matthias Sauerbruch

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf

Architekt 2

Name:

KSP Engel und Zimmermann, Frankfurt am Main

Verfasser:

Jürgen Engel

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf

Architekt 3

Name:

HPP Hentrich - Petschnigg & Partner, Düsseldorf

Verfasser:

Jürgen Engel

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf

Architekt 4

Name und Verfasser:

Prof. Helge Bofinger, Wiesbaden

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf

Architekt 5

Name:

MYS Architects - Moore Yasky Sivan, Bney-Brak (IS)

Verfasser:

Prof. Avraham Yasky

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf

Architekt 6

Name:

Mecanoo international, Delft (NL)

Verfasser:

Francine Houben

Internet:

Internetauftritt des Architekten

Entwurf:

Informationen zum Entwurf



Lage des Projektgebietes im Stadtgebiet
Lage des Plangebietes im Stadtgebiet


Die Fassadengestaltung des Hochhauses
Die Fassadengestaltung des Hochhauses (Sauerbruch-Hutton)

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24. Mai 2012 | 09:01 Uhr

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