Gutachterverfahren ''Nördlich Westfalenstraße'' (2011)
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Investor
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C.F. Gomma Germany GmbH
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Moderation und Verfahrensbegleitung
pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GbRZweibrücker Hof 2
58313 Herdecke
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Telefax 02330-9284-29
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Mit der Produktionsaufgabe der Firmen Paguag GmbH & Co. (heute C.F. Gomma Germany GmbH) und Sack & Kiesselbach Maschinenfabrik GmbH stehen deren ehemalige Betriebsflächen an der Westfalenstraße in Rath nun für eine neue Nutzung zur Verfügung. Die wichtigsten Ziele für die Umnutzung dieser ca. 6,7 ha großen Brachfläche sind die Ausweisung neuer Wohnquartiere, die Stärkung des Stadtteilzentrums Westfalenstraße durch ergänzenden Einzelhandel und die Sicherung und Öffnung der bestehenden Grünfläche. Vor allem geht es aber darum, diese Flächen wieder zu einem Teil der Stadt werden zu lassen, der von der Bevölkerung erlebt werden kann.
Mit der Quartiersentwicklung kann der Standort nun wieder in die Stadt und den Stadtteil integriert werden. Ein wesentliches Qualitätskriterium des neuen Quartiers wird daher die Entwicklung hochwertiger und nutzbarer städtebaulicher Strukturen sein, über die die Verknüpfung mit dem Stadtraum und den vorhandenen Nutzungen hergestellt wird.
Der Einzelhandel, das Wohnen und weitere ergänzende Nutzungen sollen dabei sensibel in die Umgebung eingebunden werden. Die gewünschte Öffnung des geplanten Einzelhandels zur Westfalenstraße mit einem neuen Quartierspark und feingliedrige innere städtebauliche Strukturen sollen den Standort dabei nicht nur gestalterisch und funktional mit seinem Umfeld vernetzen, sondern auch zu einer Aufwertung des Stadtteilzentrums führen.
Restriktionen
Aufgrund der Lage des Plangebietes an den Verkehrsstraßen und durch die benachbarten Nutzungen kommt es zu Beeinträchtigungen durch Gewerbe- und Verkehrslärm. Im Vorfeld des Gutachterverfahrens wurden in einer lufthygienischen und schalltechnischen Untersuchung erste Aussagen zu den zu erwartenden Immissionen getroffen und Vorschläge zu notwendigen baulichen Maßnahmen gemacht.
Der überwiegende Teil des Plangebietes ist überbaut oder versiegelt. Es ist kein denkmalwerter Bestand vorhanden. Ein Erhalt von Gebäuden war zunächst nicht vorgesehen. Den Teilnehmern blieb es jedoch überlassen, die Integration von bestehenden Gebäuden zu prüfen.
Durch die industrielle Vornutzung kam es auf dem ehemaligen Betriebsgrundstück der Paguag GmbH & Co. zu Grundwasserverunreinigungen, die entsprechend den bodenschutz- und wasserrechtlichen Anforderungen bereits saniert werden. Bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen können die Eintragsstellen (Altlasten) der Grundwasserverunreinigungen nicht überbaut werden. Ein Ende kann derzeit nicht prognostiziert werden. Da es voraussichtlich zu zeitlichen Überschneidungen der Sanierungsmaßnahmen und der Flächenentwicklung kommen wird, gehörte es zur Aufgabe der Teams, sinnvolle Bauabschnitte zu bilden.
Bei der städtebaulichen Ausformulierung und Verteilung der Baukörper und Nutzungen waren sowohl die Erkenntnisse der Immissions- und Altlastenuntersuchungen zu beachten als auch Nutzungskonflikte innerhalb des Quartiers zu minimieren.
Die Erschließung des Gesamtgeländes sollte aus städtebaulichen Gründen nur über die Straße Am Gatherhof erfolgen, dabei mussten für die unterschiedlichen Nutzungen (Einzelhandel, Wohnen) separate Zufahrten geplant werden.
Zur Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe hat die Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam mit den Grundstückseigentümern ein mehrstufiges Gutachterverfahren unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt.
Verfahrensablauf
Startschuss des Verfahrens war eine öffentliche Auftaktveranstaltung am 17.02.2011, in der die konkreten Rahmenbedingungen für die Umnutzung der brach liegenden Betriebsflächen vorgestellt wurden. Die fünf beauftragten Planungsteams aus Stadtplanern/ Städtebauern und Landschaftsarchitekten hatten im Anschluss knapp einen Monat Zeit, erste Ideen für die künftige Gestaltung des Geländes zu entwickeln. Diese Arbeitsergebnisse sind im Rahmen einer Zwischenpräsentation am 23.03.2011 öffentlich vorgestellt worden. Im Anschluss konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen Vorschläge einbringen. Zusätzlich erhielten die Teams Empfehlungen der Jury für die Weiterbearbeitung und Vertiefung der Entwürfe. In einer öffentlichen Abschlusspräsentation wurden am 19.05.2011 die Endergebnisse vorgestellt.
Die Jury tagte am darauf folgenden Tag. Dabei wurde kein Sieger gekürt, da bei allen Entwürfen Überarbeitungsbedarf gesehen wurde. Die besten Ansätze zeigten die Arbeiten der beiden Teams Petzinka Pink Architekten und Konrath und Wennemar, die einen gemeinsamen zweiten Platz erhielten. Diese Teams wurden u.a. - auch aufgrund von Anregungen aus Bevölkerung und Politik - aufgefordert, im Zuge einer notwendigen Überarbeitung die Dichte der Bebauung deutlich zu reduzieren, die Integration von Bestandsgebäuden zu prüfen und Bauabschnitte zu bilden, die eine parallele Entwicklung von ergänzenden Einzelhandelsflächen und neuen Wohnquartieren ermöglichen.
Ergebnis
Die überarbeiteten Entwürfe sind der Jury am 01.07.2011 vorgestellt worden. Diese beschloss einstimmig, das Konzept des Düsseldorfer Teams bestehend aus Petzinka Pink Architekten und dem Büro FSWLA Landschaftsarchitektur als Grundlage für das anschließende Bebauungsplanverfahren zu empfehlen.
Vorgesehen sind vorrangig die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers und die Stärkung des zentralen Versorgungsbereiches Westfalenstraße durch ergänzenden Einzelhandel. Die bestehende und heute noch private Grünfläche an der Westfalenstraße wird zu einem öffentlichen multifunktionalen Quartiersplatz umgewandelt, der Auftakt und Rückgrat des neuen Quartiers wird. Ein neuer Treffpunkt mit Kinderspiel, aber auch mit Platz für Gastronomie und Marktstände. Zielvorgaben für die umgebende Bebauung sind Urbanität und Nutzungsmischung. Östlich des Platzes ist die Errichtung von Einzelhandel vorgesehen: im Erdgeschoss eines neuen Gebäudekomplexes an und mit direktem Zugang zur Westfalenstraße sind die Ansiedlung eines Vollversorgers und ergänzender Fachmärkte geplant. Die Stellplätze sollen im ersten Obergeschoss untergebracht werden. Darüber können Wohnungen und/oder Arztpraxen oder ähnliche Nutzungen entstehen. Damit fügt sich das neue Gebäude mit entsprechender Geschossigkeit in das urbane Bild der Westfalenstraße ein.
Im Norden des Quartiersplatzes ist eine Wohnbebauung vorgesehen, die auf der zum Platz zugewandten Seite durch gastronomische Einrichtungen, Dienstleistungsangebote und/oder kleinteilige Einzelhandelsstrukturen ergänzt werden kann. Angrenzend kann eine Kindertagesstätte entstehen.
Nördlich von diesem urbanen Auftakt ist ein neues Wohnquartier geplant, das sich aus Blockstrukturen mit grünen Höfen zusammensetzt. Eine mehrgeschossige umlaufende Riegelbebauung schützt die Innenbereiche vor Lärmimmissionen. Der Entwurf sieht eine variationsreiche Typologie von Baukörpern vor, die offen sind für unterschiedlichste Nutzungen: Stadthäuser als Einfamilienhäuser, Geschosswohnungsbau, Alten- oder Studentenwohnungen. Es ist vorgesehen, eine der bestehenden Gewerbehallen zu einem Wohngebäude umzubauen: damit bleibt ein Stück industriehistorisches Rath identitätsstiftend für die Zukunft ablesbar. Gleichzeitig kann mit den hier möglichen innovativen Wohnformen der Stadtteil für eine neue Bewohnerschaft attraktiv werden. Ebenfalls erhalten bleiben soll ein ehemaliger Luftschutzraum, der zum Beispiel zu einem Bürgerhaus mit Café umgenutzt werden könnte. Angrenzend ist als neuer Kommunikationspunkt die Anlage eines Platzes als grüne Mitte geplant. Insgesamt weist der Entwurf neben der geforderten angemessenen Urbanität vielfältige öffentliche Räume nach, die ein Quartier mit hohen Qualitäten erwarten lassen.
Die Erschließung ist über eine Ringstraße geplant, notwendige Stellplätze werden in Tiefgaragen nachgewiesen. Fuß- und Radwegeverbindungen garantieren eine gute Vernetzung mit der Umgebung. Durch die sinnvolle Planung von Bauabschnitten kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt ein Großteil des Quartiers - insbesondere eine Vielzahl neuer Wohnungen - entwickelt werden.
Der auf dem Siegerentwurf basierende Bebauungsplan Nr. 5781/038 wird zurzeit erarbeitet.
Teilnehmer
Im Folgenden werden die teilnehmenden Architektenteams kurz vorgestellt:












