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Auch Koppe und Bitterling kletterten über die Fischtreppe

Viele seltene Fischarten wurden im Brückerbach wieder nachgewiesen

Die neue Fischtreppe im Brückerbach lockt Fische mit gutem Erfolg direkt aus dem Rhein in Richtung Düssel. Darunter auch seltene und besonders geschützte Arten wie Koppe und Bitterling sowie Neozoen (Sonnenbarsch, Marmorierte Grundel, Blaubandbärbling). Dies wurde jetzt durch einen Experten belegt, der dies im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes kontrolliert. Danach wurden seit Juni 2006 schon über 2.500 einzelne Fische aus 24 Arten gezählt. Die Zählungen werden noch bis Juli dieses Jahres fortgeführt.

Zusammen mit einer Abdichtung der Bachsohle zum Schutz des Grundwassers im Wasserschutzgebiet war die Treppe angelegt worden. Sie ersetzte zwei 1,20 und zwei Meter hohe Abstürze aus Beton, über die der Brückerbach früher wasserfallartig in den Rhein gestürzt war und die für die Fische nicht zu überwinden waren. Am Spaltwerk in Wersten soll im Laufe dieses Jahres eine weitere Treppe entstehen und den Fischen damit der Weg zum Oberlauf der Düssel eröffnet werden.

Fische zählen am Brückerbach Die Funktionsfähigkeit der beiden Fischtreppen am Brückerbach wird von dem Fischereibiologen Christian Edler aus Bochum im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes unter fachlicher Begleitung des Umweltamtes geprüft. Dazu werden für ein Jahr die aufgestiegenen Fische in einer Kontrollreuse, die stromauf des obersten Riegels platziert ist, abgefangen. Nach der Erfassung von Artenzugehörigkeit, Stückzahl und Körperlänge werden die Fische im Oberwasser wieder ausgesetzt. Ergänzend wird der Fischbestand mittels regelmäßiger Elektrobefischungen stromab wie stromauf auch im Wasserlauf selbst ermittelt. Dies ist wichtig, um eine vergleichende Datengrundlage für die anschließende Bewertung zu erhalten und um mögliche Schwachstellen an einzelnen Riegeldurchlässen der Anlage aufzudecken. Schließlich soll möglichst allen aufstiegswilligen Fischen der Weg hinauf in die Düssel ermöglicht werden. Hierzu zählen jedoch nicht nur schwimmstarke Vertreter wie ausgewachsene Forellen, sondern insbesondere auch Jungfische schwimmschwacher Arten wie Rotauge, Hasel oder Koppe.

24 Fischarten und auch Krebse gefunden Zu den nachgewiesenen 24 Fischarten im Bereich der Anlage im Brückerbach zählten neben zahlreichen Flussbarschen insbesondere Jungfische der Arten Aland, Döbel, Hasel, Hecht und Rotauge. Des Weiteren wurden die Arten Aal, Bachforelle, Bachschmerle, Barbe, Gründling, Güster, Karpfen, Nase, Rapfen, Rotfeder, Kaulbarsch, Ukelei und Dreistachliger Stichling gefunden. Großsalmoniden wie Lachs und Meerforelle konnten bisher nicht gefangen werden. Ergänzt wird die Fangliste durch Krebse wie Wollhandkrabbe, Kamberkrebs und Signalkrebs.

Mit dem Bau der Fischtreppe wird die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) umgesetzt, deren Ziel die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit der Fließgewässer ist. Durch diese und andere Maßnahmen soll der "gute ökologische Zustand" unserer Gewässer bis 2015 erreicht werden. Vor diesem Hintergrund werden vielerorts strukturelle Verbesserungen, wie der Rückbau von Querbauwerken oder der Bau von Fischaufstiegsanlagen (FAA), realisiert.

Neue Bachsohle Die Sohlabdichtung des Baches kostete 1,46 Millionen Euro. Darin waren 235.000 Euro für die Fischtreppen enthalten, die komplett durch das Land gefördert wurden. Für die Fischtreppe wurden Wasserbausteine und große Steinblöcke von bis zu einem Meter Durchmesser stufenartig angeordnet. So verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit und Fische bekommen überhaupt erst die Möglichkeit, die Steigung zu überwinden. In eigens angelegten Ruhezonen können sie beim Aufstieg "verschnaufen". Der Höhenunterschied von Ober- zu Unterwasser wird durch einzelne Steinschwellen abgebaut. In den Steinschwellen verbleiben durchströmte Lücken durch die das Wasser ablaufen kann und die Fische nach stromauf schwimmen können. Die Ufer wurden bepflanzt und erhielten ein frisches, grünes Gesicht.

Neben der Laichwanderung gibt es auch andere Motive für Fischwanderungen: der Wechsel zwischen Fress- und Ruheplätzen oder Tag- und Nachtquartieren, das Aufsuchen von Sommer- oder Winterquartieren, die Erschließung neuer Lebensräume. Die intakte Anbindung von Nebengewässern erleichtert den Fischen zudem die Flucht aus lebensfeindlichen Bedingungen und auch die Wiederbesiedlung des Hauptgewässers nach Störfällen (z.B. SANDOZ-Katastrophe). Bislang gab es in der Landeshauptstadt zwei Fischtreppen: Eine am Schwarzbach in Kalkum, eine weitere am Dahlhofbach in Hubbelrath. Die beiden Anlagen sind aber viel kleiner als die Brückerbach-Treppe.

(bla)

Anmerkung für die Redaktion: Im Internetangebot der Stadt Düsseldorf finden sich unter den Adressen: www.duesseldorf.de/download/fische1.jpg (Blick auf die Fischtreppe), ... fische2.jpg, (Blick auf Fischtreppe als Totale), ...fische3.jpg (Beispiel für die Elektrobefischung) und ...fische4.jpg (Beispiele für angetroffene Fische: Rotauge, Gründling und Hasel - von oben nach unten - Fotos zu diesem Thema, die kostenlos verwendet werden können.

25. April 2007
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9. Februar 2010 | 16:45 Uhr

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