Schulpsychologische Themen - Einschulung
Einschulung
Die Einschulung eines Kindes ist noch immer für Kinder und Eltern ein bedeutendes Ereignis. Für Kinder bedeutet es, endlich zu den „Großen“ zu gehören, endlich lesen, schreiben und rechnen zu lernen und selbstständig zu werden. Manche bleiben jedoch unsicher vor den neuen Anforderungen und Erwartungen oder den ungewissen Situationen, die auf sie zukommen. Insbesondere Kinder mit Umstellungsschwierigkeiten, die schon zu Beginn der Kindertagesstätte unsicher waren, brauchen auch beim Wechsel in die Schule mehr Zeit zum Eingewöhnen.
Eltern begleiten den Schritt in die Schule oft mit gemischten Gefühlen: Eigene Erinnerungen an die Schulzeit werden wach (und dabei oft nur die negativen Erinnerungen), das Loslassen des Kindes und die wachsende Selbstständigkeit des Kindes erzeugen neue Sorgen und Ängste. Auch die Frage, ob ihr Kind wohl mitkommt in der Schule und nicht untergeht, beschäftigt viele Eltern.
Dabei sind die Bedingungen zum Schulanfang zumeist ganz anders als noch zu den Zeiten, als die Eltern selber eingeschult wurden. Zum einen haben die Kinder mit ihrer Tagesstätte bereits die Schule schon besucht, zum anderen wird die Schuleingangsphase flexibel gestaltet und viel Eingewöhnungszeit für die Kinder gelassen.
Was können Eltern tun, um ihrem Kind den Schulstart zu erleichtern?
- Sprechen Sie nicht vom „Ernst des Lebens“, der jetzt in der Schule beginnt. Sprechen Sie lieber davon, wie viel Spannendes und Interessantes in der Schule zu erleben ist. Machen Sie Ihr Kind neugierig!
- Drohen Sie nicht mit der Schule („Du wirst schon sehen, wenn Du erst in die Schule kommst!“)
- Informieren Sie sich über die Angebote und Arbeitsweisen der Schulen, bevor Sie sich für eine Anmeldung entscheiden. Hören Sie nicht nur auf die Erfahrungen anderer Eltern, Sie wissen nie, ob Ihr Kind die gleiche Lehrkraft bekommt. Besuchen Sie Tage der offenen Türe, orientieren Sie sich auf den Internet-Seiten der Schulen, fragen Sie nach dem Schulprofil und den Förderangeboten.
- Wägen Sie bei der Schulwahl für Ihr Kind ab, wie wichtig ein besonderes Schulprofil und wie der Schulweg zu bewältigen ist. Ihr Kind sollte spätestens nach einem Jahr, besser schon früher, den Schulweg alleine zurücklegen können.
- Nehmen Sie Ihr Kind mit zur Anmeldung in der Schule. Machen Sie sich keine Sorgen, ob Ihr Kind einen „guten Eindruck“ macht. Die Lehrkräfte sind geschulte Pädagogen und können auch damit umgehen, wenn Ihr Kind schüchtern oder unsicher reagiert.
- Gehen Sie vor dem Schulbeginn den Schulweg ab und unterstützen Sie Ihr Kind, den Weg bald selbstständig gehen zu können, bilden Sie Gemeinschaften mit anderen Kindern oder Eltern wie beispielsweise den „Walking-Bus“.
- Bei Sorgen und Ängsten prüfen Sie immer wieder neu, ob sie berechtigt sind oder in Ihrer eigenen Geschichte begründet liegen. Sprechen Sie mit anderen Eltern, so können Sie unterscheiden, was begründete und was unbegründete Sorgen sind.
- Machen Sie Ihrem Kind Mut und lassen Sie ihm ausreichend Zeit, sich auf Neues einzulassen und neue Freunde zu finden. Richten Sie Ihren Alltag darauf ein, dass am Morgen oder am Nachmittag nicht zu viel Stress oder Hektik entsteht.
- Nach der Einschulung halten Sie den Kontakt zu den Lehrern, besuchen Sie die Elternabende und Elternsprechtage. Dadurch sind Sie nicht nur gut informiert, Sie zeigen Ihrem Kind auch, dass Sie an seinem neuen Lebensumfeld interessiert sind und teilnehmen wollen.
- Richten Sie einen eigenen Arbeitsplatz ein, an dem Ihr Kind die Hausaufgaben machen kann. Dieser sollte nicht im Wohnzimmer oder der Küche sein und keine Ablenkungen ermöglichen. Auch der Maltisch, wo nur die Malsachen zur Seite geschoben werden, ist kein Arbeitsplatz. Zum Arbeiten sollte der Tisch frei von anderen Ablenkungen sein.
- Bleiben Sie gelassen, wenn die Hausaufgaben nicht so funktionieren, wie Sie es sich vorstellen. In der ersten Klasse sollen die Hausaufgaben nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern und sie sollen selbstständig gemacht werden. Die Lehrerin oder der Lehrer will sehen, was Ihr Kind alleine arbeiten kann und nicht, was Sie für das Kind schreiben können.
Die Grundschulen haben in den letzten Jahren verschiedene Förderkonzepte für den Schulanfang entwickelt, um den Kindern den Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule leicht zu machen. In einigen Schulen ist eine flexible Schuleingangsphase eingeführt worden. Dies bedeutet, dass die Klassen 1 und 2 zu einer Einheit und als eine Klassengemeinschaft zusammengefasst werden, die die Kinder wie üblich in zwei Jahren, aber auch verkürzt in einem oder verlängert in drei Jahren durchlaufen können. Auf diese Weise soll dem unterschiedlichen Entwicklungsstand der Schüler zu Beginn der Schulzeit Rechnung getragen und jedem Schüler entsprechende Startchancen gegeben werden.
Weitere Informationen
- Tipps für Eltern rund um die Einschulung
Schulfähigkeitsprofil www.schulministerium.nrw.de - Schuleingangsphase www.schulministerium.nrw.de
- Alles rund um die Gesundheit des Kindes kindergesundheit-info.de
- „Walking-Bus“ bildungsklick.de
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