Schulpsychologische Themen - Schulstress
Schulstress
Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler oft unter hohem Stress in der Schule stehen. Auch äußert ein hoher Prozentsatz Ängste vor einem Versagen in der Schule.
Viele Eltern fragen sich, was sie selber tun können, um den Stress für ihre Kinder zu verringern. Neben hohen Anforderungen in der Schule ist oft der Familienalltag selbst sehr stressig organisiert. Viele Kinder wachsen mit dem ständigen Erleben von Stress und zu wenig Zeit für ihre Interessen auf. „Im Stress zu sein“ wird zum Normalzustand, keinen Stress zu erleben schnell negativ als Langeweile bewertet.
Was können Eltern tun, um Stress in oder mit der Schule zu verringern?
- Nehmen Sie sich morgens genügend Zeit, stehen Sie rechtzeitig auf, um den Tag für Sie und ihr Kind in Ruhe zu beginnen: Beginnen Sie den Tag nicht mit Stress und Aufregung!
- Ihr eigener Stress überträgt sich auf das Kind, gehen Sie den Alltag gelassen an.
- Planen Sie Ihren Tag mit kleinen Pausen und Entspannungszeiten für sich und Ihr Kind ein; von der Arbeit zum Einkaufen und zum nächsten Termin hetzen fördert nur den eigenen Stress.
- Planen Sie mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag ein, ohne Ihr Kind dazu zu drängen. Untersuchungen haben gezeigt, dass gemeinsame Mahlzeiten das Wohlempfinden der Kinder fördern.
- Wenig und falsches Essen schaden der Konzentration. Sorgen Sie für ein Frühstück zu Hause und geben Sie eine gesunde Zwischenmahlzeit mit, achten Sie darauf, dass Ihr Kind in der Schule auch kalorienarme Getränke zur Verfügung hat oder geben Sie ebenfalls etwas mit. Viele Schüler trinken während der Schulzeit zu wenig, besonders im Sommer. Auch hier gilt: Sie selbst müssen ein gutes Vorbild sein.
- Nicht jede Anforderung ist gleich Stress. Leben Sie Ihrem Kind vor, dass bestimmte Aufgaben und Anforderungen zum Alltag gehören und zu bewältigen sind. Erwarten Sie auch von Ihrem Kind, Verantwortung zu übernehmen und Aufgaben in der Schule selbstständig bearbeiten zu können.
- Setzen Sie zusammen mit Ihrem Kind realistische und kleine Ziele für die Schule: Zu hohe Erwartungen an die Noten führen zu Stress und dann zu Ängsten vor Schulversagen bei den Kindern. Ziele müssen erreichbar sein!
- Auch bei den Hausaufgaben sind realistische Ziele wichtig: In der ersten Klasse sind 20 bis 30 Minuten für die Hausaufgaben vorgesehen. Wenn das nicht klappt, schreiben Sie eine Notiz für die Lehrerin darunter und beenden die Hausaufgaben. Machen Sie nicht die Hausaufgaben für ihr Kind, die Lehrer wissen, wie die Lösungen aussehen, sie wollen wissen, was die Kinder selbstständig arbeiten können.
- Lassen Sie Ihr Kind die Hausaufgaben alleine machen. Geben Sie nur Hilfen, wenn Ihr Kind überhaupt nicht weiß, wo es anfangen soll. Teilen Sie dann gemeinsam die Aufgaben ein und lassen es dann wieder einen Teil alleine bewältigen. Dies können Sie dann schrittweise ausdehnen.
- Bleiben Sie am Ball, besuchen Sie die Elternabende und Sprechtage in der Schule, verfolgen Sie die Entwicklung in der Schule und trauen Sie sich ruhig bei Bedenken die Lehrer anzusprechen.
- Sorgen Sie für einen regelmäßigen, am besten täglichen, körperlichen Ausgleich zu den schulischen Anforderungen: Das kann ein Sportverein sein oder regelmäßiger gemeinsamer Sport und Bewegung, wie auch das Spielen draußen. Sport sorgt für Ausgleich von der geistigen Anstrengung, baut Spannung ab und erzeugt positive Gefühle. Aber bitte: Kein Leistungssport und Erwartungen, der Beste zu sein. Und wer absolut unsportlich ist kann auch einen Ausgleich bei dem Spielen eines Instrumentes oder Malen und Töpfern finden.
- Je älter eine Schülerin oder ein Schüler ist, desto mehr Verantwortungsbewusstsein können Sie erwarten. Lernen für die Schule liegt dann zunehmend in der Verantwortung Ihres Kindes. Aber halten Sie eine „lange Leine“, fragen Sie in Abständen nach, lassen Sie sich etwas zeigen und schalten Sie sich wieder mehr ein, wenn Sie merken, das es nicht klappt. Halten Sie Ihr Kind je nach Alter an, Vorbereitungen für eine Klassenarbeit eigenständig zu planen, einen Zeitplan zu erstellen, die Arbeit nicht auftürmen zu lassen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Dauer der Mediennutzung (Fernsehen, Computer, Spielkonsole, Handy). Jugendliche stehen häufig unter hohem Druck, für Freundinnen und Freunde dauernd erreichbar zu sein: Wer auf eine sms oder Email nicht schnell antwortet, ist bei Verabredungen nicht mehr dabei. Finden Sie gemeinsam einen Weg, diesen Druck nicht zu einem dauernden Stress werden zu lassen und vor allem: Prüfen Sie sich selbst, ob Sie selbst ständig unter Stress stehen, nichts zu verpassen. Auch hier gilt: Sie selbst müssen ein gutes Vorbild sein.
- Wenn Sie merken, dass Ihr Kind nicht in die Schule gehen will, Ängste äußert, schlecht schläft oder immer morgens über Bauchschmerzen klagt, sprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Kind, forschen Sie nach möglichen Gründen: Ist der Lernstoff zu schwer oder zu leicht, gibt es Streit in der Klasse oder mit anderen Schülern, hat Ihr Kind Ängste, die Schule nicht zu schaffen oder gibt es Probleme auf dem Schulweg? Sprechen Sie mit dem Klassen- oder Fachlehrer. Wenn Sie dann immer noch nicht weiter wissen, suchen Sie weitere Hilfen in einer Schulpsychologischen Beratungsstelle.



