Von der Hauptstadt eines Großherzogtums zur Industriestadt
Die Französische Revolution bedeutete auch für die Stadt Düsseldorf einen wichtigen Einschnitt in ihrer Geschichte. Im Oktober 1794 erschienen französische Revolutionstruppen am Rhein gegenüber von Düsseldorf. Die Festung Düsseldorf war damals mit bergischen, jülichen und österreichischen Truppen besetzt. Bei der Beschießung der Stadt durch die Franzosen am 6. Oktober 1794 wurden das Schloss, die Nebengebäude des Statthalterpalais' in der Mühlenstraße sowie 16 Bürgerhäuser in Brand gesetzt. Aber erst ein Jahr später, am 6. September 1795, überschritten die französischen Truppen den Fluss und nahmen die Stadt fast ohne Gegenwehr ein, da die schlecht ausgerüstete Festung kaum verteidigt wurde. Zunächst wurde Düsseldorf von den Franzosen als Brückenkopf und militärischer Stützpunkt weiter ausgebaut, wobei zahlreiche Häuser in der Umgebung der Stadt den Schanzarbeiten zum Opfer fielen, so u.a. das Hofgärtnerhaus und der Chinesische Pavillon am Eingang des Hofgartens.
Als die französische Besatzung nach dem Frieden von Lunéville 1801 die Stadt wieder räumte, sprengte sie die gesamten Festungsanlagen und verwandelte sie in einen riesigen Trümmerhaufen. Landesherr von Düsseldorf war seit 1799 Max Joseph von Pfalz-Zweibrücken (1756-1825), der auch Kurfürst von Bayern war und in München residierte. Er setzte seinen Schwager, Herzog Wilhelm in Bayern, als Statthalter in Düsseldorf ein. Doch schon im März des Jahres 1806 wurde Berg durch Napoleon, dem Max-Joseph das rheinische Herzogtum im Tausch gegen die bayerische Königswürde abgetreten hatte, an seinen Schwager Joachim Murat gegeben und zum Großherzogtum erhoben. Düsseldorf wurde damit Hauptstadt eines Territoriums, das weit über die Grenzen des alten Herzogtums Berg hinausreichte.
Der Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 hatte auch für Düsseldorf die Aufhebung sämtlicher Stifte und Klöster gebracht. Die Stiftskirche wurde ausschließlich Pfarrkirche, für die zweite Stadtpfarrei kam die Kirche des Franziskanerklosters, die Maxkirche, hinzu. Die Gebäude anderer Klöster wurden zum Teil auf Abbruch verkauft oder als Lagerhäuser, Pferdeställe und für sonstige Zwecke verwendet. Das ehemalige Jesuitengymnasium in der Mühlenstraße wurde staatliches Lyzeum. weiter
St. Lambertus
St. Lambertus-Kirche mit Krämergasse. Stich nach einem Gemälde von L. Oeder, 1. Hälfte
des 19. Jahrhunderts.
Beschießung 1794
Beschießung der Stadt Düsseldorf durch die Franzosen 1794.
Einzug Napoleons
Einzug Napoleons am 3.11.1811 in Düsseldorf. Steindruck nach einer zeitgenössischen Lithographie von Petersen.

