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Vom Dorf zur Residenzstadt

Der Streit, ob Düsseldorf bei seiner Erhebung zur Stadt im Jahre 1288 mehr ein Fischer- und Bauerndorf oder schon ein aufblühendes Handelszentrum gewesen sei, wird sich heute nicht mehr entscheiden lassen. Jedenfalls gab es zur Zeit der Stadterhebung schon eine Kirche, die wahrscheinlich schon seit 1206 Pfarrkirche war, auch gab es bereits 1263 drei Düsseldorfer Einwohner als Pächter der Rheinfähre bei Düsseldorf, was schon auf einen gewissen Handelsverkehr hinweist. Mit Sicherheit lag der um 1150 erstmals genannte Ort aber noch im Schatten der alten Pfalz- und Stiftsstadt Kaiserswerth und vor allem der auf dem anderen Rheinufer gelegenen kurkölnischen Stadt Neuss. Die Hoffnungen, die Graf Adolf mit der Gründung der Stadt Düsseldorf und der Umwandlung der Pfarrkirche zu einer Stiftskirche im Hinblick auf einen wirtschaftlichen Aufschwung gehabt haben mag, erfüllten sich allerdings zunächst nicht. Die neue Stadt besaß um 1300 noch bescheidene Ausmaße. Nach der Gründung des Kanonikerstiftes 1289 (Bestätigung durch den Kölner Erzbischof 1306) wurde der Platz um die Kirche Immunitätsbereich, der durch eine Mauer von der weltlichen Siedlung getrennt war. Nördlich der Kirche verlief die Hauptstraße der Stadt, die heutige Straße "Altestadt", an deren westlichem Ende, wohl in der Nähe des heutigen Theresien-Hospitals, ein unbebauter Platz als Marktplatz diente. Hier stand auch das Bürgerhaus, das als erstes Rathaus der Stadt diente. Es bestand aus einem zweigeschossigen Hauptgebäude mit je einem Saal in Erd- und Obergeschoss. Eine weitere Straße war die - heute verschwundene - Krämerstraße zwischen der St. Lambertus-Kirche und dem Rheinufer, in der sich der Handel der Stadt konzentrierte.

Der Platz, auf den die junge Stadt Düsseldorf lag, war gut gewählt. Die Siedlung lag auf einer hochwassergeschützten Landzunge, die im Westen durch den Rhein, im Süden durch die Düssel und im Norden durch einen Altrheinarm, den sogenannten "Eder", gesichert war. Nur an der Ostseite mußte die Stadt durch einen doppelten Graben stärker befestigt werden. Zunächst bestand die Befestigung wohl aus einer sogenannten "Holzerdemauer" und wurde erst im 14. Jahrhundert durch eine Steinmauer ersetzt. Der Raum, über den sich die Stadt ausdehnte, umfasste nur etwa 3,8 Hektar, die Länge der Befestigung betrug kaum 800 Meter. Der Mauerring schloss auch die noch nicht bebaute Ritterstraße mit ein.

Für das Jahr 1303 ist erstmals ein Bürgermeister belegt, und 1358 wird ein Rat der Stadt Düsseldorf genannt. In diesem Jahr ist Düsseldorf auch zusammen mit anderen Städten auf dem bergischen Landtag belegt, auf dem Vertreter der Städte und des Adels zusammenkamen, um vor allem Steuerbewilligungen zu beschließen. Der seit 1360 regierende Landesherr, Graf Wilhelm von Berg, war der Stadt sehr zugetan und förderte ihren Aufstieg. 1371 erhielt Düsseldorf die volle Gerichtsbarkeit und durfte einen eigenen Galgen errichten, 1373 wurde es bergische Zollstadt und wahrscheinlich 1377 bergische Münzstätte. Im Jahre 1382 werden die ersten Juden in Düsseldorf erwähnt, und im gleichen Jahr erfolgte die Stiftung des Gasthauses, des Vorläufers des St. Hubertus-Hospitals. Es lag an der Ratinger Straße und war Fremdenherberge, Hospital und Sozialstation in einem. 1384 ordnete Graf Wilhelm, der 1380 vom König zum Herzog erhoben worden war, die Anlage einer Neustadt an, die sich südlich der alten Stadt bis zur Flingerstraße erstreckte und schon mit einer Mauer gesichert wurde, ehe sie voll besiedelt war. Zunächst besaß diese Neustadt eine eigene Verwaltung. Verwaltungsmäßig zu Düsseldorf geschlagen wurden im Jahre 1384 auch die Orte Bilk, Golzheim und Derendorf - 1394 kam noch Hamm hinzu - die, obwohl ausserhalb der Mauern liegend, Bestandteile der Stadt wurden. Volmerswerth dürfte im Laufe des 15. Jahrhunderts hinzugekommen sein.

Die Regierungszeit Herzog Wilhelms war eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs für Düsseldorf. Die Stadt war durch den Erwerb der Reliquien des Hl. Apollinarius aus Remagen zu einem Wallfahrtsort geworden. Die Pilger brachten Geld in die Stadt, so dass an einen Neubau der Stifts- und Pfarrkirche gedacht werden konnte. Ende des 14. Jahrhunderts, wohl um 1390, erhielt die Lambertuskirche ihre heutige Gestalt als gotische Hallenkirche. Auch werden in diesem Zeitraum mehrere Stadttore erstmals genannt, so das Berger Tor (1396) und das Flinger Tor (1408). > Weiter...



 
Schlacht bei Worringen
Bild-Datei  Schlacht von Worringen, Gemälde 

Gemälde der Schlacht bei Worringen von Prof. Peter Janssen.  
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8. Februar 2012 | 09:31 Uhr

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