Düsseldorfer Literaturkonzerte 2013
Literarisch-musikalische Feinkost an vier Abenden
2013 feiern die Düsseldorfer Literaturkonzerte fünfjähriges Bühnenjubiläum!
Peter Welk, der künstlerische Leiter und Schauspieler ist wieder dabei, sowie andere begnadete Schauspielerinnen, Musiker und Komponisten.
Das Publikum darf sich freuen über Unsinnsgeschichten mit Musikklimbim, literarisch-erotische Verführungen zum Valentinstag, unheimlich-apokalyptische Wortkunst und selbsterdachte
Shakespeare-Parodie auf höchstem Niveau. Ungewöhnlich, unterhaltsam und intelligent - so wie Sie die Düsseldorfer Literaturkonzerte kennen, geht es 2013 an vier Abenden in der Zentralbibliothek auch damit weiter.
Was?! - Sie kennen die Düsseldorfer Literaturkonzerte noch gar nicht? Dann gratulieren wir zu einer Neuentdeckung im Düsseldorfer Veranstaltungskalender, die Sie nicht verpassen sollten!
Übrigens: Der Eintritt zu den vier Konzerten ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und literarisch-musikalische Unterhaltung!

Peter Welk (künstlerischer Leiter), Michaela Corman, Daniel Sommer, Eva-Maria Coenen, Georg Corman, Prof. Ludger Maxsein (von links nach rechts)
Gibt es Unterhosen, die den Bauch bemoosen?
Vom Butterbrotpapier zu Ottos Mops - Sternsekunden des literarischen Unsinns
Mit Peter Welk, Michaela und Georg Corman
Im Anfang war das Wort - oder? Im Anfang war der Unsinn - wetten?
Ernst Jandl hätte es vielleicht so zusammengefasst: Im Anfang war der
Mund, im Anfang war das Lautgedicht. Dieser Ernst Jandl, Unsinnsjongleur
und Sprachspieler, steht im Mittelpunkt des ersten Düsseldorfer Literaturkonzertes
2013. Um ihn herum rankt sich eine aberwitzige Geschichte vom
Erfinden einer neuen Sprache. Außerdem kommen vor: Andreas
Okopenko (gibt dem Literaturkonzert den Titel), der Dadaist Hans Arp,
der Gruselpuzzler Christian Morgenstern, die Balladenbastlerin Christa
Reinig, der Schüttelreimer Günther Nehm und der Wortpillendreher
Peter Welk. Begleitet von den Improvisationen der Düsseldorfer Klangerfinder
Michaela und Georg Cormann auf insgesamt 20 Instrumenten,
zum Beispiel: Donnertrommel, Klangschalen, Vibraslap, Schlitztrommel,
Regenmacher, Okarina, Kalimba, Marimba, Ozeandrum.
Am Donnerstag, 24. Januar um 20 Uhr
Das Weib entzückt durch seine Beine.
Ich bin ein Mann, ich habe keine.
Liebe, Laster, Lyrik - literarische Verruchtheiten zum Valentinstag
Mit Eva-Maria Coenen, Peter Welk und Flamenco-Gitarrist Daniel Sommer
Klabund, der in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts Gedichte
und Geschichten von der Liebe schrieb, ließ diese mit der Fabulierlust
des vagabundierenden Hinterhofsängers vorzugsweise im Tode enden.
Das Literaturkonzert am Valentinstag bietet neben Klabund (getreu der
Erkenntnis: Die Hölle durch das Schlüsselloch gesehen ist aufregender
als das offene Inferno) außerdem Bettgeschichtliches aus der Voyeursperspektive. Das eine oder andere lasterhafte Lied des François Villon steht
auch im Programm. Und weil es in den Anfangszeiten der Fotografie eine
Menge unfreiwillig komischer Darstellungen nackter Schönheiten gegeben
hat, sollen einige davon zu sehen sein. Die inneren Monologe der Fotografierten wird Eva-Maria Coenen mit tremolierender Altstimme zu
Gehör bringen. Gitarrist Daniel Sommer hat zu alledem die passende
Schlüssellochmusik in petto.
Am Donnerstag, 14. Februar um 20 Uhr
Albtraumschwarze Romantik
Gruselliterarisches von E.T.A. Hoffmann bis zu Ray Bradbury
Mit Peter Welk, Eva-Maria Coenen und Konzertpianist Prof. Ludger Maxsein
Der Literat, Komponist und Zeichner E. T. A. Hoffmann wird im April-Literaturkonzert vorgestellt. Typisch für ihn ist die Nähe zum Unbewussten,
zur Vieldeutigkeit des Übernatürlichen und zum Exzentrischen. Heinrich
Heine verehrte Hoffmann, Richard Wagner hat sich von ihm zu seinem
Fliegenden Holländer inspirieren lassen und der Märchensammler
Wilhelm Grimm konnte mit dessen Albtraumliteratur nichts anfangen.
Weiterhin wird der Apokalyptiker und Science-Fiction-Großmeister
Ray Bradbury mit einer Weltuntergangsgeschichte zu Wort kommen,
ebenso die deutschen Romantiker Eichendorff und Novalis.
Konzertpianist Ludger Maxsein wird das Albtraumhafte musikalisch
virtuos übermalen mit Klavierstücken von E. T. A. Hoffmann,
Robert Schumann und Alexander Skrjabin.
Am Donnerstag, 11. April um 20 Uhr
Romeo und Jule
Eine ganz und gar unmögliche Theatergeschichte
Uraufführung von und mit Peter Welk. Am Flügel Prof. Ludger Maxsein
Der große, alte, abservierte Schauspieler Romeo Wendlin hat beschlossen -
nachdem man ihn aus einer modernistischen Romeo-und-Julia-Produktion
hinauskatapultiert hat - sich hinter der Bühne seines Stadttheaters einzuquartieren
und dort aus Protest gegen den Niedergang des Theaterhandwerks
demonstrativ zu sterben. Unbemerkt von Intendanz und Hausverwaltung
haust er fortan zwischen Kulissen und Paravents. Dort trifft er
eines Abends auf die fünfundzwanzigjährige Jule, die Schauspielerin
werden will und sich als Putzfrau im Theater hat anstellen lassen, um bei
den Proben zu "Romeo und Julia" dabei zu sein. Mit dem alten Wendlin
beginnt sie an dem Stück zu arbeiten, und es entsteht so etwas wie eine
unmögliche Liebesgeschichte - gespiegelt in der Shakespeareschen
Bühnenhandlung. Ludger Maxsein wird mit Prokofievs Klavierfassung
der Suite "Romeo und Julia" die Zwischenaktmusiken beisteuern.
Am Donnerstag, 6. Juni, um 20 Uhr

