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Frisch gepresst - Neue Bücher aus Düsseldorf

Zwischen Braunkohle und Bollywood. Das erste Halbjahr 2014

Schon im 15. Jahr veranstalten die Stadtbüchereien Düsseldorf gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW e.V. die Lesereihe "Frisch gepresst". Die Finanzierung teilen sich die beiden Kooperationspartner, das Kulturamt der Landeshauptstadt und der "Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V.".

Diese regionale Literaturförderung kommt beim Publikum unverändert gut an. Ausgewählt werden literarische Neuerscheinungen aus dem Rheinland, entweder aus rheinländischer Feder, rheinischem Verlagshaus oder mit einem Setting im Rheinland. Michael Serrer und Annette Krohn planen die Reihe gemeinsam und führen sie durch. Fiktionale, neue Literatur aus dem Rheinland wird in einer moderierten AutorInnenlesung mit anschließendem Publikumsgespräch vorgestellt.

"Zwischen Braunkohle und Bollywood" heißt das Motto des "Frisch gepresst"-Programms im ersten Halbjahr 2014. Ein Rumäne im Rheinland, eine rheinländisch-indische Familienfusion, ein Rheinländer in Ostdeutschland, eine "coming-of-age"-Geschichte mit typisch rheinischem Humor geschrieben und zwei Romane von Rheinländern, die eigentlich überall spielen könnten - so setzt sich das Rheinland in "Frisch gepresst" literarisch in Szene.

Die geladenen Gäste sind zum Beispiel mehrfach preisgekrönte Literaten - wie im Fall von Marion Poschmann - lokale Größen, die längst über das Rheinland hinaus erfolgreich sind - wie Gina Mayer-, ein erfolgreicher Debütant - wie Matthias Gerhards und drei mehrfachtalentierte Berufsschreiber - wie die Journalisten Nathalie Tenberg, Jochen Rausch und Jan Cornelius.

So ist das Rheinland und seine Literatur: Facettenreich, professionell und unterhaltsam!

Frisch gepresst: Das Programm im 1. Halbjahr 2014
Moderation bei allen Veranstaltungen: Michael Serrer, Literaturbüro NRW

Dienstag, 21. Januar 2014 um 18.00 Uhr

Jan Cornelius liest aus "Narrenstück"

Jan Cornelius schreibt, wie in vielen seiner Arbeiten zuvor, auch in seinem autobiographisch geprägten Roman "Narrenstück" ganz in der Tradition des Narren Dem Erzähler, der Dolmetscher wird und dem die Flucht aus Rumänien in den 1970ern gelingt, bleibt meistens nichts anderes übrig, als sich beim Betrachten der Geschehnisse um ihn herum zu wundern. Auch, nachdem er sich in Deutschland eingelebt hat und die ganze Welt bereisen kann, wünscht er sich manchmal, dass der Westen doch im Osten läge, oder in gewisser Weise umgekehrt. Lachen und Leid liegen hier nah beieinander: Bei guter Unterhaltung wird gesellschaftlicher Zwang sichtbar und all zu Menschliches unnachahmbar karikiert.

Jan Cornelius, wurde im rumänischen Banat geboren, studierte Französisch, Rumänisch und Englisch und lebt seit 1977 in Düsseldorf als Schriftsteller, Kulturjournalist (WDR) und Literaturübersetzer. Er hat mehrere Romane und Theaterstücke aus dem Rumänischen und Französischen ins Deutsche übersetzt.

Dienstag, 18. Februar 2014 um 18 Uhr

Marion Poschmann liest aus "Sonnenposition"

Der rundliche Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im "Ostschloss", einem heruntergekommenen Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Er hält es für seine Aufgabe, den Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen Orientierung und eine Quelle des Trostes zu sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle, es bedrängen ihn Erinnerungen, und auch seine Familiengeschichte mit vielen Verlusten holt ihn ein. Altfrieds ganzes bisheriges Leben scheint auf die Situation im Schloss zuzulaufen: Alle Geschichten enden hier, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird.

Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin. Sie ist Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und lebt in Berlin. Marion Poschmann wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Literaturpreis Ruhrgebiet, dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler, dem Peter-Huchel-Preis und 2013 mit dem Wilhelm-Raabe-Preis. "Sonnenposition" stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis in diesem Jahr.

Dienstag, 18. März 2014 um 18 Uhr

Natalie Tenberg liest aus "Bollywood und Rübenkraut - Geschichte meiner deutsch-indischen Familie"

Bombay und Krefeld - da prallen Welten aufeinander. Und Natalie Tenberg ist mittendrin. Die indische Familie: lebhaft, laut und immer im Rudel. Der niederrheinische Stamm: wortkarg, durchorganisiert und in der Kleinfamilie auftretend. Unterhaltsam beschreibt Natalie Tenberg, wie man aufwächst, wenn die eine Großmutter niederrheinische Kriegerwitwe und die andere eine Matriarchin aus Bombay ist, an welchen deutsch-indischen Klischees etwas dran ist und wie ein Stromausfall eine Hochzeit auf Goa lahmlegt.

Natalie Tenberg, geboren 1976, wuchs mit ihrer indischen Mutter und ihrem deutschen Vater in Krefeld auf und besucht bis heute regelmäßig die indische Großfamilie in Bombay. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für die "taz".

Dienstag, 15. April 2014 um 18.00 Uhr

Matthias Gerhards liest aus "Gott ist kein Zigarettenautomat"

Thomas Sieben ist vierzehn, geht auf die Hauptschule und hat gerade begriffen, dass es den lieben Gott nicht gibt. Es gibt auch keinen Vater, dafür eine Mutter, die das Leben nur im Suff erträgt. Zusammen mit ihr und seiner Schwester lebt er in der verfallenen alten Schule, die wie der Rest des ganzen Dorfes schon von den Vermessungstrupps der Rheinbraun AG durchstöbert wird. Und da ist noch sein Bruder. Der treibt gerade im Bach an ihm vorbei, tot, und das ganz offensichtlich nicht freiwillig. Matthias Gerhards' Romandebüt über einen Jungen unterhalb der Armutsschwelle und den letzten Sommer eines Dorfs im rheinischen Braunkohlerevier ist ein unwiderstehlich witziger und erschütternd ernster Roman über das Leben, den Tod und das Ende der Kindheit. Lange hat es unter deutschen Erzählern der Gegenwart keine Stimme mehr gegeben, die so unbarmherzig klar das Elend benennt und dennoch komisch darüber erzählen kann. Ein Roman, der amüsiert, bis dem Leser die Tränen kommen.

Matthias Gerhards ist in einer dörflichen Schäferei bei Köln aufgewachsen. Er schreibt, seitdem er in der katholischen Leihbücherei den "Abenteuerlichen Simplicissimus" für sich entdeckt hat. Er besuchte zunächst eine Hauptschule, wechselte mit sechzehn aufs Gymnasium, um anschließend Germanistik und Philosophie zu studieren. Heute lebt er mit seiner Familie bei Düsseldorf, entwickelt Software und schreibt Romane.

Dienstag, 20. Mai 2014 um 18.00 Uhr

Gina Mayer liest aus "In guten wie in toten Tagen"

Helenas Hochzeit soll das gesellschaftliche Ereignis des Jahres werden: Das Kleid, die Torte, die Gäste - alles muss perfekt sein, wenn sie vor den Altar tritt. Vor allem aber ist der Bräutigam perfekt: Tom Schenker, von allen Schülerinnen angehimmelter Vertrauenslehrer des Gymnasiums. Helena war schon in ihn verliebt, als er noch ihr Deutschlehrer war. Genau wie die meisten ihrer Freundinnen. Eine Woche vor der Hochzeit steigt der klassische Jungesellinnenabschied. Bis spät in die Nacht ziehen die jungen Frauen, beschwingt und reichlich alkoholisiert, durch die Bars und Clubs der Stadt. Zum krönenden Abschluss werden noch ein paar Pillen eingeworfen. Am nächsten Morgen ist Helena verschwunden und Tom wurde brutal ermordet. Und keine der Freundinnen kann sich erinnern, was in der Nacht wirklich passiert ist.

Gina Mayer wurde 1965 in Ellwangen geboren. Nach der Schulzeit in Schwäbisch Hall zog sie für ein Jahr nach Neapel. Anschließend studierte sie Grafik-Design und arbeitete als Werbetexterin. Durch den Umzug ihrer Familie in die Friederike-Fliedner-Straße in Düsseldorf begann sie sich für Straßennamen zu interessieren und schrieb mit Die Protestantin ihr vielbeachtetes Debut, einen historischen Roman über Theodor und Friederike Fliedner.

Dienstag, 17. Juni 2014 um 18.00 Uhr

Jochen Rausch liest aus "Krieg"

Seit Monaten schon lebt Arnold Steins zurückgezogen inmitten der rauen Welt der Berge und kommt nur gelegentlich runter ins Dorf. Doch so einsam und abgeschieden ist das Leben nicht in dieser verwitterten Almhütte mit all ihren Geheimnissen: In einem Moment der Abwesenheit zerstört ein Fremder die letzten Dinge, die ihm wichtig sind, sein Hund wird brutal verletzt - ein Kampf auf Leben und Tod mit unbekanntem Gegner beginnt. Und auf einmal versteht Arnold, wie alles zusammenhängt: das Schicksal seines Sohnes mit der zerstörerischen Trauer seiner Frau und der eigenen Flucht aus einem Leben, in dem er sich nur ein einziges Mal zur Wehr setzte. "Angst? Nein. Merkwürdigerweise nicht. Vielleicht wird er nie wieder Angst haben im Leben. Vielleicht überwindet der Mensch seine Angst, wenn er erst seine Träume begraben hat."

Jochen Rausch ist Journalist, Autor und Musiker. Seit 2000 ist er Programmchef von Radio 1LIVE (WDR), Köln. 2008 erschien sein Roman "Restlicht" und 2011 der Erzählungsband "Trieb" im Berlin Verlag. Rausch lebt in Wuppertal.


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24. April 2014 | 13:27 Uhr

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