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Aktuelle Themen:

Frisch gepresst - Neue Bücher aus dem Rheinland

Das erste Halbjahr 2015

Auch in der 16. Runde erfüllt "Frisch gepresst" den Anspruch, die aktuellen Tendenzen und Entwicklungen der rheinländischen Literaturszene aufzuzeigen. Und wieder gelingt es auf hohem literarischem Niveau die Werke von insgesamt sieben AutorInnen vorzustellen, von denen in Zukunft auch im Rest Deutschlands der Literaturbetrieb sprechen wird. Die Finanzierung teilen sich die Kooperationspartner Literaturbüro NRW e.V. (mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Landeshauptstadt), Stadtbüchereien Düsseldorf und der Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V.

Fiktionale, neue Literatur aus dem Rheinland wird in einer moderierten AutorInnenlesung mit anschließendem Publikumsgespräch vorgestellt. Die Bücher sind entweder von rheinischen AutorInnen geschrieben, oder in einem rheinischen Verlag publiziert und maximal vor einem Jahr auf den Markt gekommen.

"Sechs Debüts und ein junges Multitalent."

Frisch gepresst: Das Programm im 1. Halbjahr 2015
Moderation bei allen Veranstaltungen: Michael Serrer, Literaturbüro NRW

Dienstag, 20. Januar 2015 um 18 Uhr

Orkun Ertener liest aus "Lebt"

Während seiner Arbeit an der Autobiographie der prominenten Schauspielerin Anna Roth wird der Ghostwriter Can Evinman auf schockierende Weise mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontiert: Seine Eltern, die vor fünfunddreißig Jahren bei einem Unfall ums Leben kamen und ihn als achtjähriges Kind traumatisiert zurückließen, scheinen in Wahrheit einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein. Einem Verbrechen, das auch in Anna Roths Familie tiefe Wunden geschlagen hat. Gemeinsam versuchen Can und Anna herauszufinden, was wirklich passiert ist, und stoßen in Thessaloniki auf ein einzigartiges Kapitel der jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert, das bedrohlich bis in die Gegenwart reicht und eng mit dem Schicksal ihrer beider Familien verknüpft ist. Doch ihre Entdeckungen sind nicht ungefährlich. Jemand, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, scheint großes Interesse daran zu haben, dass die Wahrheit im Verborgenen bleibt. "Lebt" verwebt Fiktion und Wahrheit zu einem ungewöhnlichen, packenden Thriller und mit jeder Enthüllung steigt die Gewissheit, dass die Wahrheit oft eine ganz andere ist als wir denken.

Orkun Ertener , geboren 1966 in Istanbul, lebt seit 1970 in Deutschland. Seit 1994 arbeitet er als Autor vorwiegend fürs Fernsehen und wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis für "KDD Kriminaldauerdienst". Die von Ertener entwickelte Serie, die auch international Beachtung fand, wurde von der Kritik als herausragend wahrgenommen und einhellig bejubelt. Der Autor lebt mit seiner Familie in Köln.

Dienstag, 24. Februar 2015 (Achtung: wegen Karneval 4. Dienstag im Monat!) um 18 Uhr

Anselm Neft liest aus "Helden in Schnabelschuhen"

Max und Katja haben gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen und wissen viel, nur nicht, was sie nun machen sollen. Als Katjas Cousin den beiden vorschlägt, mit der Mittelalterband "Kobold" auf Tour zu gehen, sagen sie zu. Bald schon tragen die beiden als "Theoprastus Bombastus von Witterschlick" und "Sancta Benedicta Wanderpäpstin und Gegenhure" wallende Gewänder und schmucke Schnabelschuhe. Die sommerliche Deutschlandtour wird nach anfänglichem Chaos zu einem vollen Erfolg, doch zwischen dem übergewichtigen Max und Katja stimmt bald gar nichts mehr, ihre Beziehung wird täglich komplizierter. Ein satirischer Culture-Clash zwischen gehemmten Bildungs- und entfesselten Kleinbürgern, über den Marc-Uwe Kling sagt: "Eine der schönsten ... nun ja ... Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe: Sehr komisch, ehrlich und tiefsinnig ... ich kann nur jeder und jedem empfehlen: Lies das!"

Anselm Neft, geboren 1973, lebt und schreibt in Berlin und Bonn. Satirische Texte und Glossen aus seiner Feder wurden in diversen Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Er ist regelmäßiger Gast bei diversen großstädtischen Lesebühnen und Mitherausgeber von "Exot", einer Zeitschrift für komische Literatur.

Dienstag, 17. März 2015 um 18 Uhr

Alexandra Friedmann liest aus "Besserland"

Gomel, Weißrussland, 1987: Papa Edik ist ein herzensguter Hausmann, der unter dem Pantoffel seiner Frau Lena steht und lieber mit seinen Freunden Karten spielt, oder sich nach sowjetischer Manier für immer neue sinnlose Tätigkeiten einspannen lässt. Als Cousin Mischa Goldstein zu seiner Tante Raja nach Brooklyn ausreist setzt sich eine Lawine der Auswanderbegeisterung in Gang, und die Friedmanns lassen sich davon anstecken. Am Ende brechen auch sie gen Westen auf, und wir lernen unterwegs einen ganzen Reigen skurriler Typen kennen: Jossik, das Schlitzohr, bei dem sie in Wien Unterschlupf finden, dessen Schwiegermutter, die dicke Sima Semjonowa, Tante Ira, Oma Anna und viele, viele andere: bis zum reizenden Lehrer und Asylhelfer Klaus Krämer. In ihrem vor Erzähllust überbordenden Romandebüt schildert Alexandra Friedmann die unglaubliche Reise der Familie Friedmann von Weißrussland nach Westen und zeigt uns Europa von einer durchaus verblüffenden Seite.

Alexandra Friedmann, geboren 1984 in Gomel, Weißrussland, kam 1989 über Umwege mit ihrer Familie nach Krefeld. Nach ihrem Abitur 2004 verbrachte sie acht Jahre in Paris, wo sie Literatur und Journalismus studierte. 2010 machte sie ein Praktikum bei der taz und hat bisher zahlreiche Texte in Anthologien und Literaturzeitschriften publiziert. Alexandra Friedmann lebt mit Mann und Tochter in Berlin.

Dienstag, 21. April 2015 um 18 Uhr

Martin Lechner liest aus "Kleine Kassa"

Der Schlaueste ist Lehrling Georg Röhrs nicht. Doch er hat einen Traum: Liftboy in einem Hotel am Meer will er werden, mit seiner verschwundenen Jugendliebe Marlies den Nachtzug nehmen und aus der heimatlichen Enge fliehen. Als Georg über eine Leiche stolpert und unbeabsichtigt den Schwarzgeldkoffer seines Meisters entwendet, überstürzen sich die Ereignisse: An einem einzigen Wochenende verliert er seine Wohnung, Arbeit, Eltern, Freunde, Geld, Liebe und vielleicht ein Stückchen seines Verstandes und doch steht am Ende dieser halsbrecherischen Jagd eine neue, ungeahnte Freiheit. Martin Lechner ist ein turbulentes, atemloses Romandebüt gelungen, das Provinzkomödie mit literarischer Virtuosität verbindet.

Martin Lechner, geboren 1974 in Düsseldorf, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 hat er zalreiche Beiträge in Literaturzeitschriften wie Bella triste, manuskripte und Edit und einige Erzählungen veröffentlicht. Martin Lechner lebt und schreibt in Berlin.

Dienstag, 19. Mai 2015 um 18 Uhr

Jörg Albrecht liest aus "Anarchie in Ruhrstadt"

August 2015: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verkündet den Rückzug aus der Mitte ihres Landes. György Albertz, ein aus dem Exil zurückgekehrter Schriftsteller, übernimmt mit einigen Gleichgesinnten das Ruder: Aus dreiundfünfzig Städten wird - auferstanden in Ruinen - eine: Ruhrstadt. Anziehungspunkt für alle Ausgestoßenen und systematisch Entrechteten. Gemeinsam versuchen sie sich an kreativer Erneuerung in den Räumen der Postindustrie. Wo einstmals Kohle gefördert und Stahl gegossen wurde, malochen jetzt Designer, Autoren und Musiker. Ihre Unternehmung ist Kunst. Und dabei treffen sie auf Menschen, für die Kunst vor allem ein Unternehmen ist. Zusammen erwirtschaftet man erste Devisen für einen ruhrstädtischen Traum. Im September 2044 suchen sich zwei in Ruhrstadt: Julieta und Rick. Getrennt voneinander taumeln sie durch eine gelebte Freakshow. Bis sich vor ihren Augen die Utopie als Illusion entpuppt und die Welle mit ihnen zurückschlägt: "It's capitalism, stupid!" Jörg Albrechts Text rauscht durch eine Landschaft, die wir heute noch das "Ruhrgebiet" nennen.

Jörg Albrecht, geboren 1981 in Bonn, lebt in Dortmund. Er studierte Komparatistik, Geschichte, Literatur- und Theaterwissenschaft in Wien und Bochum und veröffentlichte Prosa in Anthologien und Zeitschriften, schrieb ein Libretto für die Staatsoper Hannover und gewann Preise bei Literaturfestivals, u.a. beim open mike der Literaturwerkstatt Berlin 2005.

Dienstag, 16. Juni 2015 um 18 Uhr

Sabine Kray liest aus "Diamanten-Eddie"

Sie nennen ihn "Diamanten Eddie", Juwelen und Pelze sind sein Spezialgebiet. Stets elegant gekleidet, charmant und intelligent, ist Edward Kray gern gesehen an den Spieltischen und Theken der Stadt, wo er großzügig jeden gelungenen Coup feiert. Er reist quer durch Europa, nach Frankreich, Belgien, Holland und Griechenland, macht keine Pläne, spart nichts: ein Leben im Jetzt. Doch in seinen Träumen türmen sich die Bilder der Vergangenheit bedrohlich auf. Beim ersten Fliegerangriff der Deutschen auf das südostpolnische Zamo verliert er mit fünfzehn Jahren seine Familie und wird als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Sechs Jahre lang muss er in Straf- und Arbeitslagern die Grenzen des Erträglichen erfahren. Edward überlebt und bleibt auch nach 1945 in Deutschland, lernt im zerstörten Düsseldorf die lebenshungrige Marianne kennen. Mit ihr presst er der Nachkriegszeit alle Chancen ab, wird zwischen Verheißung, Chaos und Neuordnung zum erfolgreichen Hehler und Dieb. Sabine Kray setzt mit der Lebensgeschichte eines Juwelendiebs ihrem Großvater Edward Kray ein beeindruckendes literarisches Denkmal. Das bewegte Leben von "Diamanten Eddie" in der Zeit des Wirtschaftswunders verschränkt sich dabei eindrücklich mit dem Elend und der Verzweiflung der Jahre als Zwangsarbeiter.

Sabine Kray, 1984 in Göttingen geboren, studierte Amerikanistik. Danach recherchierte sie monatelang bei Besuchen auf Ämtern, in Archiven und den Gesprächen mit Zeitzeugen die Geschichte ihres Großvaters. Sabine Kray lebt in Berlin, wo sie als Autorin und Übersetzerin arbeitet und sich als Mentorin für junge Mädchen mit Migrationshintergrund bei der Bürgerstiftung Neukölln engagiert.

Dienstag, 18. August 2015 um 18 Uhr

Stefanie Kremser liest "Der Tag, an dem ich fliegen lernte"

Luisa hat ihr Leben dem beherzten Einsatz des Engländers Fergus zu verdanken, der sie kurz nach der Geburt rettet. Fergus zieht dann auch gleich mit Luisa in die WG ihres Vaters Paul, der nicht verstehen kann, dass Aza einfach so abgehauen ist. Ihr Name ist fortan in der WG tabu. Als sich jedoch die heranwachsende Luisa für die Geschichte ihrer Mutter zu interessieren beginnt und Paul merkt, dass er verstehen muss, um mit Aza abschließen zu können, machen sich die beiden auf, um ihren Spuren zu folgen. Die Reise führt zunächst nach Hinterdingen, einem kleinen bayerischen Dorf, das in der Vergangenheit von Azas Familie eine große Rolle spielt. Doch hier nimmt die Geschichte nur ihren Anfang. Weiter erzählt wird sie in Brasilien, wo ein Teil der Hinterdingener 1893 ein neues Leben begann. Stefanie Kremser erzählt in diesem warmherzigen Roman voller ungewöhnlicher Wendungen von den skurrilen Folgen einer Auswanderung, von der Sehnsucht, die eigene Herkunft zu erkunden, und der Langlebigkeit von Familienlegenden.

Stefanie Kremser, geboren 1967 in Düsseldorf, war acht Jahre alt, als ihre Familie nach Sao Paulo übersiedelte. Nach Abschluss ihres brasilianischen Abiturs studierte sie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und arbeitet als Dokumentarfilmerin und Drehbuchautorin. Für diesen Debütroman erhielt sie ein Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin.


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1. Februar 2015 | 22:11 Uhr

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