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Wasservögel in Parkanlagen

Überall in Städten, an Seen und Teichen werden Wasservögel von großen und kleinen Besuchern mit Brot und anderer für die Tiere ungeeigneter Nahrung gefüttert. Das führt unter anderem zu einer Überpopulation an den Parkgewässern. Darunter leidet nicht nur das Erscheinungsbild der Uferzonen. Viel gravierender sind die Folgen für die Gewässer und die Tiere selbst.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat daher eine Untersuchung vorgenommen, um den tatsächlichen Bestand der Wasservögel zu erfassen und mögliche Empfehlungen für die Verbesserung der Situation zu erhalten. Untersucht wurden die Teiche in folgenden Anlagen:

  • Floragarten
  • Hofgarten: Landskrone
  • Ostpark
  • Schlosspark Benrath: Kopfweiher, Schlossweiher, Spiegelweiher
  • Ständehausanlagen: Schwanenspiegel, Kaiserteich, Spee´scher Graben
  • Zoopark

Neben den Daten zum Wasservogelbestand im Jahresverlauf wurden auch die Rahmenbedingungen erfasst. Nur so ist es möglich ein ökologisches Konzept zur Verbesserung der Gesamtsituation zu erarbeiten. Untersucht wurde daher der Fischbestand, weitere Faunen- und Florenelemente - Krebse, Muscheln, Wasserpflanzen - , die Biotopstruktur der Uferzonen und der unmittelbaren Teichumgebung, Schäden oder Beeinträchtigungen am Gewässer, an der Wasserqualität und der Gewässermorphologie - wie der Umfang der Verschlammung - und die Nutzung des Gewässers und der Parkumgebung durch Besucher, insbesondere im Hinblick auf das Fütterungsverhalten und natürlich auch die Parkhistorie.

Wasservogelbestand

Insgesamt wurden 19 an Wasser gebundene Vogelarten nachgewiesen, darunter Brutvögel und solche, die nur vorübergehend als Nahrungs- oder Wintergäste anzutreffen sind. Die Wasservogelbestände an den Gewässern sind insgesamt sehr hoch. Den überwiegenden Anteil stellen die Stockenten. Außerdem sind Teichhuhn, Blässhuhn, Nilgans und Kanadagans und natürlich Höckerschwäne anzutreffen. Vereinzelt sieht man Arten, die meist als Nahrungsgäste auftreten, wie Eisvogel, Zwergtaucher, Kormoran, Graureiher und Tafelente. Höckerschwäne treten an acht Parkteichen auf, meist handelt es sich um halbzahme oder ausgewilderte Vögel, zumeist nur ein Paar mit den jeweiligen Jungvögeln je Anlage. Ausnahme bilden Hofgarten und Benrather Schlosspark mit einer sehr hohen Schwanenpopulation.

Ziergeflügel, das entweder versehentlich oder absichtlich ins Freiland gelangt ist an einzelnen Gewässern anzutreffen:
  • Trauerschwan im Hofgarten
  • Haus-/Schwanen-/Hausganshybriden im Hofgarten und Schlosspark Benrath
  • Streifengans im Hofgarten
  • Moschusenten im Zoopark und Hofgarten
  • diverse Zierenten im Zoopark und Hofgarten

Ergebnisse

Sechs der neun untersuchten Gewässer weisen einen hohen bis extrem hohen Wasservogelbestand auf. Alle Gewässer sind nährstoffreich bis extrem nährstoffreich, dazu trägt maßgeblich die intensive Fütterung durch Parkbesucher bei. Bei der Bildung einer Faulschlammschicht kann es zu Sauerstoffmangel und Bildung von Giften (Botulismus) kommen. Die Gewässer drohen "umzukippen".

Wie belastend sich eine große Ansammlung von Wasservögeln und ein Überangebot an Futter auf die Wasserqualität auswirken, ist den wenigsten Menschen bewusst. Das Fischsterben im Floragarten im April 2009, die Grünalgenblüte im IHZ-Park im Juli 2006 und das Wasservogelsterben im Strandbad Lörick im Jahr 2003 sprechen aber eine deutliche Sprache.

Von der Fütterung durch die Besucher profitieren vor allem Stockenten, Höckerschwäne und Kanadagänse. Da, wo viel gefüttert wird, sind aber selbst Ratten und Tauben nicht weit. Im Hofgarten, Floragarten, Zoopark und IHZ-Park besteht der größte Handlungsbedarf, aufgrund der besonders intensiven Fütterung und dem dadurch hervorgerufenen sehr hohem Wasservogelbestand und der geringen Gewässergröße. Weniger problematisch sind Spee´scher Graben, Ostpark und der Spiegelweiher im Benrather Schlosspark. Die Gewässer sind größer, es wird wenig gefüttert und der Wasservogelbestand ist akzeptabel. Fast alle Gewässer weisen einen unangemessenen oder zumindest unausgewogenen Fischbestand auf.

Pro und Kontra

Gewässerüberdüngung durch Kot und Futterreste, kahl gefressene Ufer, Verkotung von Rasenflächen, die eigentlich als Spiel- und Liegewiesen genutzt werden sollen, sowie die "Verschmutzung" von Gewässern durch Federn von Vögeln in der Mauser sind ein häufiges Ärgernis, das mit dem hohen Wasservogelbestand in Zusammenhang steht.

Auf der anderen Seite steht der Wunsch der Stadtbewohner nach einem Naturerlebnis in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und die Möglichkeit des direkten Kontaktes zu Wildtieren. Manche Besucher haben eine "persönliche" Beziehung zu "ihren" Vögeln und ein Foto mit dem "stolzen" Schwan auf der Landskrone oder einem niedlichen Entenküken ist allemal attraktiv.

Ziele

Langfristig muss der Wassergeflügelbestand reduziert werden, zum Wohle von Flora und Fauna. Ganz wichtig ist dabei die deutliche Reduzierung der Fütterung durch Besucher. Schilder mit der Aufschrift: "Entenbrot ist Ententod " weisen die Parkbesucher auf das generelle Fütterungsverbot hin. Oft stößt dieses Verbot auf Unverständnis, denn vor allem Kinder füttern nun mal gerne Tiere. Auch ältere Leute verbringen viele Stunden im Park und haben ebenfalls ihren Spaß daran, wenn sich eine bunte Entenschar um die besten Brotbröckchen streitet. Hier ist weitere Aufklärung erforderlich.

Haustiere, die in den Parkgewässern angetroffen werden, sollen an Heimtierzoos oder Streichelzoos vermittelt werden. Die beliebten und oftmals an den jeweiligen Gewässern heimischen Höckerschwäne und Schwarzschwäne dürfen bleiben. Zusätzliche Tiere können aber auch hier nicht geduldet werden.

Für wilde Kanadagänse muss die Attraktivität des Gewässers gesenkt werden. Zu erreichen ist dies durch Entfernen der zahmen Hausgänse und eine weitere Reduzierung der Fütterung. Die Rasenflächen, die bei Kanadagänsen sehr beliebt sind, werden durch Streifen mit Hochstauden am Böschungsfuß bepflanzt und verlieren dadurch ihre Anziehung.

Zusammenfassung

Die Parkgewässer werden als Bestandteile der Natur angesehen. Es wird immer wildlebende Wasservögel auf diesen Gewässern geben. Tiere, die sich dort aufhalten, nutzen die natürlichen Nahrungsgrundlagen. Die Haltung von Wassergeflügel durch die Stadt soll es zukünftig nicht mehr geben. Die offizielle Fütterung wird mittelfristig eingestellt werden. Die Parkgewässer und deren Umgebung sollen so gestaltet werden, dass eine Vermehrung der größeren Wasservogelarten nur auf natürlichem und damit niedrigerem Niveau möglich ist.

 

Kontakt
Telefon Gartenamt 0211.89-92074
E-Mail ulb@duesseldorf.de

 

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10. Februar 2012 | 04:14 Uhr

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