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Pflege- und Entwicklungsplan für den Spee'schen Graben

Spee'scher Graben

Parkpflegewerk

Für den denkmalgeschützten Spee'schen Graben wurde ein Parkpflegewerk erstellt. Es sieht umfangreiche Arbeiten am Gehölzbestand, an der historischen Stadtbefestigung und an der Wegeführung vor. Außerdem soll die Ausstattung der Anlage mit Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten verbessert werden.

Ergänzend zum Parkpflegewerk wurde ein Gutachten zur Vogelwelt und zu den Fledermäusen im Park erarbeitet. Danach sind die vorgesehenen Maßnahmen hinsichtlich des Artenschutzes unbedenklich. Einige Bäume, die sich als Nistplätze für Höhlenbrüter wie Specht, Kleiber oder Meisen eigenen, sollen erhalten bleiben. Soweit dies im Hinblick auf die Sicherheit der Parkbesucher möglich ist, wird das Gartenamt dem Anliegen Rechnung tragen.

Ziele

Die östlichen Flächen unmittelbar am Palais Spee, dem heutigen Stadtmuseum wurden im frühen 19. Jahrhundert von Maximilian Friedrich Weyhe angelegt, ebenso ein weiträumiger, sonniger Garten auf der Halbinsel. Die Ausformung der Wasserfläche mit den Böschungen erfolgte ebenfalls nach Plänen von Weyhe in den 1830er Jahren. Erst nach 1945 wurde die Halbinsel für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Gartenflächen am Palais Spee wurden nach dem Ankauf durch die Stadt zu Beginn der 1960er-Jahre für die Öffentlichkeit hergerichtet. In diesem Zusammenhang entstand auch der kleine Rosengarten.

Die wichtigsten Maßnahmen, die in den einem Zeitraum von fünf Jahren umgesetzt werden, sind:

  • Wiederherstellung der historischen Wegeführung im Garten östlich des Palais Spee mit Rückbau der heutigen in der Rasenfläche verlaufenden Wege und die Anreicherung der Wildrasenfläche mit Frühjahrsblühern. Pflanzung von niedrigen halbschattenverträglichen Blütensträuchern wie Falscher Jasmin oder Hortensien.
  • Sanierung der alten Bastionsmauern. Art und Umfang der tatsächlichen Maßnahmen sowie die genauen Kosten müssen im Einzelnen noch ermittelt werden.
  • Die erhaltenen Teile der Düsseldorfer Stadtbefestigung werden freigestellt damit sie als militärisches Dokument sichtbar werden. Heute ist die Mauer im Sommer wegen des Wildwuchses fast nicht mehr zu erkennen, wie auch die Wasserfläche des Spee´schen Grabens vom Palaisgarten aus nicht mehr zu sehen ist. Noch in den 1930er-Jahren waren alle Uferbereiche vor den Bastionsmauern frei von Gehölzen. Ziel ist die sukzessive Entfernung des aus Sämlingsanflug entstandenen Stangenholzes unterhalb der Bastionsmauern. Nur wenige, heute bereits groß gewordene Bäume, sollen als Einzelexemplare erhalten bleiben. Die Auslichtungen erfolgen ab 2010 über einen Zeitraum von vier Jahren.

Die Halbinsel ist heute in weiten Teilen "verwaldet" und wird wegen der Unübersichtlichkeit von vielen Parkbesuchern gemieden. Andere Bürger hingegen empfinden diesen Bereich als "grünen Rückzugsraum" in der Stadt. Gerade die älteren Bäume haben einen ökologischen Wert. Um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden sind folgende Arbeiten vorgesehen:

  • Erhaltung des Baumbestandes im Bereich der Halbinselspitze. Nur einzelne, schwächere Exemplare werden gefällt, zur Stärkung der benachbarten Bäume.
  • Entnahme von Stangenholz im vorderen, waldartigen Teil, um benachbarten Bäumen eine bessere Kronenentwicklung zu ermöglichen und zur Schaffung von größerer Transparenz.
  • Entnahme von Teilen der dichten Gebüsche für mehr Übersichtlichkeit und zur Erhöhung der Sicherheit im Park.
  • Verlegung des wenig genutzten Kleinkinderspielplatzes in die Nähe der Poststraße.
  • Schaffung eines attraktiven baulichen Endpunktes an der Spitze der Halbinsel analog zum Weyhe´schen Lindenrondell.
  • Anpassung des Wegenetzes an die örtlichen Gegebenheiten.
  • Aufgabe des maroden Sitzplatzes am Westufer.
  • Aufstellung von Sitzbänken.
  • Auch von der Poststraße ist heute wegen Baum- und Strauchwildwuchs auf den Böschungen der Blick auf die Wasserflächen kaum noch möglich. Hier werden die Böschungen freigestellt und mit einem niedrigen Gehölzbodendecker bepflanzt . Auf der Böschungskrone entlang der Poststraße soll eine Baumreihe zu pflanzen. Diese Bäume sollen auch im Alter relativ niedrig bleiben und schmalkronig wachsen, so dass auch langfristig der Blick auf die Wasserfläche erhalten bleibt. Einige alte Bäume bleiben bis zu ihrem natürlichen Abgang erhalten und in die Baumreihe einbezogen.
  • Der Sitzplatz zwischen Wasserfläche und Haroldstraße hat durch eine ausgeuferte Gehölzpflanzung seinen Blickbezug zum Wasser zum großen Teil verloren. Hier werden Sträucher und zwei Bäume in den nächsten Jahren entfernt , um die freie Sicht auf das Gewässer wieder zu ermöglichen. Der Blick von der nahegelegenen Brücke auf das Gewässer wird durch Rückschnitt von Bäumen, deren Äste die Sicht versperren, verbessert.
  • Maximilian Friedrich Weyhe hatte in seiner Planung die Uferböschungen grundsätzlich frei von Gehölzaufwuchs als Rasenböschungen gestaltet und nur dort, wo die Böschungen die Richtung änderten, das heißt an "Knicken", Bäume und Sträucher gesetzt. Der gerade Böschungsverlauf an der Berger Allee ist heute in weiten Teilen durch Wildgehölze, die durch Selbstaussaat entstanden sind, besetzt. Um den freien Blick auf die Wasserfläche wieder zu ermöglichen, sollen diese Gehölze zu größeren Teilen sukzessive entfernt werden. Die fehlenden Linden der Berger Allee auf der Böschungskrone werden wieder nachgepflanzt.

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10. Februar 2012 | 08:02 Uhr

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