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Bäume im Floragarten - Teil 1
Bäume 1 bis 10 - Vom Silberahorn bis zum Bergahorn
Die ersten 10 Bäume des Baumpfades durch den Floragarten werden hier erläutert. Im Park sind die beschriebenen Gehölze mit einem kleinen Schild gekennzeichnet. Auf einem Orientierungsplan ist der jeweilige Standort eingezeichnet. Mit diesem Plan ist es leichter die Bäume vor Ort zu finden.
- Silberahorn
Acer saccharinum
Heimat: Nordamerika
Als dekorativer Parkbaum wird er in Europa seit 1725 in zahlreichen Formen häufig kultiviert. Vor dem Austrieb blühen die Bäume im März grünlichgelb bis rot. Die lange vor den Blättern erscheinenden Blüten werden windbestäubt. Die silbrig-weiße Unterseite der hellgrünen fünflappigen Blätter hat dem Baum seinen deutschen Namen gegeben. Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb, aber auch orange bis weinrot. Der aus dem östlichen Nordamerika stammende Baum kann Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Nach wenigen Metern teilt sich der aufrechte Stamm in mehrere Hauptäste, die eine ausladende Krone mit stark überhängenden Ästen bilden. Die Borke des Stammes ist grausilbrig und blättert in langen Streifen ab. Der Silber-Ahorn ist, trotz der Ähnlichkeit der wissenschaftlichen Namen, nicht zu verwechseln mit dem in Europa selten anzutreffenden Zucker-Ahorn (Acer saccharum). - Schwarznuss
Juglans nigra
Heimat Nordamerika
Die Schwarznuss stammt aus dem östlichen Nordamerika und wird als prachtvoller Großbaum 20 bis 30 m hoch und breit. In ihrer Heimat dient sie als Lieferant von Nutzholz. In Europa wird er als Zierbaum, oder als Unterlage für veredelte Walnussbäume verwendet. Er besitzt gefiederte Laubblätter mit je zwölf oder mehr paarigen, eirund lanzettförmigen, gezahnten, fein weichhaarigen, Blättchen. Dekorative Kätzchen im Juni, aus denen sich im Herbst große, essbare Nüsse bilden, sind kennzeichnend für die Schwarznuss, eine Verwandte der Walnuss. Der Kern der Frucht ist eine runde, glatte Nuss mit vier Scheidewänden. Im botanischen Sinn handelt es sich eigentlich um keine Nuss. Die Schwarznuss ist ein eindrucksvoller Parkbaum, wenn er frei steht. Dann entwickelt er eine mächtige, runde Krone. Neuerdings wird die Schwarznuss auch forstlich kultiviert. Das Holz wird verwendet zur Herstellung von Möbeln sowie zum Schnitzen und Drechseln. Durch den Einsatz von Spezialknackern lässt sich die harte Steinschale der Früchte öffnen. - Hainbuche
Carpinus betulus
Heimat: Europa
Die Hainbuche ist ein sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen bis 20 Meter und Stammdurchmesser von bis zu einem Meter erreicht. Sie ist windblütig, das bedeutet die geflügelten Früchte werden vom Wind verbreitet. Hainbuchen gehören trotz des Namens nicht zu den Buchen, sondern vielmehr zu den Birkengewächsen. Sie neigt zu Stockausschlag und besitzt damit eine enorme Regenerations-fähigkeit, die selbst radikales Abholzen verträgt. Die Hainbuche ist dadurch das ideale Gehölz für die Anlage von Hecken. Schon zu alten Zeiten wurden Felder und Viehweiden mit dicht gepflanzten Hainbuchen abgegrenzt, diese Anpflanzungen wurden als Hag bezeichnet, daher ist der Baum auch unter dem Namen Hagebuche bekannt. Die Stämme bilden in geschlossenen Beständen acht bis zehn Meter lange Schäfte aus. Die Äste sind bei jungen Bäumen senkrecht orientiert und biegen im Alter in die Horizontale um. Die Kronen sind dicht und setzen sich aus weit ausladenden Ästen der unteren Bereiche und senkrecht orientierten Ästen der oberen Bereiche zusammen. Freistehende Bäume bilden mächtige Kronen. Die Winterknospen sind spindelförmig, fünf bis acht Millimeter lang und liegen dem Trieb dicht an. Die Knospenschuppen sind braun bis rotbraun und am Rand bewimpert. Die Blütenknospen sind etwas größer und weniger spitz als vegetative Knospen. Die wechsel-ständigen Blätter sind eiförmig und am Ende zugespitzt. Der Blattrand ist doppelt gesägt. Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb, die Blätter haften teilweise in braunem Zustand bis zum Frühjahr an den Zweigen. Das harte Holz erwies es sich als besonders geeignet in der Verwendung als Drucklettern während der Anfänge der Buchdrucker-kunst. Zudem besitzt es einen hohen Brennwert und ergibt sehr gute Holzkohle. - Losbaum
Clerodendrum trichotomum var. fargesii
Heimat: Ostasien
Der Losbaum auch Schicksalsbaum ist ein bis zu acht Meter hoher, baumartiger Strauch, der in China und Japan beheimatet ist. Er verbreitet sich durch Ausläufer und wird im Alter deshalb oft breiter als hoch. Der Losbaum bevorzugt einen schattigen im Winter ungeschützten Standort. Die Pflanze bietet zur Blüte- und Fruchtzeit im Spätsommer und Herbst ein spektakuläres Bild. Die weißen, sternförmigen Blüten bilden zu den zuletzt rötlich gefärbten, aufgeblasenen Kelchen einen schönen Kontrast. Zur Fruchtzeit bilden sich türkis- bis blaufärbige, sechs bis acht Zentimeter große Beeren, die auf den rötlichen Kelchen sitzen. Diese außergewöhnliche Färbung dient zur Anlockung von Vögeln. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, lang gestielt, bis zu 25 Zentimeter lang, breit elliptisch, kräftig grün mit gesägten Blatträndern. Der Losbaum verbreitet bei Berührung einen aufdringlichen Geruch. Er erinnert an Hefe oder Erdnussbutter und ist auf den hohen Gehalt an Vitamin B1 zurückzuführen. Der auffällige rote Kelch und die ätherisch duftenden Blätter verleihen der Pflanze exotischen Glanz. - Gemeiner Hartriegel
Cornus sanguinea
Heimat: Europa, nördliches Kleinasien, Kaukasus
Sein Name kommt von den roten Blättern im Herbst und dem harten, teilweise auch roten Holz seiner Äste. Der langsamwüchsige Strauch, selten auch kleine Baum, kann maximal fünf Meter hoch werden. Hartriegel blüht von Mai bis Juni; seine Blüten sind weiß und streng duftend. In der Blütezeit ist er eine ergiebige Nektarquelle für Insekten. Die kugeligen ölhaltigen Beeren sind auch bei vielen Vögeln sehr beliebt. Die gefiederten Gäste danken es dem Hartriegel und verbreiten den Strauch durch Vogelsaat. Der Hartriegel wächst an den Rändern von Wasserläufen und Teichen, hier dient er auch als Brutplatz von Wasservögeln. Er gedeiht aber auch an trockenen Standorten oder kann zur Bepflanzung von Schotterhalden und Trümmerflächen verwendet werden. Allerdings verfügt er nur über mäßige Konkurrenzstärke, daher sollten benachbarte Gehölze wesentlich kleiner bleiben. - Gemeine Eibe
Taxus baccata
Heimat: Europa, Kleinasien, Nordafrika
Das langsamwüchsige, immergrüne Nadelgehölz wächst als großer Strauch oder kleiner Baum und kann dann Höhen von 10 bis 15 Meter erreichen. Von anderen Nadelgehölzen hebt sich die Eibe durch ihre Schattenverträglichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen den Wurzeldruck benachbarter Bäume ab. Die Rinde ist dünn, löst sich in Schuppen ab und hat eine rotbraune, an alten Stämmen eine graubraune Farbe. Alle Pflanzenteile sind für den Menschen giftig, mit Ausnahme des roten Fruchtfleisches um den ebenfalls giftigen Samenkern. Hingegen sind für Rehe, Wildschweine, Kaninchen und Hasen die Eibentriebe ein beliebtes Winterfutter, während Pferde bereits nach dem Genuss geringer Mengen verenden. Eiben können über 1.000 Jahre alt werden. - Gelbholzbaum
Cladrastis lutea
Heimat: Nord-Amerika
Baum aus dem amerikanischen Osten, von Virginia bis Arkansas - erreicht in seiner Heimat eine Höhe bis zu 20 Metern. Bei uns wird er nur sechs bis zehn Meter hoch. Der Baum ist meist zwei- bis dreistämmig, mit kräftigen Hauptästen. Die Seitenäste wirken sehr filigran und bilden seine regelmäßig ausladende, runde Krone, die im Alter immer schöner und knorriger wird. Blütezeit ist von Mai bis August, die weißen, angenehm duftenden Blüten in hängenden Doppeltrauben sind eine richtige Schmetterlingsweide. Die Herbst-färbung ist hellgelb bis leuchtend orange. Sein Name rührt von der leuchtend gelbe Farbe des Holzes. Sowohl das Holz als auch die Wurzeln werden zur Herstellung von Textilfarbe und in der Kosmetikindustrie verwendet. Der Gelbholzbaum ist recht unanfällig gegen Krankheiten und wird daher in Europa auch als Straßen- oder Parkbaum gepflanzt. Er ist ein ansehnlicher Einzelbaum und kann recht alt werden. Allerdings ist er auch ein Einzelgänger und macht es der Unterpflanzung sehr schwer. - Hängebuche
Fagus silvatica 'Pendula'
Heimat: Europa
Die Hänge- oder auch Trauer-Buche kann 15 bis 25 Meter hoch werden. Der Stamm ist bis zum Wipfel durchgehend, mit bogenförmigen, weit ausladenden Hauptästen und malerisch bis zum Boden herabhängend Seitenästen. Dieser prächtige Baum ist aufgrund seines Wuchses sehr beliebt. Der aufrechte Stamm im Kontrast zu den scheinbar herabfließenden Zweigen ist zu jeder Jahreszeit ein schöner Anblick. Oft kann man beobachten, dass die Parkbesucher im Schatten eines solchen Baumes gerne rasten. Die Buche besitzt eine hohe Schattenverträglichkeit und ist insgesamt recht anspruchslos. Die eiförmigen Blätter färben sich im Herbst gelborange. Im September bildet die Buche ihre Früchte, die Bucheckern. Diese Nüsse, sind von einer recht borstigen Hülle umgeben und sind in kleinen Mengen essbar. In größeren Mengen genossen sind sie aber schwach giftig (hoher Oxalsäuregehalt). - Sumpfzypresse
Taxodium distichum
Heimat: südöstliches Nordamerika
Sumpfzypressen wurden bereits um 1640 nach Europa eingeführt. Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Baum gern in großen Landschaftsparks verwendet, wo sein Wuchs im auffallenden Kontrast zu den meist rundlichen Kronen anderer Laubbäume stand. Der sommergrüne, 30 bis 40 Meter hohe, langsamwüchsige Baum hat einen kerzengeraden, durchgehenden Stamm und eine regelmäßige kegelförmige Krone. Die frischen hellgrünen Nadeln der Sumpfzypresse färben sich im herbst rotbraun. Die Früchte sind kugelige, grüne Zapfen, die im reifen Zustand braun sind. Im Wasser oder auf sehr feuchten, nassen Standorten bilden die Wurzeln der Sumpfzypresse bis 30 Zentimeter dicke und bis zu ein Meter hohe, aus dem Boden ragende Kniewurzeln, so genannte Atemknie aus. - Bergahorn
Acer pseudoplatanus
Heimat. Mitteleuropa bis Westasien
Stattlicher, großer Baum mit einer Höhe von 20 bis 30 Metern, in Einzelfällen bis zu 40 Metern, mit einem meist tiefen Kronenansatz. Die Blätter sind fünflappig, derb-runzlig und dunkelgrün, im Herbst zeigen sie eine schöne goldgelbe Färbung. Nach dem Laubaustrieb erscheinen im Mai die auffallenden Blüten in hängenden Trauben. Durch seine immense Samenproduktion sät sich die Art sehr stark aus. Die Flügelfrüchte werden vom Wind über einen Kilometer weit verbreitet. Die Samen drehen sich im Wind und gleiten so langsam zu Boden, durch diesen Mechanismus gelangen in jede noch so kleine Ritze. Im Winter ist der Bergahorn durch seine grünen Winterknospen gut von anderen Ahornarten zu unterscheiden.

Orientierungsplan
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Silberahorn
Schwarznuss
Hainbuche
Losbaum
Gemeiner Hartriegel
Gemeine Eibe
Gelbholzbaum
Hängebuche
Sumpfzypresse
Bergahorn

