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Parkanlagen - Park am Ständehaus
Die Ständehausanlagen
Der Spaziergang quer durch die City vom Graf-Adolf-Platz, vorbei am Schwanenspiegel und entlang des Spee'schen Grabens, bis zum Stadtmuseum hat historische Dimensionen. Er folgt den ehemaligen Festungsgrenzen Düsseldorfs und zeigt die Ausmaße des Wall- und Grabensystems, das zum Schutz des Stadtkerns gedacht war. Der Friedensvertrag von Luneville von 1801 legte die Schleifung der Festungsanlagen fest. Weitsichtige Stadtplaner nutzten den Abriss und legten mit ausdrücklicher Billigung Napoleons Parks und Gärten an. Der berühmte Gartenbaumeister Maximilian Weyhe fügte die Reste des Befestigungssystems geschickt in die heutigen Anlagen am Ständehaus und am Spee'schen Graben.
Die Umgestaltung des von der Düssel unreguliert durchflossenen Gebietes zu den heutigen Ständehausanlagen ist eine der späten Arbeiten des königlichen Gartendirektors Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846), der ab 1803/04 zunächst die Königsallee in Zusammenarbeit mit Hofbaumeister Caspar Anton Huschberger und Wasserbaumeister Christian Wilhelm G. Bauer auf den abgetragenen Stadtbefestigungen gestaltete. Bereits im Jahr 1819 legte Maximilian Weyhe zusammen mit dem Stadtbaumeister Adolph von Vagedes der Regierung in Berlin auch Pläne zur Erweiterung der Stadt nach Süden und zur Gestaltung der sumpfigen Flächen, die nach der Schleifung der Festungsanlagen von der Düssel überschwemmt worden waren, vor. Es dauerte jedoch noch über 20 Jahre bis 1842 die langwierigen Entsumpfungen des Geländes abgeschlossen waren und die bereits 1831 genehmigte Planung umgesetzt werden konnte.
Kaiserteich und Schwanenspiegel
Die Form des alten, geradlinigen Cameralweihers - etwa entlang der heutigen Elisabethstraße - ist in den harmonisch geschwungenen Ufern von Kaiserteich und Schwanenspiegel kaum noch zu erahnen. Maximilian Weyhe nutzte die Kontergarde vor der Bastion Paul - sie lag etwa in Höhe des heutigen Graf-Adolf-Platzes -, um die Halbinsel zwischen Kaiserteich und Schwanenspiegel anzulegen. Sie fügt sich so harmonisch in den Park ein, dass ihr die kriegstechnische Vergangenheit nicht mehr anzusehen ist. Es war die Absicht der damaligen Stadtplaner, die alten Befestigungsanlagen soweit wie möglich verschwinden zu lassen. Nach diesem Grundsatz formte Weyhe das Gelände mit Mulden und Anhebung und Teichen zu einer naturnahen Grüninsel. Die Eschen, Linden, Ahorne und Kastanien mit ihren weitausladenden Kronen stehen zu den ausgedehnten Wasserflächen in schöner Wechselwirkung. Nie kann man von einem Betrachtungspunkt aus die gesamte Wasserfläche von fast drei Hektar überschauen.
Ein wenig an die Vergangenheit erinnert die Haroldstraße, die wie auf einem Wall einige Meter über dem Wasserspiegel der Teiche liegt. Maximilian Weyhe gestaltete sie als gerade geführte Promenade mit einer vierzeiligen Baumallee entlang der "Stadtseite" der Parkanlage. Die Grenze zwischen der lärmenden Straße und der ruhigen Grünanlage wird ebenfalls durch Historisches markiert: Die eisernen Geländer der alten Oberkasseler Brücke wurden nach deren Abbruch entlang der Haroldstraße aufgestellt.
1865 kaufte die Stadt den Lohhof, ein Gelände am Südufer des Kaiserteiches, sowie angrenzende Parzellen und erweiterte die Parkanlage auf die heutige Größe von etwa sechs Hektar. Ein beliebtes Gartencafé etablierte sich auf dem Gelände, fiel aber schon etwa zehn Jahre später dem Neubau des Ständehauses zum Opfer. Als Ersatz für das Café entstand an der Westseite des Schwanenspiegels ein neues, großes Gartenlokal mit Bootsverleih, das bis zu seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg bei den Düsseldorfern sehr populär war und deshalb in den 1950er-Jahren in neuer Form wieder aufgebaut wurde.
Das Ständehaus
Zwischen 1876 und 1880 ließ die Berliner Regierung in der Blickachse der Hohe Straße das Ständehaus als Parlaments- und Verwaltungsgebäude des Rheinischen Provinziallandtages errichten. Den Auftrag für das im Stil der Neo-Renaissance gestaltete Gebäude erhielt der Kölner Architekt Julius Raschdorff. Um den baulichen Eingriff in die Parklandschaft so gering wie möglich zu halten, begrenzte die Stadt Düsseldorf den Baugrund auf 2553 Quadratmeter, was den Maßen eines Preußischen Morgens entspricht. Beim Bau des Ständehauses wurde auf die Formen des Parks weitgehend Rücksicht genommen, Architektur und Pflanzen bilden eine so gelungene Einheit, dass der Landeskonservator die Ständehausanlagen unter Ensembleschutz stellte. Nach dem zweiten Weltkrieg fungierte das Ständehaus bis 1988 als Parlamentsgebäude für das Land Nordrhein-Westfalen. Nach seinem aufwändigen Umbau wird es seit 2002 gleich zweifach genutzt: als Repräsentationsstätte des Landes und als herausragender Standort der Kunstsammlung NRW, die hier mit "K21" eine Dependance für die Kunst des 21. Jahrhunderts eröffnet hat. Der Bogen spannt sich bis in den umliegenden Park, der nun neben bereits bestehenden Skulpturen, wie der Brunnenplastik "Vater Rhein", auch zeitgenössischer Kunst Raum bietet.
Die Düsseldorfer sind froh, am Rande des dicht bebauten Stadtteils Friedrichstadt einen großzügigen Park zur Erholung zu vorfinden. Die gewundenen Wege unter den hohen Bäumen ermöglichen überraschende Ausblicke auf die Stadtsilhouette am Horizont, auf Ständehaus und das ruhige Wasser. Kaiserteich und Schwanenspiegel machen vergessen, dass die Weiher auch ein Bachlauf sind. Die südliche Düssel sucht sich dort ihren Weg, bevor sie unter der Haroldstraße hindurch den Spee'schen Graben erreicht und schließlich am Stadtmuseum in einem Kanal zum Rhein verschwindet.
Die historische Parkanlage wurde im Rahmen der EUROGA 2002plus nach Plänen von Maximilian Weyhe wieder hergerichtet.
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Orientierungsplan
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