Fehn-Porträt dem Theatermuseum geschenkt
Das Ehepaar Silvia und Frank Fehn hat der Landeshauptstadt Düsseldorf für das Theatermuseum ein Gemälde des Berliner Malers Wilhelm Kohlhoff (1893-1971) mit dem Titel "Helmut Fehn als Boris Gudonow" aus dem Jahr 1958 geschenkt.

Übergabe des Fehn-Portraits am 24.1.2011 im Theatermuseum Düsseldorf. Von links nach rechts: Dr. Winrich Meiszies (Leiter Theatermuseum), Silvia Fehn, Dr. Hella Bartnig (Deutsche Oper am Rhein), Dr. Michael Matzigkeit (Theatermuseum), Frank Fehn, Hans-Georg Lohe (Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Helmut Fehn als Figaro. Szenenfoto der Inszenierung von Gustaf Gründgens, Städtische Bühnen 1947. Foto: Liselotte Strelow
Der Bassist Helmut Fehn (1915-1993) verbrachte seine Jugendzeit in Bad Reichenhall, Rosenheim und München und begann das Studium der Rechtwissenschaft an der Münchner Universität. Zwischen 1937 und 1940 ließ er seine Stimme bei dem Kammersänger Paul Bender ausbilden und debütierte an der Münchner Staatsoper. Er erhielt erste Engagements in Kaiserslautern und Erfurt. 1942 kam er an die Städtischen Bühnen in Düsseldorf und begann als Basilio im "Barbier von Sevilla". Unter Gustaf Gründgens trat er von 1947 bis 1951 in dessen seltenen Operninszenierungen auf. Nach der Gründung der Deutschen Oper am Rhein gehörte er zu den Ensembles unter den Intendanten Hermann Juch und Grisch Barfuss. Im Rahmen der Bayreuther Festspielen sang er den Fanfer in "Rheingold" und den Nachtigall in den "Meistersingern". Helmut Fehn war auf den Bühnen in Dublin, Paris, Neapel, Wien, Amsterdam, Helsinki und Warschau zu Gast. Er wurde zum Ehrenmitglied der Deutscher Oper am Rhein ernannt und blieb diesem Haus verbunden.

Helmut Fehn als Boris Gudonow. Szenenfoto der Inszenierung von Wolf Völker, Städtische Bühnen 1949. Foto: Liselotte Strelow
Der Opernsänger Helmut Fehn lernte den Maler Wilhelm Kohlhoff bei einem Besuch seiner oberfränkischen Heimat im Jahr 1954 kennen. Es entstanden eine Reihe von opernbezogenen Bildern: Kohlhoff porträtierte den Freund und späteren Schwage als Philipp in "Don Carlos" (1956), als Fürst Gremin in "Eugen Onegin" (1963). Das Fehn-Porträt als Boris Gudonow malte Kohlhoff zehn Jahre nach der Premiere an den Städtischen Bühnen 1958.
Wilhelm Kolhhoff (1893-1971) machte nach dem Besuch der Realschule eine Lehre in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Er begann als Autodidakt das Zeichnen und Malen zu erlernen und trat dann in die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin ein. 1914 wurde erstmals ein Gemälde von ihm auf der "Großen Berliner Kunstausstellung" ausgestellt. Er stellte ebenfalls bei der "2. Ausstelung der Freien Sezession" und der "Juryfreien Kunstschau" 1916 aus, kehrte 1917 zur Berliner Sezession zurück. 1918 gründete er gemeinsam mit Franz Heckendorf, Bruno Krauskopf und Harry Deierling eine Kunstschule. 1919 erhielt er den Großen Preußischen Staatspreis für ein Selbstbildnis, das von der Nationalgalerie in Berlin angekauft wurde. In den Folgejahren beschickte er renommierte Ausstellungen wie die Kestner-Gesellschaft in Hannover, die Mathildenhöhe in Darmstadt und gemeinsam mit der Berliner Secession wurden seine Arbeiten im Austausch mit dem "Jungen Rheinland" in Düsseldorf gezeigt. Während des Nationalsozialismus wurden acht Werke als "entartet" aus den Museen entfernt. Er erhielt in dieser Zeit Aufträge für Wandbilder in öffentlichen Bauten, wurde 1939 eingezogen und als Kriegsmaler eingesetzt. In der Ausstellung "Deutsche Künstler und die SS" 1994 in Breslau wurde ein Bild vom gezeigt. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er fliehen konnte. Er ließ sich in Hof an der Saale, später in Schweinfurt nieder und unternahm viele Reisen (einschliessliche jährlicher Ausflüge nach Italien). Arbeiten von Wilhlem Kohlhoff befinden sich in der Nationalgalerie Berlin, dem Bröhanmuseum, der Berlinischen Galerie, der Kunsthalle Bielefeld sowie zahlreichen anderen Museen und Sammlungen im In- und Ausland.

