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Theatermuseum nimmt Abschied von Eva Böttcher und Johannes Heesters

Die Schauspielerin Eva Böttcher ist am 23.Dezember im Alter von 83 Jahren gestorben.

Sie wollte nur drei Jahre in Düsseldorf bleiben. 1956 folgte die Hamburger Schauspielerin Eva Böttcher dem Ruf Karl Heinz Stroux' ans Düsseldorfer Schauspielhaus, lernte den Grazer Schauspieler Wolfgang Reinbacher kennen und lieben und machte Düsseldorf zum gemeinsamen Lebensmittelpunkt.

Im Alter von siebzehn Jahren hatte sich ihre Neigung zum Theater verfestigt. Nach dem Abitur nahm sie Schauspielunterricht bei Joseph Offenbach, spielte anschließend unter Gründgens am Deutschen Schauspielhaus. 1956 gehörte sie mit Wolfgang Arps, Werner Dahms, Klausjürgen Wussow, Walter Schmidinger und Bernhard Minetti zu den "Neuzugängen" im Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses und wurde zu den "profiliertesten jungen Schauspielerinnen" gezählt.

"Meine anfängliche Enttäuschung über die Stadt Düsseldorf und das Theater in der Jahnstraße - beides erschien mir viel zu klein und eng im Vergleich zu Hamburg - wich bald einem sehr belebenden Auftrieb ..." schreibt Eva Böttcher in einer Erinnerung.

Ihre erste Düsseldorfer Rolle war die der älteren Schwester Anne Franks in der deutschen Erstaufführung unter Leo Mittlers Regie (mit Ernst Deutsch, Luitgard Im, Sybille Binder). In den Ionesco-Uraufführungen des Düsseldorfer Schauspielhauses spielte sie die weiblichen Hauptrollen neben Karl Maria Schley (Nashörner 1959, Der König stirbt 1963, Hunger und Durst 1964). Neben Hermine Körner (Giraudoux: Irre von Chaillot, 1957), Ernst Deutsch (Wilhelm Tell 1959), Attila Hörbiger stand sie mit ihren ehemaligen Hamburger Schauspielkollegen Wolfgang Arps und Edgar Walther auf der Bühne.

Mit dem Balladenabend "Ewig jung ist nur die Phantasie" (zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Reinbacher) verabschiedete sie sich 2004 von der Bühne.

Am 24. Dezember verstarb der Theater- und Filmschauspieler Johannes Heesters.

Der Name Heesters hat in Düsseldorf einen vertrauten Klang, war Johannes Heesters doch regelmäßiger Gast in Alfons Höckmanns "Komödie" an der Steinstraße. Tochter Nicole Heesters gehörte lange Jahre zum Stroux-Ensemble am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo Schwiegersohn Pit Fischer für die Ausstattung verantwortlich zeichnete.

Johannes Heesters im Theatermuseum 1 (440)

Auf dem Heimweg von einem Theaterauftritt in Hamburg ins heimatliche Starnberg machte der Schauspieler und Sänger mit seiner Frau Simone 2009 Station in Düsseldorf, um sich im Düsseldorfer Theatermuseum "für die Ehre zu bedanken" und die vom Enkel Johannes Fischer konzipierte Ausstellung zu sehen.

Tägliche Gesangs- und Stimmübungen, tägliches Hanteltraining hielten den 108-jährigen fit, dessen Gesangsqualitäten 1923 in einer "Traumspiel"-Inszenierung in Amsterdam entdeckt wurden. Der erfolgreichen Karriere in den Beneluxstaaten an der Seite seiner ersten Frau folgte 1934 der Sprung auf die deutschensprachigen Bühnen Wiens und Berlins. Seiner niederländischen Nationalität ist er treu geblieben. "Man hat mich gefragt, ob ich Deutscher werden will. Ich habe 'nein danke' gesagt. 'Ich freue mich, dass ich hier arbeiten darf, aber mehr nicht'." Die einzige Korrespondenz mit Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ist in einem zeittypischen Bürokratendeutsch gehalten, das weder dem Naturell noch der Überzeugung Heesters' entsprach. Bei dem Besuch im Konzentrationslager Dachau 1941 stellte sich das Ensemble des Münchner Theaters am Gärtnerplatz, zu dem Heesters gehörte, in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda, ohne jedoch das System durch künstlerische Darbietungen aufzuwerten. Heesters hat seine eigene Naivität später bedauert.




Portrait Eva Böttcher (128)Portrait Eva Böttcher, o. J.

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24. Mai 2012 | 21:20 Uhr

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