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Welthungerhilfe - Düsseldorf reicht die Hand

Ein Jahr lang sammelt die Landeshauptstadt Spenden für ein Hilfsprojekt in Burkina Faso

Ganz im Zeichen der Partnerschaft der Landeshauptstadt mit der Welthungerhilfe stand das Jahr 2008 in Düsseldorf. Unter dem Motto "Düsseldorf reicht die Hand" gab es zahlreiche Aktionen und Projekte zugunsten der Region Kongoussi in Burkina Faso. Bis heute engagieren sich Bürger für das afrikanische Land in der Sahelzone, das als das zweitärmste der Welt gilt.

Start der Plakatkampagne zur Partnerschaft mit der Welthungerhilfe
Bürgermeister Dirk Elbers startete die Plakatkampagne für die Welthungerhilfe. Das Rad schlagende Kinderpaar, das auch den Flyer zum Partnerschaftprojekt ziert, wird bis zum Jahresende um die Unterstützung für Kongoussi werben.

"Einer Großstadt wie Düsseldorf, die in der öffentlichen Wahrnehmung mit Wirtschaftstärke, Konsum und häufig auch mit Glamour assoziiert wird, steht es gut an, ihr soziales Gesicht zu zeigen. Mit dieser Partnerschaft haben wir gezeigt, dass wir in dieser globalisierten Welt Verantwortung übernehmen. Die Spenden sind das eine, wichtig ist es aber auch, die Lebenssituation der Menschen in den Teilen der Welt, die nicht zu den privilegierten gehören, aufzuzeigen. Afrika ist ein Kontinent, den es sich zu entdecken und zu verstehen lohnt. ", erklärte Oberbürgermeister Dirk Elbers.

Eröffnung der Woche der Welthungerhilfe in der Rheinterrasse
Ingeborg Schäuble, die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, und Oscar Sawadogo, Leiter der Welthungerhilfe-Organisation Zood Noma, kamen zur Eröffnung der "Woche der Welthungerhilfe" in die Rheinterrasse und erlebten dort mit rund 300 Ehrenamtlern die atemberaubenden Tänze der Artistik- und Clownsgruppe Adesa.

"Ich bin überwältigt, mit wie viel Phantasie und Engagement sich die Düsseldorfer an den Aktionen beteiligt haben. Für das Spendenergebnis bin ich sehr dankbar. Damit wurde vor Ort in Burkina Faso schon viel erreicht", zog die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann ihr persönliches Resümee des ereignisreichen Jahres. "Die Hilfe ist in unserem Millenniumsdorf in Kongoussi bereits gut angekommen."

Modenschau bei Benefiz-Gala anlässlich des Partnerjahres mit der Welthungerhilfe in der Turbinenhalle der Stadtwerke (18.9.08)
Modenschau in der Turbinenhalle der Stadtwerke zur Eröffnung der 3. Runde des Internationalen Modewettbewerbs "WeltGewänder 2008/2009".

Mit den Spenden aus Düsseldorf - insgesamt kamen 275.000 Euro in bar und geldwerte Leistungen von rund 800.000 Euro zusammen - haben im letzten Jahr die Kleinbauern bereits 57,8 Hektar neues Ackerland nutzbar machen können. Neue Bewässerungssysteme ermöglichen jetzt mehr als eine Gemüseernte pro Jahr. Mehrere Kilometer Steinwälle gegen die Erosion wurden errichtet. Sieben neue Brunnen sorgen dafür, dass 70 Prozent der Menschen in der Projektregion endlich Zugang zu frischem Wasser haben. Gezielte Maßnahmen im Ressourcen- und Umweltschutz und neue Einkommensmöglichkeiten schaffen den Menschen in Kongoussi eine stabilere Lebensgrundlage. Drei Schulen sind entstanden, die heute schon gut ausgelastet sind. Während bisher nur zwei Prozent der Bevölkerung lesen und schreiben können, gehen inzwischen fast alle Kinder zur Schule.

Auch nach 2008 engagiert sich Düsseldorf für die Welthungerhilfe. So starteten Sportler jeden Alters anlässlich des Olympic-Adventure-Camps 2009 am 11. August zum großen "LebensLauf" der Welthungerhilfe. Mit dem Erlös werden unter anderem Schulen in der Region Kongoussi in Burkina Faso gebaut. Gemeinsam mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, gab Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers den Startschuss und schickte die kleinen und großen Sportler auf die Strecke: "Das Engagement für Kongoussi in Burkina Faso geht weiter", freute sich der OB. Insbesondere die ganz Kleinen steckten ihren ganzen Ehrgeiz in die Bewältigung der 400 Meter langen "Kinderstrecke".

"Ich habe zehn Runden geschafft", verkündete der 9-jährige Tim und hielt stolz seine Laufkarte hoch, "mein Papa hat mich gesponsert." Nach den Kindern und Jugendlichen gingen die erwachsenen Läufer, darunter Andreas Preuss, Manager von Borussia Düsseldorf, und Marathonläuferin Sonja Oberen, an den Start. Ehrengäste waren Leichtathleten aus Burkina Faso, die sich in Düsseldorf auf die Weltmeisterschaft in Berlin vorbereiteten, sowie Spieler der Giants und Fortuna-Spieler Marcel Gaus.

Eine Dokumentation des Partnerschaftsjahres kann gegen eine Spende bei der Welthungerhilfe unter www.welthungerhilfe.de angefordert werden. Auch in Zukunft wollen sich die Düsseldorfer für Kongoussi engagieren. So ist zum Beispiel die Gründung eines Freundeskreises ist geplant.

Familienbruch im Maritim: Blick von oben in den Saal
Rund 600 Erwachsene und noch einmal so viel Kinder kamen am 30. November zur großen Familiengala in das Maritim-Hotel. 11.000 Euro kamen dabei zugunsten der Partnerschaft zusammen. Zwei Drittel des Eintrittsgeldes und der Erlös der Tombola - insgesamt 11.000 Euro - gehen nun an die Hilfsprojekte in den Dörfer rund um Kongoussi in Burkina Faso, Foto: Rheinlust.

Die Welthungerhilfe freut sich aber auch weiterhin über jede Spende - und ist der Betrag auch noch so klein. Auch im Endspurt können sich Schulen, Vereine, Firmen und Institutionen noch aktiv für die Partnerschaft engagieren. "Wenn Sie in ihrem Verein oder Bekanntenkreis Feste oder andere Aktivitäten planen, stellen Sie diese doch unter das Motto der Partnerschaft 'Welthungerhilfe - Düsseldorf reicht die Hand'", bittet die städtische Koordinatorin, Helma Wassenhoven.

Vereine, Organisationen, Institutionen, Schulklassen oder Einzelpersonen, die die Partnerschaft mit der Welthungerhilfe unterstützen möchten, können sich an die Projektkoordinatorin Helma Wassenhoven, Telefon 89-95175, E-Mail Helma.Wassenhoven@duesseldorf.de
wenden. Bei ihr kann auch ein Flyer (PDF mit 0,4 MB)angefordert werden, der über die Partnerschaft informiert.

Kongoussi-Express
Mit dieser Bahn wirbt die Rheinbahn für das Partnerjahr mit der Welthungerhilfe.

Hintergrund

Als Ende 2007 der verstorbene Oberbürgermeister Joachim Erwin und die damalige Vorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, die Partnerschaft besiegelt haben, war es der erklärte Wunsch aller Beteiligten, ein konkretes Projekt zu unterstützen. Die Hilfe sollte nicht anonym in einen großen Topf fließen, sondern ein Gesicht bekommen. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenssituation der Menschen in den Teilen der Welt, die nicht zu den privilegierten gehören, aufgezeigt und ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden.

Die Wahl fiel auf das Milleniumsdorf Kongoussi, ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Dörfer, im afrikanischen Staat Burkina Faso. Die Dorfgemeinschaften gehören zu den 15 Dörfern oder Regionen weltweit, die von der Welthungerhilfe als so genannte "Millenniumsdörfer" ausgewählt wurden. Burkina Faso wird immer wieder von lang anhaltenden Dürren heimgesucht. Getreu dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" will die Welthungerhilfe unter anderem den Anteil der Hungernden und Armen halbieren, die Kindersterblichkeit senken und allen Kindern eine Grundschulbildung ermöglichen.

Eröffnung der Naaba-Ausstellung: OB Dirk Elbers, Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe, und Ehrengast Osccar Sawadogo, Leiter der Welthungerhilfe-Organisation Zood Norna (von rechts)
Eröffneten die Open Air-Ausstellung am Unteren Rheinwerft: Oberbürgermeister Dirk Elbers, Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe, und Ehrengast Osccar Sawadogo, Leiter der Welthungerhilfe-Organisation Zood Norna in Burkina Faso (von rechts).

Das Jahr 2008 stand ganz im Zeichen der Partnerschaft zwischen der Welthungerhilfe und der Stadt Düsseldorf. Rund 100 Veranstaltungen - vom Schulfest bis zur Benefiz-Gala, vom "Lebens-Lauf" bis zur Projektwoche an den Schulen, von der Modenschau mit afrikanischen Gewändern bis zum Sinfoniekonzert - reichte das Spektrum. Nicht mitgerechnet die unzähligen privaten Feiern, die unter das Motto der Partnerschaft gestellt und bei denen Geld für die Hilfsprojekte in Burkina Faso gesammelt wurden.

Mit Plakaten, Flyern und Aktionen, wie dem von Studenten gestalteten Motto-Wagen beim Rosenmontagszug über die Kongoussi-Bahn der Rheinbahn bis zu einer auffälligen Fotoausstellung mit großformatigen Fotografien afrikanischer Stammesfürsten am Unteren Rheinwerft wurde das ganze Jahr über auf die Partnerschaft aufmerksam gemacht. Höhepunkt des Partnerschaftsjahres war vom 10. bis 22. Oktober die Woche der Welthungerhilfe, die mit vielfältigen Aktionen auf die Situation der Dorfgemeinschaften rund um die Stadt Kongoussi und die Arbeit der Welthungerhilfe aufmerksam machte. Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe, eröffnete die Woche gemeinsam mit Oberbürgermeister Dirk Elbers im Rahmen eines festlichen Abends in der Rheinterrasse.

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10. März 2010 | 12:30 Uhr

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