Logo Landeshauptstadt Düsseldorf
Aktuelle Themen:

Arbeiten für den Kö-Bogen nehmen Fahrt auf

Für den Bau der Tunnel müssen die Bauflächen bereitet werden / Vorübergehend wird eine Interimsstraße angelegt

Die Umgestaltung der Düsseldorfer City im Bereich des Jan-Wellem-Platzes beginnt Konturen anzunehmen. Die Landeshauptstadt nutzt an dieser Stelle die städtebauliche Chance, die der Bau der Wehrhahn-Linie bietet und verwertet Flächen, auf denen heute noch oberirdische Straßenbahngleise verlaufen für eine gänzliche Neugestaltung. Damit können das nördliche Ende der Königsallee und der gesamte Bereich im Übergang zum Hofgarten, Jan-Wellem-Platz, Schadowplatz und zum Gustaf-Gründgens-Platz neu entwickelt und gestaltet werden. Die Königsallee wird wieder an den Hofgarten angebunden. Das Flair und die Qualitäten der Kö werden nach Norden zum Jan-Wellem-Platz weitergeführt.

Endzustand Kö-Bogen
Diese Darstellung zeigt einen Blick auf die endgültige Gestaltung im Bereich des Kö-Bogens: Die Straßen sind unter der Erde verschwunden, die Wasserfläche des Hofgartens wächst in Richtung Corneliusplatz (über die vor dem Parkhotel geplante Tiefgarage hinaus), die Libeskind-Bauten sind in der Mitte zu erkennen, der Tausendfüßler ist verschwunden und durch eine lange Baumreihe ersetzt. Am oberen Rand sind die Zufahrten zu den beiden Tunneln auszumachen.

Herzstück dieser Planung ist der "Kö-Bogen". Nach europaweiter Ausschreibung erhielt 2008 der Düsseldorfer Investor "die developer Projektentwicklung GmbH" den Zuschlag für das 9.300 Quadratmeter große Grundstück auf dem Jan-Wellem-Platz. Die Bebauung erfolgt nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Daniel Libeskind. Im Februar 2009 hat der Stadtrat die entscheidenden Weichen für die Verwirklichung des Kö-Bogen-Projektes gestellt.

Grundvoraussetzung für die Freimachung des künftigen Hochbauareals ist die Verlagerung der heutigen Verkehrsnutzungen. Der auf der Oberfläche verlaufende Individualverkehr soll zwischen Theatermuseum, Berliner Allee bzw. Immermannstraße und Elberfelder Straße in Tunnel verlegt werden. Voraussetzung für die Bauprojekte an dieser Stelle ist die Freimachung des Geländes. Dazu zählt auch der Bereich der Hofgartenstraße, für die Ersatz gefunden werden muss. Dies geschieht mit dem Bau einer vorübergehenden Straßentrasse, der Interimsstraße.

Die Interimsstraße

Bedingt durch die Bauarbeiten steht die Hofgartenstraße ab Frühjahr nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz dient die 315 Meter lange Interimsstraße im Bereich des Hofgartens. Die sechs Meter breite, zweispurige Straße mit angrenzenden Sicherheitsstreifen wird für einen Zeitraum von etwa vier Jahren gebraucht. 24 Bäume müssen dafür im Böschungsbereich des Hofgartens gefällt werden. Sie führt weiter über die Baustelleneinrichtung vor dem Parkhotel in die Ludwig-Zimmermann-Straße. Von dort gibt es eine ampelgeregelte Verbindung in Richtung Süden. Je nach Bauphase ergeben sich Sperrflächen, so dass durchgehend immer eine Fahrspur für den Individualverkehr zur Verfügung steht. Die zweite Fahrspur wird abschnittsweise als Standspur und als Aufstellfläche für den Baustellenverkehr gebraucht. Nach Fertigstellung des Straßentunnels sowie der Hochbauten des Kö-Bogens wird die Interimsstraße zurückgebaut. Die dafür genutzten Flächen werden renaturiert oder entsprechend den noch aufzustellenden Planungen der Außenanlagen des Kö-Bogen-2-Projektes gestaltet.

Straßenführung während der Bauphase
In dunklem rot ist der Verlauf der Interimsstraße dargestellt. Sie schwenkt vor dem Parkhotel über den heutigen Baustellenbereich in die Ludwig-Zimmermann-Straße. Von dort geht es in die Heinrich-Heine-Allee sowohl nach Norden als auch über eine neue Kreuzung über den Mittelstreifen hinaus in Richtung Süden. Angebunden ebenfalls das Kaufhof-Parkhaus und die Ostseite der Königsallee.

Die Baumaßnahmen greifen unweigerlich in die Verkehrsräume wichtiger Innenstadtstraßen ein. So kann aufgrund der Platzverhältnisse im Bereich der Berliner Allee nur ein Fahrstreifen für die Verkehrsbeziehungen aus Richtung Süden zur Verfügung gestellt werden. Großräumig angelegte Umleitungsrouten sollen vor allem die Süd-Nord-Achse Berliner Allee/Hofgartenstraße verkehrlich entlasten. Die angebotenen Umleitungsrouten mildern die mit den Baustellen verbundenen Kapazitätseinschränkungen, können diese jedoch nicht vollständig kompensieren.

Im Oktober 2010 soll mit dem Bau der Tunnelbauwerke begonnen werden. Zuvor laufen ab Anfang Juli 2010 noch umfangreiche Leitungsverlegungen der Stadtwerke Düsseldorf im Bereich der Elberfelder Straße. Die Tunnel des ersten Bauabschnittes sollen im Oktober 2013 fertig sein. Der zweite Bauabschnitt beginnt 2012 und wird 2014 fertig gestellt.

Tunnel 1. Bauabschnitt

  • Süd-Nord-Tunnel im Verlauf der Berliner Allee/Hofgartenstraße
  • Süd-West-Tunnel im Verlauf des Jan-Wellem-Platzes /Elberfelder Straße
  • Nord-West-Tunnel im Verlauf der Hofgartenstraße/Jan-Wellem-Platz

Tunnel 2. Bauabschnitt

Auf der Trasse des "Tausendfüsslers" und an seiner Stelle entstehen
  • Nord-Süd-Tunnel im Verlauf der Hofgartenstraße mit Anschluss an den Abzweig nach Westen in die Elberfelder Straße
  • Nord-Süd-Tunnel im Verlauf der Hofgartenstraße mit Anbindung in die Berliner Allee und die Immermannstraße.

Zwei 330-Meter-Tunnel

Der erste Bauabschnitt der Verkehrsanlagen des Kö-Bogens besteht im Wesentlichen aus zwei Tunnelröhren: Ein rund 330 Meter langer Tunnel übernimmt den Verkehr in Nord-West-Richtung. Die aus Richtung Norden kommenden Fahrzeuge werden durch diesen Tunnel in Richtung Westen auf die Elberfelder Straße geführt. Die etwa 80 Meter lange nördliche Einfahrtsrampe in der Hofgartenstraße (Höhe Drei-Scheiben-Haus), die im Rahmen des zweiten Bauabschnittes wieder zurückgebaut wird, erhält eine Fahrspur mit Standstreifen. Die ebenfalls 80 Meter lange Ausfahrtsrampe in der Elberfelder Straße wird drei Fahrspuren bekommen.

Die viergeschossige Tiefgarage, die der Investor im Bereich des heutigen Jan-Wellem-Platzes baut, wird an den Nord-West-Tunnel angeschlossen. Der Bereich des Straßentunnels, der direkt an die Tiefgarage anschließt, wird einschließlich der Ein- und Ausfahrten sowie des Betriebsgebäudes für den Tunnel im Rohbau durch den Investor gebaut. Nördlich der Tunnelrampe in der Elberfelder Straße verbleibt eine separate Anliegerfahrbahn mit Parkstreifen, über die die Andienung beispielsweise des Steigenberger Parkhotels und des Industrieclubs gewährleistet wird.

Baustellenbereich vor dem Parkhotel
Durch diesen Baustellenbereich vor dem Parkhotel wird die Interimsstraße in Richtung Ludwig-Zimmermann-Straße angelegt. Die Führung über diese Trasse bringt mehrere Vorteile: In der Elberfelder Straße kann wegen besserer Platzverhältnisse die dort vorgesehene Tunnelrampe schneller gebaut werden und die für Industrieclub und Parkhotel im Bereich dieser Baustelleneinrichtung geplante Tiefgarage mit 80 Plätzen kann deutlich früher gebaut werden. Über die durch den neuen Tunnel angebundene Tiefgarage wird dann später der Wasserbereich des Hofgartens in Richtung Corneliuspaltz verlängert.

Der zweite, etwa 330 Meter lange Tunnel des ersten Bauabschnitts verläuft in Süd-Nord-Richtung. Von der Berliner Allee aus werden die Fahrzeuge ab der Einmündung der Immermannstraße unterirdisch in Richtung Norden geführt. Der Tunnel endet in der Hofgartenstraße in Höhe des Theatermuseums. Der Süd-Nord-Tunnel hat eine jeweils 80 Meter lange südliche Einfahrts- und nördliche Ausfahrtsrampe und verfügt über drei Fahrstreifen. Die Tunnelrampen werden in der Hofgartenstraße in Höhe des Theatermuseums, in der Berliner Allee zwischen der Immermannstraße und der Schadowstraße angelegt.

Fahrzeuge, die von der Berliner Allee in Richtung Elberfelder Straße fahren, gelangen über einen unterirdischen Abzweig aus dem Süd-Nord-Tunnel in den Nord-West-Tunnel und von dort direkt in die Elberfelder Straße. Der Abzweig besteht aus einer Fahrspur mit Standstreifen.

Tiefgaragen werden unterirdisch angebunden

Die Tiefgaragen des Drei-Scheiben-Hauses und des Schauspielhauses werden unterirdisch an den Süd-Nord-Tunnel angebunden. Die beiden Tiefgaragen können nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes unterirdisch aus Richtung Süden angefahren und in Richtung Norden verlassen werden. Aus Richtung Norden erfolgt die Erschließung zunächst weiterhin über die August-Thyssen-Straße und die vorhandene Einfahrtsspindel des Schauspielhauses. Die Ausfahrt in Richtung Süden erfolgt über Gustaf-Gründgens-Platz, Bleichstraße, Schadowstraße, Tonhallenstraße und Oststraße.

Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes werden auch die Einfahrt aus Richtung Norden und die Ausfahrt in Richtung Süden unterirdisch möglich sein. Zwischen den Parkhäusern und dem Nord-Süd-Tunnel des zweiten Bauabschnittes, der zukünftig westlich des Süd-Nord-Tunnels liegt, wird dafür ein Anschlusstunnel gebaut. Der Anschlusstunnel unterquert den Süd-Nord-Tunnel des ersten Bauabschnittes und wird aus bautechnischen Gründen im Kreuzungsbereich bis hin zum Anschluss an die Tiefgaragen bereits im Rahmen des ersten Bauabschnittes hergestellt.

Die Tunnel werden so weit wie möglich in offener Bauweise hergestellt. In den Bereichen, in denen die Fläche des zukünftigen Tunnels nicht in voller Breite vom fließenden Verkehr freigehalten werden kann, wird jeweils halbseitig und teilweise in der so genannten Deckelbauweise gebaut. Im vergangenen Jahr wurden vor allem mit Kanalverlegungen erste Voraussetzungen geschaffen. In Kürze beginnen die Gleisverlegungsarbeiten auf dem Jan-Wellem-Platz. Die Planungen der Tunnel werden 2010 soweit abgeschlossen sein, um die Bauleistungen EU-weit auszuschreiben und zu vergeben.

Öffentlicher Personennahverkehr wird neu geordnet

Auch der ÖPNV wird in diesem Bereich neu geordnet. Die auf dem Jan-Wellem-Platz liegenden Endhaltestellen mehrerer Buslinien wurden bereits Ende 2009 in die Heinrich-Heine-Allee verlegt. Zur besseren Andienung der Schadowstraße wurde in der Berliner Allee in Höhe der Einmündung der Immermannstraße eine zusätzliche Bushaltestelle eingerichtet.

Die bisher auf dem Jan-Wellem-Platz abgewickelten Straßenbahn-Wendefahrten werden weiter im Norden über die Gleisschleife auf dem Spichernplatz sowie über eine Blockumfahrt Sternstraße/Duisburger Straße/ Nordstraße/Kaiserstraße erfolgen. In einem ersten Schritt wird die vorhandene Gleisschleife am Spichernplatz mit einem zusätzlichen Aufstellgleis ergänzt. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgt bis Februar/ März 2010. In einem zweiten Schritt wird für die Blockumfahrt im Knotenbereich Duisburger Straße/Nordstraße ein neuer Gleisabzweig in Fahrtrichtung Westen gebaut. Die übrigen Gleisanlagen sind vorhanden. Für die Maßnahmen wird zurzeit ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Die Arbeiten sollen im Oktober 2010 abgeschlossen werden.

Die Straßenbahnlinien, die den Jan-Wellem-Platz in der Ost-West-Achse befahren, werden bis zur Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie oberirdisch weiterbetrieben. Die Gleisanlagen werden unter Berücksichtigung der Tunnelrampe in der Elberfelder Straße und der Gebäude des Investors angepasst.

Die Trinkausstraße ist zur Breite Straße hin geöffnet worden, um das Areal nördlich des Corneliusplatzes als Fußgängerbereich zu attraktiveren, aber gleichzeitig die Verkehrserschließung für den Bereich der Königsallee sicherzustellen. Bis zur Fertigstellung der Wehrhahn-Linie muss die West-Ost-Relation zwischen Heinrich Heine-Allee und Schadowstraße für den Straßenbahnverkehr aufrechterhalten bleiben und an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Gleisanlagen auf dem Jan-Wellem-Platz entfallen danach vollständig. Die Nord-Süd-Relation bleibt im Verlauf Berliner Allee/Hofgartenstraße in angepasster Lage erhalten.

Die Kosten

Neben der Investition für den Hochbaukomplex Kö-Bogen nach den Plänen von Daniel Libeskind mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Euro durch den privaten Investor werden rund um das Grundstück umfangreiche Aufwendungen für die neue Infrastruktur nötig. Sie belaufen sich für den ersten Bauabschnitt nach dem Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss auf rund 197 Millionen Euro.

Sie umfassen in erster Linie die Tunnelstücke des ersten Bauabschnittes; die Leitungsverlegungen und die umfangreiche Neuordnung des Kanalnetzes rund um den Jan-Wellem-Platz. Dazu kommen die Kosten im Zusammenhang der Kreuzung der Straßentunnel mit der Wehrhahn-Linie, Aufwendungen für Bauzwischenzustände und Provisorien, Rückbau und Neubau Rückkühlwerk Drei-Scheiben-Haus, Belange der Denkmalpflege und Umweltmaßnahmen, Kosten für Entschädigungen, Kosten für Projektsteuerung sowie Bauwesen- und Haftpflichtversicherung.

Der Zeitplan

Das Projekt Kö-Bogen besteht aus einer Vielzahl einzelner Vorhaben, die wegen der Enge des Baufeldes und der Abhängigkeiten zueinander eng verzahnt sind. Der Zeitplan sieht folgende Schritte vor:

  • Interimsstraße:
    Fertigstellung bis Anfang des zweiten Quartals 2010
  • Hochbau des Kö-Bogen-Komplexes:
    Erstes Quartal 2010 bis Anfang des vierten Quartals 2013
  • Leitungsarbeiten Elberfelder Straße:
    Zweites Quartal 2010 bis Ende viertes Quartal 2010
  • Tunnel und Rampe Elberfelder Straße:
    Viertes Quartal 2010 bis Ende erstes Quartal 2013
  • Tiefgarage Parkhotel:
    Zweites Quartal 2013 bis Ende erstes Quartal 2014
  • Bau des Süd-Nord-Tunnels:
    Erstes Quartal 2011 bis Ende drittes Quartal 2013
  • Abbruch Tausendfüßler:
    Zweites Quartal 2012 bis Ende drittes Quartal 2012
  • Bau des Nord-Süd-Tunnels:
    Viertes Quartal 2012 bis Mitte vertes Quartal 2014
  • Gestaltung der Oberflächen und der Landskrone:
    Zweites Quartal 2014 bis Ende viertes Quartal 2014

(3. Februar 2010)

Mehr zum Thema:


Sprachauswahl und Hauptnavigation:

Düsseldorfer Ansichten

16. März 2010 | 07:36 Uhr

Di
8°
Details Mi
13°
Details Do
16°
Details