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Starkes Signal: Schulterschluss zwischen Stadt und Industrie

Masterplan Industrie vorgestellt - Stadt und Industrie arbeiten an Handlungsfeldern für die Zukunft

Ein starkes Signal in Richtung Industrie in Düsseldorf: Oberbürgermeister Dirk Elbers und der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf (IHK), Prof. Dr. Ulrich Lehner, stellten am Montag, 12. Dezember, in einer Pressekonferenz konkrete Handlungsfelder für einen Masterplan Industrie vor. In den vergangenen Monaten haben Stadt, IHK, Industrieunternehmen und Verbände neue Wege der Kommunikation und Kooperation beschritten, um die Industrie am Wirtschaftsstandort Düsseldorf nachhaltig zu unterstützen.

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Oberbürgermeister Dirk Elbers und Dr. Andreas Bruns (von links).
Präsentierten den Masterplan Industrie: Prof. Dr. Ulrich Lehner, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf (IHK), Oberbürgermeister Dirk Elbers und Dr. Andreas Bruns, Vorsitzender des Industriekreises Düsseldorf (von links).

Zu den Themen Flächen/Infrastruktur, Technologie/Clusterpolitk, Energie, Industrieimage und Arbeits- und Ausbildungsmarkt wurden von fünf Arbeitsgruppen sowohl Grundvereinbarungen zwischen Stadt und Industrie getroffen als auch erste Aktionsfelder entwickelt.

Zur Geschichte: Am 25. Februar dieses Jahres haben Oberbürgermeister Dirk Elbers und IHK-Präsident Prof. Dr. Ulrich Lehner mit führenden Repräsentanten von Verbänden und der Industrie vereinbart, einen "Masterplan Industrie für Düsseldorf" zu erarbeiten. Dessen Ziel: Konzepte und Projekte zu entwerfen, wie auf unterschiedlichen Aktionsfeldern der Industriestandort Düsseldorf in seinem Bestand und mit seinen Arbeitsplätzen gesichert und weiter entwickelt werden kann.

"Die Industrie ist ein starkes Standbein des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf. Und so soll es auch bleiben! Deshalb gilt es, den Industriestandort Düsseldorf in seinem Bestand zu festigen und ihn nach Möglichkeiten auch fortzuentwickeln und zukunftsfest zu machen. Wir wollten prüfen, wie wir die für uns so wichtigen Industriebetriebe noch besser an den Standort binden und ihnen die richtigen Rahmenbedingungen für erfolgreiches Arbeiten bieten können", sagte OB Dirk Elbers. "Was wir in den knapp zehn Monaten in den Arbeitsgruppen für die Stadt erreicht haben, ist ausgezeichnet. Hier demonstrieren wir einen Schulterschluss zwischen der Stadt und ihren Unternehmen und pflegen eine neue Diskussionskultur, wie wir sie in den vergangenen Jahren in dieser Form nicht hatten", erklärte Elbers weiter.

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Oberbürgermeister Dirk Elbers und Dr. Andreas Bruns (von links).
Der Masterplan gibt ein starkes Signal in Richtung Industrie in Düsseldorf.

"Diesen Dialog zwischen der Stadt, der IHK, den Industrieunternehmen und den Verbänden wollen wir künftig regelmäßig fortsetzen, um der Industrie in Düsseldorf eine Zukunftsperspektive zu geben. Es ist ein wichtiges Signal an die Industrie, dass Düsseldorf die Unternehmen aktiv unterstützen will und die Entwicklung des Industriestandortes ganz oben auf der Tagesordnung steht. Hervorragendes Ergebnis ist, dass die Rahmenbedingungen künftig regelmäßig mit allen Beteiligten diskutiert werden sollen. Beide Seiten haben sich im Laufe dieses Prozesses aufeinander zu bewegt. Mit dem Masterplan Industrie beenden wir heute nicht den Prozess der Zusammenarbeit, sondern setzen ihn in den bereits bearbeiteten Themenfeldern fort", erklärte IHK-Präsident Prof. Dr. Ulrich Lehner.

Im Verlauf des Prozesses wurden einige Themen bereits angepackt, über die bisher nicht unbedingt Einigkeit bestand. Neben der Selbstverpflichtung der Industrie zur CO2-Reduktion, die ein wichtiger Schritt im Rahmen des Klimaschutzplanes der Stadt ist, gibt es auch neue Entwicklungen zum Wohnen im Hafen. "Nach vielen Jahren des Ringens zwischen der Stadt und den Industriebetrieben im Hafen habe ich hier einen klaren Schlussstrich gezogen. Wir verabschieden uns von den Plänen, die Wohnbebauung im Hafen bis zur Kesselstraße auszudehnen. Wir wollen hier keine weiteren Konfliktfelder schaffen. Die Handlungsfelder und Grundsätze, die wir heute zum Masterplan Industrie vorstellen, gehen in dieselbe Richtung: wir werden Lösungen erarbeiten, die allen Anforderungen an eine moderne Stadt Rechnung tragen, in der die Menschen gerne wohnen und erfolgreich arbeiten", betonte der Oberbürgermeister.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Arbeitsgruppe (AG) 1 "Flächen/Infrastruktur"

Grundsätze: Die Stadt Düsseldorf und die Wirtschaft/Industrie ziehen an einem Strang mit dem gemeinsamen Ziel: Düsseldorf muss sowohl als attraktiver Wirtschafts- und Industriestandort als auch als Wohnort mit einer hohen Lebensqualität weiter entwickelt werden. Ein stetiger Dialog wird dazu dienen, industrielle Bedarfe effizient in der Stadtplanung zu berücksichtigen. Die heute jeweils spezifisch als Industriegebiet (GI) und Gewerbegebiet (GE) ausgewiesenen und genutzten Baugebiete sowie die in der Stadt vorhandenen industriell genutzten Sondergebiete sollen in ihrem derzeitigen Bestand und ihren Nutzungsmöglichkeiten im Wesentlichen erhalten bleiben und - wo es sinnvoll ist - im Sinne von Industrie-Clustern weiterentwickelt werden. Darüber hinaus werden im Einzelfall geeignete neue Flächen für klassische Industrie- und Gewerbenutzungen gesichert, um ein weiteres Wachstum am Standort Düsseldorf zu ermöglichen.

Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Straße, Schiene, Hafen und Flughafen wird im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten weiterentwickelt, auch im Sinne des multimodalen Güterumschlags. Der unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten besonders wichtigen Anbindung der Betriebe über Hafenanlagen und Schienenverbindungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Aktionsfelder: Als Basis für ein ausreichendes Flächenangebot für Industrieunternehmen sollen vorhandene Reserveflächenpotenziale identifiziert und klassifiziert, Mobilisierungsstrategien für ungenutzte Industriegrundstücke entwickelt werden sowie bestehende GE/GI-Gebiete gesichert und fortentwickelt werden. Gewachsene Strukturen haben ein enges Nebeneinander verschiedener Nutzungen hervorgebracht sowie ein gelebtes und gutes Miteinander. Zur Ermittlung konfliktbehafteter Flächen wird ein Konfliktzonenkataster entwickelt, um im Einzelfall Standorte zu restrukturieren.

AG 2 "Technologie-/Clusterpolitik"

Grundsätze: Die Heinrich-Heine-Universität und die Fachhochschule Düsseldorf genießen auf vielen Gebieten großes wissenschaftliches Renommee und sind erste Anlaufstelle für die Unternehmen in Fragen des Technologietransfers. Kontakte der Hochschule zu Unternehmen sollen ausgebaut, Düsseldorf als Innovationsstandort weiter profiliert werden.

Aktionsfelder: Um einen Überblick über bereits bestehende Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen zwischen den Hochschulen und Unternehmen der Industrie zu erhalten, wird dazu eine Übersicht angefertigt. Zum bestehenden F&E-Bedarf der Unternehmen werden die 20 bis 30 wichtigsten Industrieunternehmen befragt. Ziel ist es, eine verstärkte Kooperation von Großunternehmen mit den Hochschulen zu erreichen. Für Mitarbeiter von Industrieunternehmen sollen Weiterbildungsprogramme im Technologiemanagement entwickelt werden. Mittelfristig werden sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe bemühen, in Düsseldorf ein überregional bedeutsames Forschungsinstitut, wie zum Beispiel ein Max-Planck- oder Fraunhofer-Institut, anzusiedeln. Die schon existierenden Netzwerke und Informationsveranstaltungen zum Thema "Innovation" sollen künftig im "Innovationsdialog Düsseldorf" gebündelt werden, um Synergieeffekte und größere Reichweiten zu erzielen.

AG 3 "Energie"

Grundsätze: Um der Industrie Wachstumsoptionen am Standort Düsseldorf zu sichern, ist die nachhaltige und kostengünstige Versorgung mit Energie, vor allem mit Strom und Wärme mit lokalen Kraftwerkskapazitäten besonders wichtig. Andererseits können engagierte Klimaschutzziele nur erreicht werden, wenn Industrieemissionen weiter gesenkt werden. Die Stadt begrüßt daher die Erklärung von Düsseldorfer Unternehmen, die spezifischen Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu senken. Stadt und Wirtschaft sind sich einig: Die Sektoren, die dem europäischen CO2-Zertifikateregime unterliegen - Industrie, Energiewirtschaft, Luftverkehr - werden durch kommunale Projekte im Rahmen des Programms "Klimaneutrales Düsseldorf" nicht zusätzlich belastet.

Aktionsfelder: Stadt und IHK werden ein Energieeffizienz-Kompetenzzentrum errichten, das als Informationsplattform dient. Ferner sollen Industrieunternehmen stärker als bisher in das laufende Ökoprofitverfahren eingebunden werden. Beim Thema Elektromobilität wurden eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten zur Stadt, den Stadtwerken und anderen interessierten Partnern gefunden, in dem Zusammenhang sollen weitere Kooperationen entstehen.

AG 4 "Arbeits- und Ausbildungsmarkt"

Grundsätze: Ziel der Projekte muss eine Verbesserung des Images der Industrieberufe sein, um das vorhandene Fachkräfte- und Ausbildungspotenzial für die Industriebetriebe ausschöpfen zu können.

Aktionsfelder: Bereits bestehende Lernpartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen sollen weiter ausgebaut werden, ebenso wie das schon existierende Kompetenzzentrum Schule-Hochschule/Beruf. Eine spezielle Ausbildungsbörse mit dem Schwerpunkt Industrie soll ins Leben gerufen werden. Die Ausweitung des dualen Studiums auf kleine und mittlere Betriebe erscheint ebenfalls als zusätzlicher Lösungsweg möglich. Das bestehende Angebot der Teilzeitausbildung soll verstärkt bei den Unternehmen beworben werden und andererseits sollen Bildungseinrichtungen verstärkt in einen Informationsaustausch mit den Industrieunternehmen treten.

AG 5 "Industrieimage/Profilbildung"

Grundsätze: Einem verbesserten Industrieimage kommt eine besondere Bedeutung zu und zwar im Hinblick auf

  • die Rekrutierung künftiger Mitarbeiter,
  • einer erhöhten Akzeptanz in der Bevölkerung für Industrieprojekte und industrienahe Infrastruktur sowie
  • im Hinblick auf die Einbindung des Industriestandortes in die derzeitige Diskussion um ein neues Leitbild im Bereich Stadtmarketing.

Aktionsfelder: Beschlossen wurde eine verbesserte Kommunikation untereinander: Die Kommunikations- und Presseexperten der Industriebetriebe sowie die Kommunikationsexperten von Stadt und IHK werden sich künftig regelmäßig treffen, um medien- und öffentlichkeitswirksame Themen zu identifizieren. In die Diskussionen zum Thema Markenbildung Düsseldorf der Landeshauptstadt wird das Thema Industrie mit eingebunden, damit beim Standortmarketing das Thema Industrie adäquat berücksichtigt werden kann.

Ausblick

Die Aktionsfelder geben das Programm vor, das nun gemeinsam abzuarbeiten ist. Dazu werden sich die Vertreter der Landeshauptstadt, der IHK, der Industrieunternehmen und weitere Partner in Arbeitsgruppen und in Jour-Fixe-Terminen verständigen und die anstehenden Projekte planen und umsetzen. In regelmäßigen Abständen soll eine aktualisierte Positionsbestimmung verbunden mit Zwischenberichten und Ergebnissen vorgelegt werden.

(12. Dezember 2011)

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