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Überflieger nimmt Konturen an

Mächtige Stahlkonstruktionen der Brücke über die Völklinger Straße werden eingeschwenkt

An der Plockstraße hat die Stadt beim Bau des so genannten "Überfliegers", der kreuzungsfreien Verbindung aus Richtung Südring in die Plockstraße und weiter in den Hafen, einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Stahlkonstruktionen der neuen Brücke wurden in drei Teilen mit Hilfe eines 800-Tonnen-Raupenkrans eingehoben. Oberbürgermeister Dirk Elbers und Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller verfolgten den spektakulären Einhub der neuen Brücke vor Ort. Dazu der OB: "Mit der neuen Brücke wird die Erreichbarkeit unseres boomenden Medienhafens deutlich verbessert. Sie ist ein Teil unseres Verkehrskonzeptes für den Hafen. Der stark befahrene Knoten Plockstraße/Völklinger Straße wird deutlich entlastet. Ich freue mich jetzt schon, wenn wir im kommenden Jahr das architektonisch filigrane und anspruchsvolle Bauwerk für den Verkehr freigeben können."

Einhub des 'Überfliegers'
Einhub des 'Überfliegers' (6 Bilder).

In den Morgenstunden des 2. Juli wurde zunächst das etwa 64 Meter lange und 145 Tonnen schwere Mittelstück der Brücke mit Hilfe eines Raupenkrans in einem Stück angehoben und auf die Kreuzung Völklinger/Plockstraße verschwenkt. Anschließend folgten die beiden stählernen Bögen, die auf die dafür vorgesehenen Betonsockeln gehoben und montiert wurden.

OB Elbers gab den Startschuss
Oberbürgermeister Dirk Elbers gab das Startzeichen zum Einhub des 'Überfliegers'.

Die Bögen haben eine Spannweite von 35,20 Metern, sind 16 Meter hoch und wiegen jeweils 32 Tonnen. Das stählerne Mittelstück der Brücke wurde im Werk vorgefertigt. Es besteht aus sechs Einzelteilen, die im Mai angeliefert und dann vor Ort zu einem großen halbrunden Element zusammen geschweißt wurden. Gleiches ist auch mit den jeweils sechs Teilen der beiden Stahlbögen geschehen. Im Laufe des Samstags und am Sonntag erfolgen dann noch Schweißarbeiten auf der Brücke und an den Bogenfüßen. In der kommenden Woche werden nachts während der Teilsperrungen die Stäbe, an denen die Brücke letztendlich hängen soll, mit dem stählernen Überbau verschweißt. Durch Optimierung des Bauablaufs ist es gelungen, die ursprünglich an zwei Wochenenden vorgesehene Vollsperrung auf ein Wochenende zu beschränken.

Vorarbeiten lange angelaufen

Seit Auftragsvergabe im Juli 2010 wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit nun das stählerne Brückenteil des Überfliegers montiert werden kann. Für die Gründung wurden 51 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,20 Metern gesetzt. Vorausgegangen waren umfangreiche Kleinbohrungen zur Erkundung von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die so genannten Pfahlkopfbalken und Stützen wurden betoniert, ebenso die beiden je 35 Meter langen Rampenbauwerke. 130 Meter Kanalrohre für die Brückenentwässerung mussten verlegt, sowie fünf Schachtbauwerke gebaut werden.

Animation der neuen Brücke an der Plockstraße
Animation der neuen Brücke an der Plockstraße, hier gesehen von der Völklinger Straße in Richtung Südring.

Kreuzungsfrei in die Plockstraße

Ende 2012 soll der Überflieger fertig gestellt sein. Die Breite zwischen den Geländern beträgt 7,10 Meter. es gibt eine vier Meter breite Fahrbahn und einen zwei Meter breiten Standstreifen. Dann wird der Verkehr folgendermaßen geführt: Die Völklinger Straße hat in der Süd-Nord-Richtung nördlich der Fährstraße vier Fahrspuren. Die beiden rechten Fahrspuren führen geradeaus in Richtung Rheinufertunnel. Etwa 90 Meter hinter dem Knoten Völklinger-/Fährstraße werden die zwei westlichen Fahrspuren zusammengeführt, in eine einzelne Fahrspur als Linksabbieger zur Plockstraße verschwenkt und kreuzungsfrei über die Brücke geführt. Die Plockstraße wird im Mündungsbereich vierspurig angelegt, um eine schnelle Aufnahme der Fahrzeuge zu gewährleisten. Der aus der Plockstraße kommende Verkehr wird über jeweils zwei Rechts- und Linksabbieger in die Völklinger Straße geführt.

In Gegenrichtung, von Norden nach Süden, wird es auf der Völklinger Straße zwischen den Knotenpunkten Plockstraße und Fährstraße vier Fahrspuren geben. Die bisherigen Linksabbiegespuren in die Fährstraße entfallen in beiden Fahrtrichtungen. Linksabbieger in die Fährstraße bekommen eine indirekte Verkehrsführung, indem sie nach rechts abbiegen müssen und mittels einer eingerichteten Wendemöglichkeit in die gewünschte Fahrtrichtung gelangen.

Animation der neuen Brücke an der Plockstraße
Die Plockstraße in Blickrichtung Völklinger Straße als Animation nach Ausbau und Errichtung der Brücke.

Der westliche Ast der Fährstraße erhält eine Linksabbiegespur, zwei Geradeausspuren sowie zwei Rechtsabbiegespuren, wobei für Radfahrer ein markierter Radweg zwischen den Abbiegespuren angelegt wird. Der östliche Ast der Fährstraße bleibt unverändert, ebenso die Gleisführung der Straßenbahnlinie. Für Fußgänger und Radfahrer stehen nach dem Umbau an der Völklinger Straße in beiden Fahrtrichtungen Geh- und Radwege zur Verfügung. Sie werden durch Grünstreifen vom Straßenverkehr getrennt. Auf der Plockstraße wird auf der südlichen Straßenseite ein kombinierter Geh- und Radweg angelegt.

Nach abschließenden Straßenbauarbeiten kann ab Ende 2012 der Linksabbieger aus Richtung Süden kreuzungsfrei von der Völklinger Straße in die Plockstraße geführt werden. Die Kosten für den Umbau der Völklinger Straße einschließlich der neuen Brücke schlagen mit 10,8 Millionen Euro zu Buche. Davon entfallen rund fünf Millionen Euro auf den Überflieger.

Verkehrskonzept als Basis

Die Völklinger Straße ist gleichzeitig Haupterschließungsstraße für den Hafen und Teil der innerstädtischen Haupterschließung über den Rheinufertunnel. Diese Doppelfunktion führt gerade in den Hauptverkehrszeiten am Knotenpunkt mit der Plockstraße das Straßenverkehrsnetz an seine Leistungsgrenze. Die neue Brücke und der dazu gehörende Umbau auf der Völklinger Straße sind Teil des Verkehrskonzeptes zur Optimierung der Hafenerschließung. Hintergrund für das Verkehrskonzept ist die rasante Entwicklung des Düsseldorfer Medienhafens und der damit einhergehende weiter wachsende Verkehr zwischen dem Hafen und den städtischen Hauptverkehrsachsen. Die Prognose für die Verkehrsentwicklung im Hafen sieht bis 2020 einen Anstieg des Individualverkehrs um etwa 47 Prozent, des Lkw-Anteils um 29 Prozent und des Öffentlichen Nahverkehrs sogar um 67 Prozent vor. Ziel des Konzeptes ist, auch künftig eine optimale verkehrliche Anbindung des Hafens sicherzustellen.

(2. Juli 2011)

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23. Februar 2012 | 07:38 Uhr

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