Der "rheinische Schubert"
Heine-Institut gratuliert dem Düsseldorfer Komponisten Norbert Burgmüller zum 200. Geburtstag mit einer Ausstellung
"Ich glaubte nur an Musik" - so lautet der Titel einer Ausstellung, die das Heinrich-Heine-Institut zum 200. Geburtstag des Düsseldorfer Komponisten Norbert Burgmüller zeigt (1810 Düsseldorf - 1836 Aachen). Die Ausstellung im Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, ist vom 8. Februar bis 14. April zu sehen.

Notenblatt
Norbert Burgmüller wurde am 8. Februar 1810 in der Düsseldorfer Altstadt, Mühlenstraße 12, geboren. Er stammt aus einer höchst musikalischen Familie: Der Vater Friedrich August war seit 1812 erster Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf und 1818 Begründer der legendären Niederrheinischen Musikfeste, seine Mutter Therese war als Pianistin, Sängerin und Musikjournalistin bekannt. Sie erteilte unter anderem den Kindern des Grafen Franz von Nesselrode-Ehreshoven Klavierunterricht. Seine musikalische Ausbildung erhielt Norbert Burgmüller durch die Eltern und den älteren Bruder Friedrich, der später in Paris als Komponist und Klavierpädagoge Karriere machte.

Portrait Norbert Burgmüller
Die Ausstellung zum 200. Geburtstag des Düsseldorfer Komponisten dokumentiert mit Autographen, Erstdrucken, Porträts und anderen Lebenszeugnissen von rund 30 öffentlichen und privaten Leihgebern den musikalischen, literarischen und künstlerischen Umkreis Burgmüllers. Unter den mehr als 120 Exponaten ragen die bedeutenden Kompositionen Burgmüllers, das Klavierkonzert fis-Moll, op. 1, und die Sinfonie c-Moll, op. 2, als Musikautographen aus dem Sammlungsbestand des Heinrich-Heine-Instituts heraus. Ein weiteres Highlight stellt Felix Mendelssohn Bartholdys Trauermarsch als eigenhändiges Manuskript - eine Leihgabe der Staatsbibliothek Berlin - dar, den er zum Begräbnis Burgmüllers im Mai 1836 komponiert hat. Der eng mit Burgmüller befreundete Dramatiker Christian Dietrich Grabbe schrieb wenige Tage nach Burgmüllers plötzlichem Tod einen ergreifenden Nachruf, der als Leihgabe der Lippischen Landesbibliothek Detmold zu sehen ist. Die Ausstellung dokumentiert zum einen Leben und Werk des früh verstorbenen Musikers, angedeutet im biedermeierlichen Salon mit historischen Instrumenten, zum andern die Wirkungsgeschichte Burgmüllers anhand von Beispielen und einer für die Ausstellung produzierten Video-Klang-Installation.
Zum Kreis von Burgmüllers Bewunderern gehörten Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert und Clara Schumann und Johannes Brahms. Befreundet war er mit Grabbe und Immermann. Die gesamte Künstlerprominenz der Düsseldorfer Malerschule zählte zu seinem Umfeld, ganz besonders Johann Wilhelm Schirmer, dem er ein Streichquartett widmete.
Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Norbert-Burgmüller-Gesellschaft, der Tonhalle, der Clara-Schumann-Musikschule und dem Kulturamt ergänzt die Ausstellung. Dazu zählt unter anderem ein Konzert mit Christoph Prégardien (Tenor) und Andreas Staier (Hammerflügel) am 20. Februar im Palais Wittgenstein und ein weiteres Konzert am 28. Februar mit den Düsseldorfer Symphonikern und dem Städtischen Musikverein in der Tonhalle. Ein Begleitband mit dem ersten biographischen Text über Burgmüller aus dem Jahr 1840, der bisher noch nicht in Buchform erschienen ist, will zur weiteren Beschäftigung mit dem "rheinischen Schubert" anregen (Katalog: 15 Euro).

Gedenkfeier am Ehrengrab von Norbert Burgmüller. Vorn Bürgermeister Friedrich G. Conzen, rechts Tobias Koch, Vorsitzender der Burgmüller-Gesellschaft.
Norbert Burgmüller ist auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof bestattet. An seinem Ehrengrab trafen sich am Vormittag des Geburtstags auf Einladung der Burgmüller-Gesellschaft zahlreiche Repräsentanten aus dem Musikleben mit Bürgermeister Friedrich G. Conzen zu einer kleinen musikalischen Gedenkfeier.
(8. Februar 2010)

