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PFT- Grundwasserverunreinigungen im Stadtgebiet

Perfluorierte Tenside (PFT) sind synthetisch hergestellte organische Stoffe, die in der Natur nicht vorkommen. Sie sind toxisch, nicht abbaubar und stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Im Stadtgebiet liegen zwei massive Grundwasserverunreinigungen mit PFT vor. Das Grundwasser in Düsseldorf reicht bis wenige Meter unter die Erdoberfläche und kann daher mit einfachen Mitteln zur Gartenbewässerung gefördert werden. Durch die Nutzung von Gartenbrunnen in den Verunreinigungsgebieten können jedoch die Schadstoffe mit dem Gießwasser in bisher nicht verunreinigte Bodenbereiche sowie in Nutz- und Zierpflanzen verlagert werden. Aus der zurückliegenden Nutzung des Grundwassers wird nicht von gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Betroffenen ausgegangen. Eine Gefährdung bei weiterhin uneingeschränkter langfristiger Nutzung des verunreinigten Grundwassers kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Verwendung von Grundwasser zu Bewässerungszwecken wurde deshalb im Sinne eines vorbeugenden Boden- und Gesundheitsschutz per Allgemeinverfügung in den beiden Verunreinigungsbereichen untersagt. Die Gebiete der Nutzungsuntersagung sollen regelmäßig auf Grundlage der fortlaufenden Untersuchungen räumlich angepasst werden.

Lohausen / Kaiserswerth

Im Jahr 2007 wurden erstmals im Rahmen der routinemäßigen Grundwasserüberwachung auch PFT untersucht und in einzelnen Messstellen in Lohausen und Kaiserswerth festgestellt. Im Herbst 2012 konnte eine erste Kartierung der Ausdehnung der Grundwasserverunreinigung erstellt werden. Unter Berücksichtigung der vorherrschenden Grundwasserfließrichtung gibt es zwei Verunreinigungsgebiete. Zum einen nördlich des Flughafens von der B 8 n bis zum Rhein nördlich von Kaiserswerth, zum anderen westlich des Flughafens bis zum Leuchtenberger Kirchweg.

Im Frühjahr und Sommer 2013 hat die Stadt bereits ausführlich über die Konsequenzen der PFT-Grundwasserverunreinigung informiert: Zum einen hat sie die Nutzung des Grundwas-sers und Seewassers zu Bewässerungszwecken im betroffenen Gebiet untersagt. Zum anderen raten die Experten von Gesundheits- und Umweltamt der Stadt vom Verzehr der Fische aus den Kaiserswerther Seen (Lambertus-, Fliedner- und Suitbertussee) ab.

Im Herbst 2013 wurde eine erneute großflächige Grundwasserbeprobung von ca. 160 Grundwassermessstellen in Lohausen / Kaiserswerth und auf dem Flughafengelände durchgeführt. Darüber hinaus wurden 35 Gartenbrunnen von interessierten Bürgern im Auftrag der Stadt beprobt. Die Untersuchungsergebnisse liegen jetzt vor und bestätigen die bisherige Einschätzung des Umweltamtes.

Da es sich bei PFT um synthetisch hergestellte Stoffe handelt, die biologisch nicht abgebaut werden, ist davon auszugehen, dass sich die Grundwasserverunreinigung mit der Grundwasserströmung weiter ausbreitet. Dies ist im Gebiet westlich des Flughafens zu beobachten. Hier hat sich die Verunreinigungsfahne mit der Grundwasserfließrichtung weiter nach Westen ausgedehnt. In der Folge kann eine Erweiterung des Geltungsbereiches der Allgemeinverfügung erforderlich werden.

In den Kaiserswerther Seen liegen die PFT-Konzentrationen in der gleichen Größenordnung wie in den Vorjahren. Die höchste Belastung wurde im Lambertussee gemessen.
Das Schwimmen in den betroffenen Seen ist - wie in allen Baggerseen Düsseldorfs - ohnehin verboten. Dennoch wurden im Juli 2013 an den Kaiserswerther Seen zusätzlich zehn Warnschilder aufgestellt, die nochmals ausdrücklich auf das Badeverbot und mögliche Gesundheitsgefahren hinweisen. Zusätzlich wurden am Lambertussee drei Informationstafeln zur PFT-Grundwasserverunreinigung angebracht.

Das Trinkwasser in Düsseldorf ist nicht PFT-belastet. Der Vorsorgewert für PFT im Trinkwasser wurde in Düsseldorf immer deutlich unterschritten. Die Landeshauptstadt Düsseldorf steht in engen Kontakt mit dem Betreiber des Wasserswerks Kaiserswerth, den Stadtwerken Duisburg.

Bisher wurden vier Eintragsstellen auf dem Flughafengelände identifiziert. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Feuerlöschübungsbecken, Unfallstelle Atlas Air, Feuerwache Nord des Flughafens und ein Tanklager. Darüber hinaus existieren weitere punktuelle Auffälligkeiten, die nicht mit den bekannten Eintragsstellen in Verbindung gebracht werden können.

Von Seiten des Umweltamtes und des Flughafens wird ein möglichst zeitnaher Beginn der Sanierung der Eintragsstellen und der Grundwasserverunreinigung angestrebt. Als erster Schritt ist die Errichtung einer hydraulischen Abschirmung der Eintragsstellen geplant. Mit den Vorbereitungen dazu wird kurzfristig begonnen. Ein Sanierungskonzept soll bis Ende des Jahres fertig gestellt sein, so dass Anfang 2015 mit der hydraulischen Sicherung begonnen werden kann.

Zur Sanierung von PFT-Verunreinigungen wird zurzeit die Kombination verschiedener Reinigungsverfahren getestet. Eine effiziente Anwendung grundsätzlich geeigneter Reinigungsverfahren setzt jedoch Pilotversuche bezogen auf das jeweilige Stoffspektrum und die Standortbedingungen voraus. Ziel der Versuche ist zu klären, ob mit den Aufbereitungsverfahren eine umwelttechnisch vertretbare und wirtschaftlich zumutbare großtechnische Anlage realisiert werden könnte. Die Aufbereitungsversuche, die in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Düsseldorf, dem Landesumweltamt, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW und einem Verfahrensanbieter im Bereich der PFT-Grundwasserverunreinigung in Gerresheim zur Entwicklung eines effektiven Sanierungsverfahrens durchgeführt werden, sind aus Sicht der Stadt Düsseldorf erfolgversprechend. Diese Erkenntnisse sollen auch bei der Sanierung der PFT-Verunreinigung durch den Flughafen genutzt werden.

Neben der Sanierung der bekannten Eintragsstellen wird auch die Suche nach weiteren möglichen PFT-Einträgen in den Boden und das Grundwasser vorangetrieben. Das Umweltamt recherchiert für das Gebiet der PFT-Grundwasserverunreinigung Lohausen / Kaiserswerth systematisch bei Verwaltungsdienststellen, archivführenden Einrichtungen und sonstigen eventuell Beteiligten nach Hinweisen auf Ereignisse, Handlungen oder Tätigkeiten, in deren Rahmen es zum Einsatz PFT-haltiger Produkte, Brände mit Löschschaumeinsatz oder sonstigen Löschschaumanwendungen gekommen sein kann. In Ergänzung dazu werden in den Bereichen der Grundwasserverunreinigung, in denen sich konkretere Hinweise auf den Einsatz PFT-haltiger Produkte ergeben, oder in denen sich sehr hohe PFT-Gehalte im Grundwasser nicht eindeutig und plausibel mit PFT-Einträgen aus bereits ermittelten Eintragsstellen erklären lassen, weitergehende detailliertere Boden- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt.

Am 22.10.2013 fand auf Einladung von Umweltminister Remmel ein Sanierungsfachgespräch statt, bei dem der Sachstand der PFT-Grundwasserverunreinigung Lohausen / Kaiserswerth mit Experten diskutiert wurde. Über das Ergebnis wurde der Umweltausschuss des Landtages NRW am 06.11.2013 informiert ( Drucksache des Landtages: 16/1318).

Aufgrund der weiterhin bestehenden Aktualität des Themas lädt die Landeshauptstadt zu einer weiteren Bürgerinformationsveranstaltung ein, um über den derzeitigen Stand und die geplanten Maßnahmen zu informieren. Diese findet am Montag, den 09.12.2013, von 18:00 bis 19:30 Uhr in der Aula der Grundschule Kaiserswerth, Fliednerstraße 32 in 40489 Düsseldorf statt.

Die Allgemeinverfügung wurde im Amtsblatt der Stadt Düsseldorf am 25.05.2013 bekannt gemacht und ist für 15 Jahre gültig. Die betroffenen Anwohner wurden mit einem gesonderten Anschreiben informiert.

Übersichtskarte Verunreinigungsgebiet Lohausen | Kaiserswerth (PDF-Datei 1,3 MB)
Allgemeinverfügung

Gerresheim

Im Jahr 2009 wurde eine Grundwasserverunreinigung durch PFT in Gerresheim, westlich der Straße Nach den Mauresköthen nachgewiesen, die offensichtlich ursächlich mit dem Löschschaumeinsatz beim Großbrand einer Lagerhalle im Jahr 2001 zusammenhängt. Lage und Ausmaß der eigentlichen Absickerungsstellen im Boden und davon ausgehend ins Grundwasser werden zurzeit erkundet und deren Sanierungsmöglichkeiten geprüft. Die Schadstoffe haben sich bereits im Grundwasser ausgebreitet. Das Verunreinigungsgebiet und die bislang im Grundwasser festgestellten PFT- Gehalte sind in einer Karte dargestellt.

Die Allgemeinverfügung wurde im Amtsblatt der Stadt Düsseldorf am 01.05.2010 bekannt gemacht und ist für 15 Jahre gültig. Die Betroffenen Anwohner sind informiert.

PFT-Grundwasserverunreinigung in Gerresheim | Karte (PDF-Datei 750 KB)
Allgemeinverfügung

 

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Umweltamt Düsseldorf

Kontakt

altlastenauskunft@
duesseldorf.de

Weitere Fragen

Hintergrundinformationen zur Stoffgruppe der perfluorierten Tenside (PFT)
Infopapier
(PDF-Datei 44 KB)

Bürgerinformation

zum Thema PFT im Düsseldorfer Norden am 09.12.2013
Information

der Kleingartenvereine zur PFT Boden- und Grundwasserverunreinigung in Gerresheim am 25.04.2014
Information

Bericht des Umweltministeriums für den Umweltausschuss des Landtags vom 31.10.2013

Drucksache 19/64/2013

Aktuelle Belastungskarte für den Düsseldorfer Norden

Belastungskarte (PDF-Datei 748KB)

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30. Sept. 2014 | 19:52 Uhr

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