Flüchtige organische Verbindungen (VOC)
Was sind VOC?
Lösungsmittel sind flüssige organische Stoffe und deren Mischungen, die dazu dienen, andere Stoffe zu lösen oder zu verdünnen, ohne sie chemisch zu verändern. Lösungsmittel haben einen Siedepunkt unter 200°C und gehören deshalb zu den flüchtigen organischen Verbindungen (internationale Abkürzung: VOC). Als Lösungsmittel werden z. B. eingesetzt Alkane und Alkene, Alkohole, Ester, Ether, Ketone, Aromaten und chlororganische Verbindungen.
Lösungsmittel sind leicht flüchtig und werden deshalb von den lösemittelhaltigen Produkten im Wohnbereich an die Raumluft abgegeben. Hohe Konzentrationen von Lösungsmitteln in der Luft kann man in vielen Fällen riechen, z. B. beim Lackieren mit lösemittelhaltigem Lack, beim Reinigen mit Brennspiritus oder Waschbenzin. In Neuprodukten können flüchtige organische Verbindungen (Volatile organic compounds (VOC)) aus Kunstoffen, Klebern, Lacken und Farben, aber auch aus Duftstoffen ausgasen.
VOC können in folgende Stoffgruppen unterteilt werden:
- Aliphatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Hexan, Oktan, Dekan)
- Aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Toluol, Benzol, Ethybenzol, Xylole, Styrol)
- Chlorierte Kohlenwasserstoffe (z.B. Dichlorethan, 1,1,1-Trichlorethan, Trichlorethen, Perchlorethylen)
- Aldehyde (z.B. Benzaldehyd, Butyraldehyd)
- Alkohole, Ketone, Ester, Terpene (z.B. Methanol, Ethanol, Propanol, Aceton, Ethylacetat)
- Terpene ( z.B. alpha- Pinen, 3-Karen und Limonen)
Warum sind Lösemittel problematisch?
Organische Lösemittel sind grundsätzlich nicht unbedenklich, gesundheitlich besonders problematisch sind die aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffe. Aber auch Zusatzstoffe wie Weichmacher und Konservierungsstoffe können bedenklich sein. Wer Farben, Lacke, Kleber oder Abbeizer in der Wohnung verarbeitet, ist sich der Gefahren durch die schädlichen Ausdünstungen meistens nicht bewusst und setzt sich damit häufig höheren Schadstoffkonzentrationen aus als an gewerblichen Arbeitsplätzen zulässig wären. Durch Einatmen der Lösemitteldämpfe gelangen die Wirkstoffe über die Lunge in den Organismus.
Beim Einatmen kann es zu unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindelstörungen, Reizungen an Augen, Nase, Rachen, Müdigkeit, aber auch unangenehmen Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen kommen. Einen besonders hohen Lösemittelanteil haben Nitrolacke (70 Prozent), Kunststofflacke (rund 50 Prozent), Kunstharz- und Alkydharzlacke (ca. 40 Prozent) und Polyurethanlacke (enthalten giftige Isocyanate), auch DD-Lacke genannt. Weniger schädlich sind Spirituslacke (Lösemittel: Spiritus) und Naturharzlacke (enthalten u.a. Balsamterpentinöl, Citrusschalenöle / Terpene als Lösemittel).
Was kann ich tun?
Im Wohnbereich sind Lösungsmittel vor allem in Farben und Lacken, Klebstoffen, Dichtungsmassen, Abbeizmitteln und Verdünnern enthalten. Darüber hinaus können sie in Möbeln und Einrichtungsgegenständen, Holzschutzmitteln, Reinigungs- und Pflegemitteln, Hobby- und Heimwerkerprodukten sowie Bürochemikalien vorkommen.

Durch die gezielte Auswahl von lösemittelfreien oder lösemittelarmen Produkten kann die Raumluftbelastung von vornherein auf ein Minimum reduziert werden. Lösemittelarme bzw. -freie Erzeugnisse können Sie z.B. an dem „Blauen Engel“ oder anderen entsprechenden Labeln erkennen. Falls an der Packung nicht erkennbar ist welche Inhaltsstoffe ein Produkt enthält, hat der Anbieter oder Hersteller ein Datenblatt mit den entsprechenden Produktinformationen.
Wegen der möglichen Umweltschäden dürfen Lösungsmittelreste oder Reste lösemittelhaltiger Produkte nicht in den Abfluss oder die Mülltonne gegeben werden. Diese Stoffe sind beim Händler oder bei einem Entsorgungsunternehmen abzugeben.


