Maßnahmen zur Abfallvermeidung
Müll trennen:
Unterschiedliche Abfallbehälter für Papier, Leichtverpackungen, Glas und Restmüll aufstellen und genau kennzeichnen, was wo hineingehört.
Dreck-weg-Tage:
Abfallaufkommen bewusst machen. Sortieren von Müll üben.
Verantwortung übernehmen:
Ordnungsdienst in Klassen einführen. So genannte "Abfalldedektive" kontrollieren und dokumentieren umweltbewusstes
bzw. umweltschädigendes Verhalten.
Reinigungskräfte informieren:
Um Mülltrennung erfolgreich durchzuführen,
müssen alle Beteiligten dauerhaft an einem Strang ziehen. Reinigungskräfte müssen deshalb unbedingt mit einbezogen werden.
Müll vermeiden:
Eltern über das 50:50 Programm informieren und sie bitten, ihren Kindern Butterbrotdosen und nachfüllbare Trinkflaschen anstelle von
Einwegverpackungen mitzugeben. Der Schulkiosk sollte Pfandsysteme
einführen.
Erfahrungsbericht Theodor-Litt-Realschule
Saubere Schule als IdentifikationsfaktorDie größte Realschule Düsseldorfs hat mit ihren 750 Schülerinnen und Schülern sowie 39 Lehrkräften ein besonders hohes Einsparpotenzial an Energie und Abfall. Diese Erkenntnis bewog Volker Nehre, sich hier verstärkt für den Umweltschutz einzusetzen.
Im Rahmen von Öko-Audit
vernetzte der Lehrer (Mathematik, Geschichte, Politik und Religion) bereits Ende der 90er-Jahre die Theodor-Litt-Realschule mit anderen Einrichtungen. Nach dem Vorbild der Industrie erstellte er außerdem vor Ort eine Energie- und Abfallbilanz und vermittelte diese im Unterricht unter fachspezifischen Aspekten. So behandelte er neben dem reinen Zahlenwerk die Geschichte des Bergbaus und dessen
Auswirkungen auf das Grundwasser genauso wie die politischen Hintergründe zum Pfandsystem oder das Verständnis von Schöpfung und Verantwortung in der
Religion. Übrigens: Mangels Auslastung konnte nach der Analyse die Hälfte der Müllcontainer sofort abbestellt werden.
Mit der Teilnahme am 50:50 Programm werden Nehre und Schulleiter Josef Marx seit 1998 in ihrem Engagement nicht nur bestätigt, sondern auch finanziell belohnt. 2.500 Euro jährlich kommen der Realschule dank 50:50 allein im Bereich Abfall zu Gute. In Abstimmung mit der Schülervertretung kaufte die Einrichtung von diesem Gewinn Material für Schulhofbänke, die unter der Leitung von Marx im Technikunterricht selbst gebaut wurden. Auch die alten Abfalleimer aus Plastik - die hin und wieder auch mal Feuer fingen - konnten abgeschafft und durch neue aus Metall ersetzt werden.
Dass Umweltschutz und eine saubere Schule Spaß machen, findet nicht nur die 12-jährige Kristiane aus der Klasse 6a. Auch die elfjährigen Michelle und Sabrina sind beim Info-Plakate-Kleben und regelmäßigen Dreck-weg-Tagen immer dabei. Dann wird der Abfall gewogen, sortiert und manchmal finden die Mädchen auch "lustige Sachen", die andere weggeworfen haben. Schließlich darf der Pausenhof tagsüber von allen Jugendlichen unter 14 Jahren als Spielplatz genutzt werden. So wurden dort neben leeren Flaschen auch schon mal ein altes Bettgestell oder anderer Sperrmüll anonym entsorgt, klagt der Schulleiter. Doch entmutigen lassen sich die Umweltschützer davon nicht.
Zwar ist die Theodor-Litt-Realschule auch in den 50:50-Programm-Bereichen Heizung und Strom aktiv, den Bereich Abfall sieht Nehre aber als "den praktikabelsten" an. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen - so lobt er - seien bereits Fachkräfte der Sortierung. Ein Selbstläufer sei der Umweltschutz dennoch nicht. Durch die hohe Fluktuation - viele würden vom Gymnasium an die Realschule wechseln und umgekehrt - müsste das Thema immer wieder neu erarbeitet werden. Zudem würden die Reinigungskräfte auf der Grundlage ihres Arbeitsvertrages nur jeweils einen Mülleimer leeren. Um Nachhaltigkeit zu erreichen, müsste deshalb stets auf das Handeln der Schülerinnen und Schüler eingewirkt werden. Und das erfordere viel Geduld.
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