Maßnahmen zum Energiesparen im Bereich Heizung
Richtig lüften:
Stoßlüften in allen Pausen statt ständig das Fenster "auf Kipp"
zu lassen.
Fenster schließen:
Beim Verlassen der Räume unbedingt darauf achten. Außerdem: Fenster müssen dicht schließen. Offene Fugen sollten abgedichtet werden.
Gebäudetüren schließen:
Wärme sollte während des Aufenthalts im Raum
nicht entweichen können.
Verbrauch erfassen:
Regelmäßig Zähler ablesen. Analysieren, wann und wo überflüssig geheizt wird.
Temperatur prüfen:
Absenken der Temperatur durch Thermostatventile. Die Mindest-Temperatur sollte dabei aber eingehalten werden. Sie beträgt:
| in Umkleideräumen | 22 C° |
| in Duschen | 22 C° |
| in Klassenräumen | 20 C° |
| im Lehrerzimmer | 20 C° |
| in der Aula | 20 C° |
| in der Sporthalle | 17 C° |
| im Werkraum | 18 C° |
| im Flur | 15 C° |
| in den Toiletten | 15 C° |
| im Treppenhaus | 10 C° |
Nächtlichen Wärmeschutz herstellen:
Durch das Herunterlassen von Rollläden kann sich die Wärme im Gebäude länger halten.
Nutzung bündeln:
Plan aufstellen, wann welche Räume genutzt werden und dem entsprechend differenziert heizen.
Aufheizung prüfen:
Um die Mindest-Temperatur während der Nutzungszeit zu erreichen, braucht die Heizung eine Vorlaufzeit.
Beheizung prüfen:
Sonderbereiche wie Abstellräume müssen nicht unbedingt geheizt sein.
Heizkörperfolie anbringen:
Vor der Wand hinter dem Heizkörper angebrachte Folie strahlt die Wärme zurück in den Raum.
Erfahrungsbericht der Katholischen Grundschule an der Unterratherstraße 76
50:50: "Kinderleichtes Programm"
Bei Schulleiterin Ursula Katemann weckte das Anschreiben des Umweltamts sofort Interesse, am 50:50-Programm teilzunehmen. Die Grundschule an der Unterrather Straße nahm bereits am 1. November 2000 wegen des Energiesparprogramms mit der Stadtverwaltung Kontakt auf. Vor allem die Möglichkeit, 50 Prozent der eingesparten Energiekosten für schulische Projekte und Materialien nutzen zu können, lockte die Schulleiterin. Schnell arrangierte sie ein Vorgespräch mit Jörg Ackermann von der mit der Energieberatung betrauten Ingenieurgesellschaft Gertec.
Nach der Gebäudebegehung entschied sich die Schulleitung allerdings nur für einen der vier 50:50-Bereiche: die Heizung. Nicht nur, dass der Hausmeister deren Verbrauch ohne Mühe gesondert ablesen kann, hier liegt für die Grundschule an der Unterrrather Straße auch das größte Einsparpotenzial, erläutert Katemann die Entscheidung. Insgesamt spart die Einrichtung durch umweltbewusstes Heizen im Vergleich zur der Zeit vor dem 50:50-Programm jetzt zwischen 1.000 und 1.300 Euro jährlich. Davon werden Unterrichtsmaterialien für die Freiarbeit, Sport- sowie Spielgeräte und sogar eine Digitalkamera für Dokumentationen angeschafft. Motiviert hatte die Schulleiterin aber nicht nur die hohe Belohnung, sondern auch die Möglichkeit, anhand von praktischen Beispielen und anhängenden Energie-Projektwochen den Schülerinnen und Schülern ein umweltbewusstes Verhalten zu vermitteln und damit möglicherweise nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Mit dem 50:50-Programm sei das "kinderleicht".
So entpuppte sich das Programm an der Grundschule schnell als Selbstläufer. Ob Sachunterricht oder Rechnen, das 50:50-Programm kann sinnvoll in alle Fächer mit einfließen. Viele Schülerinnen und Schüler stellen sich freiwillig zur Wahl als Energiedetektive, empfinden es als Ehre, dabei zu sein, wollen Verantwortung übernehmen. Die achtjährige Charlotte und der neunjährige André aus der Klasse 3a sind schon seit einem Jahr dabei. Sie achten darauf, dass in der Pause kurz und kräftig gelüftet wird, die Temperatur in Klassenräumen nicht höher als 20 Grad Celsius liegt. Gemeinsam mit dem Hausmeister, der die Heizung streng nach einem Bedarfsplan zentral steuert, dürfen sie regelmäßig den Heizungskeller inspizieren und beim Zählerablesen helfen. "Die Kinder lieben spezielle Dienste", sagt Katemann, und die Kinder bestätigen: "Das macht uns unheimlich viel Spaß". Ihr praktisches Wissen geben die Energiededektive voller Stolz dann auch an ihre Klasse und Jüngere weiter. Sie fühlen sich als Anprechpartnerinnen oder Ansprechpartner ernst genommen. Schülerinnen und Schüler als Multiplikatoren: Das gibt Selbstbewusstsein. Charlotte und André machen auch schon mal ihre Eltern zuhause - wenn nötig - auf energieverschwenderisches Verhalten aufmerksam.
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