Das Programm 50:50
50:50 - Teile und gewinne
Roller für den Pausenhof, moderne Spielgeräte, Computer für die Redaktion der Schülerzeitung oder die neueste Solartechnik auf dem Dach. Die Wunschliste von Schulen und Kindertagesstätten ist im allgemeinen lang, in Zeiten knapper Kassen aber kaum finanzierbar. Doch mit einem geschärften Umweltbewusstsein und ein wenig Eigeninitiative müssen nicht alle Sehnsüchte unerfüllt bleiben. Schon jetzt "erwirtschaften" fast die Hälfte der städtischen Schulen und Kindertagesstätten in Düsseldorf beachtliche Summen zur ihrer (fast) freien Verfügung. Und so funktioniert's: Mit der Teilnahme am 50:50-Programm, das 1996 vom Umweltamt der Stadt Düsseldorf, zusammen mit dem Schulverwaltungsamt und dem Immobilienmanagement eingerichtet wurde, profitieren nicht nur unsere Umwelt und der Haushalt des Kämmerers, sondern auch die am Programm teilnehmenden Einrichtungen selbst. 600 bis 10.000 Euro jährlich - das sind etwa 15 Prozent der Energie- und Entsorgungskosten - können durch einen umweltbewussten Umgang mit Strom, Heizung, Wasser und Abfall allein in einem Gebäudekomplex gespart werden. Bares Geld, das mit dem 50:50-Programm nicht sang- und klanglos in den Haushalt der Stadt Düsseldorf zurückfließt, sondern fair mit den aktiven Sparern geteilt wird! 50:50 bedeutet, dass die Stadt die Einrichtungen zu 50 Prozent an diesem Gewinn beteiligt. Damit entsteht eine so genannte "win-win-Situation". Verlierer gibt es dabei nicht.
Geändertes Nutzerverhalten lohnt sich
Zum Auftakt der 50:50 Aktion kommen die Energieberater direkt ins Haus. Stehen Fenster dauerhaft "auf Kipp", leuchten Lampen in leeren Räumen, tropft der Wasserhahn am Waschbecken oder ist die Heizung voll aufgedreht? Bei ihrem Energierundgang entgeht den Fachleuten nichts. Anschließend schätzen sie das Einsparpotenzial vor Ort. Ohne erhobenen Zeigefinger geben sie dabei nützliche Umwelttipps in den vier 50:50-Bereichen Strom, Heizung, Wasser und Abfall. Dabei zeigen sie auch Grenzen des Sparens auf. So sollte ein Klassenraum zur Unterrichtszeit nicht unter 20 Grad sein, die Toilette stets mit einer angemessenen Wassermenge gespült werden. Schlotternde Schülerinnen und Schüler oder mangelnde Hygiene sind nicht im Interesse von 50:50.
Entscheidet sich eine Schule bzw. eine Kindertagesstätte fürs Mitmachen in einem oder mehreren 50:50-Bereichen, nehmen die Energieberater auf Wunsch auch an Projektwochen, Veranstaltungen von AGs oder an wichtigen Sitzungen teil. Außerdem stellen sie den Teilnehmenden neben einem "Messkoffer" mit Geräten wie Zeitschaltuhren und Strommessgeräten eine Fülle an praxisorientierten Informations- und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Übrigens: Das eigene Verhalten im Alltag zu überprüfen, einzuordnen und schließlich bewusst zum Positiven zu verändern, gibt nicht nur ein höheres Selbstbewusstsein und weckt Interesse an Umweltthemen, es macht darüber hinaus auch noch Spaß. Und mit einem höheren Spaßfaktor lernt es sich bekanntlich besser. Ein geändertes Nutzerverhalten lohnt sich also in jeder Hinsicht - nicht nur finanziell.
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