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Stadtklima

Die Ausgangslage für das Klima in Düsseldorf ist günstig - dank des Einflusses des Rheins, des Bergischen Landes und der bandartigen Siedlungsfläche der Stadt. Der Rhein mit seinen Auenbereichen spielt als Luftleitbahn und Austauschzone eine große Rolle. Gefördert wird dies durch häufige Luftströmungen aus Südsüdost, der zweithäuftigsten Windrichtung nach Südwest.

Die im Stadtgebiet verlaufende Hangzone des Bergischen Landes hat nicht nur kanalisierende Wirkung auf den Wind, sondern sorgt gerade bei Schwachwind-Wetterlagen für Luftaustauschbewegungen zwischen dem Bergischen Land und der Rheinniederung. Hinzu kommen regelrechte Kaltluftzuflüsse von Tälern wie dem Düsseltal.

Problematisch ist dagegen der Luftaustausch innerhalb der Stadt. Die Windgeschwindigkeiten sind hier gegenüber dem Freiland um bis zu 50 % geringer. Gerade in innerstädtischen Bereichen ist wegen der stärkeren Schadstoffemissionen eine gute Durchlüftung wichtig.

Daneben besteht innerhalb der dicht bebauten Stadtbereiche das Problem der Überwärmung. Dies kann in den Sommermonaten zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit führen. Die Wärmeinsel über der Innenstadt und - abgeschächt über einigen Vororten - hat aber auch eine gute Seite: bei windschwachen Wetterlagen bewirkt das Aufsteigen der erwärmten Luft einen Austausch. In Bodennähe fließt Luft vom Umland nach. Diese Flurwinde mit geringer Geschwindigkeit benötigen allerdings Luftschneisen und Luftleitbahnen.

Eine solche Belüftungsbahn ist z.B. die breite Bahntrasse zwischen Derendorf und dem Hauptbahnhof, auf der nachts Flurwinde für die Zufuhr von Luft aus dem Norden der Stadt mindestens bis zum Wehrhahn sorgen. Dies wurde 1993 für 115 Nächte im Jahr nachgewiesen.

Die Grün- und Parkflächen sind Ausgleichsräume mit lokaler Bedeutung, sofern sie nicht von der Bebauung abgeriegelt sind. Neben ihrer Abkühlungswirkung haben sie auch eine Filterfunktion für Schadstoffe. Dies gilt auch für die größeren Waldflächen im Osten der Stadt.

In der Klimaanalyse für Düsseldorf wurden die klimatischen Eigenschaften und Funktionen aller Flächen des Stadtgebietes untersucht und beschrieben. Dort werden auch Hinweise für eine klimaverträgliche und damit der Gesundheit dienenden Stadtplanung gegeben:

  • Schonung des Freiraums, insbesondere der großflächigen regional bedeutsamen Ausgleichsräume (Rheinauen, Düsseldorfer Norden, Bergisches Land) und der städtischen Grünzüge (z.B. in Heerdt, Südpark mit Botanischem Garten), besonders Freihaltung von Frischluftschneisen
  • Verbesserung des Klimas in dicht bebauten Gebieten durch Offenhalten von Lücken, Blockentkernung, Entsiegelung oder Begrünung
  • Weitere bauliche Verdichtungen in den verschiedenen Siedlungstypen je nach Klimaverträglichkeit.

Dem Ausschnitt aus der Karte der Planungshinweise ist unter anderem zu entnehmen,

  • welche Baublöcke in der Innenstadt möglichst klimaverträglicher zu gestalten sind,
  • im Hafengebiet eine zusätzliche Entstehung von Schadstoffen zu vermeiden ist, da sie in die Innenstadt verfrachtet werden,
  • daß der unbebaute Freiraum zwischen Hamm und Völklinger Straße unbedingt freizuhalten ist, da er eine wichtige Ausgleichsfunktion für die Innenstadt hat,
  • daß die Rheinaue zwischen Volmerswerth und Hamm eine wichtige Funktion für die Frischluftzufuhr der Innenstadt hat und die Bebauung dort nicht ausgedehnt werden sollte,
  • daß in Flehe und Volmerswerth in einem begrenzten Umfang weitere bauliche Verdichtungen aus klimatischer Sicht möglich sind.

Die Klimaanalyse ist somit eine gute Datengrundlage, um im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung planerische Vorhaben hinsichtlich ihrer Klimaverträglichkeit zu bewerten und Handlungsempfehlungen auszusprechen.

 


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Düsseldorfer Ansichten

15. März 2010 | 15:33 Uhr

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