Gute Luft beflügelt die kleinen grauen Zellen
17. März 2006
"Ist die Luft raus? Dann lass Luft rein!" Richtiges Lüften ist in Schulen besonders wichtig
Unruhige, müde und unkonzentrierte oder erkältete Schüler mit gereizten Augen und trockenen Schleimhäuten - all das kann seinen Ursprung in nicht oder falsch gelüfteten Klassenzimmern haben. Damit es nicht so weit kommt, will das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf jetzt mit einer Aktion den Blick in den Schulen auf das Thema "Lüften" richten.
Mit Plakaten wird nun in den Bildungseinrichtungen aufgefordert: "Ist die Luft raus? Dann lass luft rein!". Gleichzeitig können die Schulen beim Umweltamt ab sofort Luftgüte-Ampeln ausleihen. Sie zeigen mit den Farben grün, gelb und rot den Kohlendioxidgehalt der Luft in den Klassenzimmern an. Ist das Licht "rot", bedeutet dies eindeutig: Die Luft ist verbraucht, der Kohlendioxidgehalt übersteigt den Wert von 3.000 "parts per million" (Teile pro eine Million anderer Teile, ppm). Spätestens dann muss schnellstmöglich gelüftet werden. Denn: "Gute Luft in Innenräumen hat für die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Menschen eine hohe Bedeutung. Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist eine gute Raumluftqualität und eine schöne Umgebung zum Lernen wichtig", betont Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache.
Jana, Aurelien und Noura von der Hulda-Pankok-Gesamtschule zeigen ihr Plakat zu "Dicker Luft in der Klasse". Hinten rechts das Plakat des Umweltamtes mit Tipps zum Lüften. An die Schulen wird es im Format DIN A 4 verteilt.
Ein gutes Maß für die Qualität der Raumluft ist der Kohlendioxid (CO2)-Gehalt. In Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten - wie zum Beispiel Klassenräumen - wird schnell ein hohe CO2-Belastung erreicht. Für Schulräume wurde vom Umweltbundesamt ein lufthygienischer Richtwert von 1500 ppm gefordert. In vielen Untersuchungen hat man festgestellt, dass es bei höheren CO2-Konzentrationen zu verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kommt, verstärkte Müdigkeit, erhöhte Geruchswahrnehmung und vermindertes Wohlbefinden auftreten. Von daher ist es wichtig durch regelmäßiges und sachgerechtes Lüften "verbrauchte Luft" zu vermeiden.
Die Luftgüte-Ampel gibt optische und akustische Signale ab, wenn die Luft "zu dick" wird. Hier leuchtet nur das grüne Lämpchen, das heißt die Kohlendioxid-Konzentration liegt unter 1.000 ppm, die Luftgüte ist in Ordnung. In der letzten von vier Stufen geht das rote Lämpchen an und es piept fünfmal. Dann liegt die Kohlendioxid-Konzentration bereits oberhalb von 3.000 ppm. Es sollte unbedingt gelüftet werden. Das Umweltamt verleiht die kleinen Ampeln kostenlos an Schulen.
Besonders wichtig ist das richtige Lüften in energetisch sanierten Gebäuden. Gerade Schulhäuser wurden und werden in den letzten Jahren in Düsseldorf im Zuge des Masterplans Schulen umfassend saniert. Gedämmte Fassaden und neu eingebaute dichte Fenster leisten einerseits einen Beitrag zur Energieeinsparung. Andererseits wird dadurch die "natürliche" Lüftung durch Fenster und Ritzen beseitigt. Die Schulgebäude werden immer dichter. "Die sanierten Gebäude müssen daher aus lufthygienischen Gesichtspunkten anders genutzt werden. Es gilt bewusster zu lüften, als in Gebäuden mit einer hohen natürlichen Luftwechselrate", erklärt Hans-Wilhelm Hentze vom Umweltamt. Nur durch eine optimale Lüftung wie zum Beispiel Stoßlüften (kurzes, gründliches Lüften zum Beispiel Durchzug) wird eine gute Raumluftqualität erreicht und keine unnötige Energie verschwendet.
Die Luftgüte-Ampeln und auch Plakate können von den Schulen beim Umweltamt ausgeliehen beziehungsweise angefordert werden. Kontaktrufnummer ist die 0211.89-26265.

