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Klimaschutz

06. Februar 2008

Programm zur "Bewahrung der Schöpfung" vorgestellt

Unter dem Titel "Die Schöpfung bewahren - 30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf" hat Oberbürgermeister Joachim Erwin jetzt ein umfangreiches Klimaschutzprogramm für die Landeshauptstadt vorgestellt, mit dem die Vorgaben der Europäischen Union und der Bundesregierung deutlich übertroffen werden. Das Programm setzt vorrangig auf die drei zentralen Säulen Energieeinsparung, Optimierung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Rund 15 Millionen Euro investiert die Stadt hierfür in den nächsten zwei Jahren.

Dezibelskala

OB Erwin präsentierte die Grundzüge des Programms, mit dem die Stadt die Vorgaben der Europäischen Union und der Bundesregierung deutlich übertrifft. "Wir leisten unseren Beitrag dazu, dass die Schöpfung bewahrt wird. Wir tun dies, indem wir mit Energie sparsamer und damit mit den Ressourcen noch vernünftiger umgehen. Jedermann kann in seinem Umfeld Klimaschutz betreiben. So auch die Stadt, die nun mit 30 konkreten Maßnahmen vorangeht", so der Oberbürgermeister. Er bezifferte die Kosten, die der Stadt durch die Maßnahmen entstehen, auf 15 Millionen Euro für zwei Jahre.

Das Programm setzt vorrangig auf die drei zentralen Säulen Energieeinsparung, Optimierung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Treibhausgasemissionen sollen reduziert und die Energiekosten gesenkt werden, indem erfolgversprechende kommunale Maßnahmen konsequent weiterverfolgt werden. Aber auch Maßnahmen privater Dritter sollen initiiert und gefördert werden.

Die Stadt Düsseldorf will ihre CO2-Emissionen in den nächsten fünf Jahren um 10 Prozent von 6,14 Millionen Tonnen auf 5,52 Millionen Tonnen senken und damit die Ziele des weltweiten Städtenetzwerkes Klimabündnis erreichen. Im engeren Verantwortungsbereich will die Stadtverwaltung sogar 20 Prozent entsprechend 24.000 Tonnen einsparen.

Die Kohlendioxidemissionen werden verringert durch die Umstellung von zirka 5.000 nicht historischen Gasleuchten auf Strom, durch die Erhöhung der Energieeffizienz in den Klärwerken des Stadtentwässerungsbetriebes und durch die energetische Sanierung von städtischen Gebäuden sowie den verstärkten Bezug von Strom aus regenerativen Energien. Durch Änderung des Nutzerverhaltens und Beschaffung energiesparender Elektrogeräte soll der Stromverbrauch um 5 bis 10 Prozent gesenkt werden.

Die Sanierung des dem Rathaus benachbarten Verwaltungsgebäudes Marktplatz 5-6, die Erweiterung des Aquazoos und der Neubau einer Schule an der Heerdter Landstraße 186 in Passivhaus-Standard sollen unter energetischen Gesichtspunkten optimiert durchgeführt werden und Modellcharakter für weitere Investitionen im städtischen Gebäudebestand haben.

Im Februar wird die Stadt 16 Dächer von städtischen Gebäuden mit 8.680 Quadratmetern Dachfläche für die Installation von Solaranlagen zur Verfügung stellen. Die Verwaltung nimmt damit auf allen Handlungsfeldern ihre Vorbildfunktion beim Klimaschutz und beim Energiesparen wahr.

Auch im Konzern Stadt wird verstärkt Energie gespart. Die Messe Düsseldorf hat ihren Energieverbrauch in fünf Jahren um 18 Prozent gesenkt, obwohl im gleichen Zeitraum die genutzte Fläche um 35 Prozent und die Auslastung der Hallen um 36 Prozent zugenommen hat. Weitere Einsparungen und die Nutzung von Solarenergie zur Wassererzeugung und Gewinnung von Solarstrom sind geplant. Der Flughafen optimiert seine Energiebilanz durch den Bau eines Block-Heizkraftwerks, plant den Bau von Solaranlagen und untersucht, wie der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeugflotte gesenkt werden kann. Auch Rheinbahn und IDR investieren in die Verbesserung ihrer Energieeffizienz.

Außerhalb der Stadtverwaltung stellt die Altbaumodernisierung das wichtigste Handlungsfeld dar. In den privaten Haushalten werden 1,35 Millionen Tonnen Kohlendioxid entsprechend 22 Prozent emittiert. Die Serviceagentur Altbausanierung wird ihre Beratungsarbeit intensivieren.

Insbesondere kleinere Umbauprojekte, die von der staatlichen Förderung nicht abgedeckt werden, sollten möglichst unbürokratisch gefördert werden. Es wird geprüft, wie ein städtischer Altbausanierungsfonds aufgelegt werden kann.

Private Haushalte sollen motiviert werden, ihre Stromeinsparmöglichkeiten zu nutzen. Gemeinsam mit Stadtwerken und Verbraucherzentrale sollen die Möglichkeiten von Displays, die eine tägliche Ablesung des Stromverbrauchs und Lastgänge in Haushalten ermöglichen, getestet werden.

In einem weiteren Projekt sollen Kräfte aus dem zweiten Arbeitsmarkt zu Energieberatern ausgebildet werden, die eine einfache Vorortberatung in Haushalten durchführen können. Für die Energieberatung in einkommensschwachen Haushalten wird ein städtisches Förderprogramm aufgelegt, das das von den Stadtwerken aufgelegte Programm ergänzt.

Die Stadt unterstützt den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes im Innenstadtbereich und deren Versorgung mit Wärme aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. In Außengebieten sollen möglichst Nahwärmelösungen mit Block-Heizkraftwerken gefunden werden. Darüber hinaus werden innovative Versorgungskonzepte zur Wärme und Kälteversorgung auf Geothermiebasis unterstützt.

Über drei Millionen Tonnen Kohlendioxid werden in Düsseldorf von Industrie und verarbeitendem Gewerbe emittiert. Um auch hier die Einsparpotenziale optimal zu nutzen, veranstalten IHK und Wirtschaftsministerium gemeinsame Informationsveranstaltungen für Betriebe. Das Beratungs- und Qualifizierungsprogramm Ökoprofit, das seit 2007 erfolgreich in Düsseldorf angeboten wird, wird verstärkt fortgesetzt.

Die Einsparpotenziale im Bereich Abfallwirtschaft sollen ausgeschöpft werden. Insbesondere durch verstärktes Altpapierrecycling können Kohlendioxidemissionen vermieden werden. Im Hinblick auf die Nutzung von Grünschnitt wird die Wirtschaftlichkeit der Biogas-Erzeugung und anderer neu entwickelter Techniken zur Erzeugung von Biokraftstoffen aus Abfällen unter Düsseldorfer Bedingungen untersucht.

Die Rheinbahn wird prüfen, ob der Einsatz von Hybrid-Bussen technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu sollen kurzfristig zwei Busse angeschafft und im Düsseldorfer Stadtverkehr erprobt werden.

Die Stadt zahlt zukünftig eine freiwillige Öko-Abgabe (z.B. atmosfair), wenn Dienstreisen mit dem Flugzeug wahrgenommen werden. Die Mittel werden in Klimaschutzprojekte vornehmlich in Afrika und Asien investiert.

Die Verwaltung wird den Klimawandel genau beobachten und aufgrund der Erkenntnisse die möglichen Folgen für Düsseldorf abschätzen. Gegenwärtig wird die Stadt-Klimaanalyse aktualisiert. An der Eulerstraße 46 wird eine Wetterstation in Betrieb genommen, die durch einen kleinen Garten mit heimischen Pflanzen und Sträuchern, deren Blüte und Fruchtzeitpunkt seit Jahrhunderten beobachtet wird, ergänzt wird.

In den Düsseldorfer Naturschutzgebieten wird ein Arten-Monitoring durchgeführt, um vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten frühzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Der Aquazoo beteiligt sich an dem UN-Projekt "Schöpfung bewahren - Tierarten schützen" und rettet durch gezielte Nachzucht vier Amphibienarten vor dem Aussterben.

Die Stadt Düsseldorf wird ihre Klimaschutzanstrengungen weiter vernetzen. Dabei sollen die Städtepartnerschaften und die guten bestehenden Beziehungen der Eine-Welt-Initiativen genutzt werden. Die Stadt wird Mitglied im Klimabündnis und lädt am 10. und 11. Juni 2008 gemeinsam mit dem Städtetag zu einem bundesweiten Kongress zum Thema kommunaler Klimaschutz ein.

Mehr zum Thema:

Klimaschutzprogramm als PDF-Datei, 32 Seiten, 125 KB.
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10. Februar 2012 | 08:18 Uhr

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