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Marburg ist die Hauptstadt des Fairen Handels

16. September 2009

In Düsseldorf wurde der Titel an die hessische Universitätsstadt verliehen

Marburg darf ab sofort den Titel "Hauptstadt des Fairen Handels" führen. Die hessische Universitätsstadt folgt damit der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, die 2007 den Titel verliehen bekam. Neben einem Preisgeld von 35.000 Euro, das in die weitere Arbeit zum Ausbau des Fairen Handels in der Kommune fließen wird, hat Marburg nun das Recht, das Signet der Fairhandelshauptstadt zu führen. Die Ausrichtung der Titelverleihung hat in diesem Jahr die Stadt Düsseldorf übernommen. Umweltdezernentin Helga Stulgies begrüßte in Vertretung von Oberbürgermeister Dirk Elbers die 150 geladenen Gäste im Maxhaus in der Landeshauptstadt.

Preisträger
Gruppenbild der Preisträger am Düsseldorfer Rheinufer

Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, überreichte die Preise. Ausschlaggebend für den 1. Preis an die 80.000-Einwohner- Stadt Marburg in Hessen waren die heraus stechende Vielfalt der Aktivitäten, eine optimal genutzte Verknüpfung und Einbindung der Thematik in die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Ansprache vieler verschiedener und neuer Zielgruppen. Stichworte sind Tradition und Innovation. Beeindruckt hat die Jury die Kontinuität in der Projektarbeit, die Kreativität bei der Entwicklung neuer Ideen und Aktionen sowie die stetige, und für alle Partner sehr fruchtbare, interkommunale Zusammenarbeit mit Honduras, Dortmund und Eisenach.

So wurden Kommunikationsmittel wie eine eigene Zeitschrift und eine eigene Radiosendung bei einem regionalen Sender breitenwirksam genutzt. Der Botanische Garten, eine Bio-Kaffeerösterei und der Weltladen sind als entwicklungspolitische Lernorte etabliert worden. Süd-Partnerinnen der Frauenorganisation Comucap aus Honduras lernen den Fairen Handel in Deutschland kennen und sind während eines Austausches in die laufenden Projekte in Marburg und Eisenach eingebunden.

Nach Marburg teilten sich die Städte München und Saarbrücken den 2. Platz. Sie erhielten je 20.000 Euro Preisgeld. Der dritte Rang ging an die Stadt Chemnitz und die Gemeinde Rumbach, die je 10.000 Euro bekamen. Einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis wurde der Stadt Dortmund verliehen.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 40 Kommunen (2007: 25) mit 404 Projekten (2007: 125) um den Titel beworben. Das Preisgeld wurde von 10.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben. Den Wettbewerb hat in diesem Jahr das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) getragen. Die Preisverleihung unterstützte die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Ausrichter des Wettbewerbes ist die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der Inwent gGmbH. Die Servicestelle plant auf Empfehlung der Jury den Wettbewerb 2011 zu wiederholen.

Fairer Handel in Düsseldorf

Ausschlaggebend für Düsseldorfs Titelgewinn "Hauptstadt des Fairen Handels 2007" war die Vielfalt der Akteure und Aktivitäten, mit denen der faire Handel von Düsseldorf aus gestärkt wird. Eine-Welt-Initiativen, Privatpersonen und Geschäftsleute sind seit Jahren gemeinsam mit dem Umweltamt und weiteren städtischen Stellen fair aktiv. Fair gehandelte Fußbälle in Schulen, Vereinen und bei Turnieren, faire Blumen bei Dekorationen der Stadt und faire "Kamelle" im Rosenmontagszug sind lange nicht alles. Die Düsseldorfer Vergabeordnung legt für die Beschaffung der Verwaltung verbindlich fest, dass nur Produkte bestellt werden dürfen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Dem fairen Handel ist - soweit wie möglich - der Vorzug zu geben. Auftragnehmer müssen nachweisen, dass sie die international anerkannten Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organization) erfüllen. Nicht zuletzt gibt es den Düsseldorf Café: Seit Jahren trinken alle Gremien und Gäste im Rathaus den fairen und ökologischen, rheinischen und köstlichen Kaffee. Das Eine Welt Forum Düsseldorf organisiert gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team die Werbung und den Vertrieb für den Kaffee. Oberbürgermeister Elbers ist Schirmherr des fairen Kaffees.

Hintergrund: Jury 2009

Der Jury gehörten an:

  • Georg Abel, Verbraucher Initiative e.V.
  • Christoph Albuschkat, Forum Fairer Handel e.V.
  • Lothar Ferber-Hammeke, DZ Bank Mikrofinanzfonds
  • Dr. Werner Görtz, Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Petra Heilig, Weltgebetstag der Frauen Deutsches Komitee e.V.
  • Ute Kreienmeier, Deutscher Städte- und Gemeindebund
  • Dieter Overath, Trans Fair e.V.
  • Norbert Pfütze, Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V./agl
  • Rainer Steeg, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Axel Welge, Deutscher Städtetag

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